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Psychologie: Wie Freundschaften wachsen und woran du wahre Freunde erkennst

  • Aktualisiert: 29.09.2023
  • 13:52 Uhr
  • Elisa Ascher
Freundschaften knüpfen funktioniert nur im Kindesalter? Stimmt nicht! So findest du in jedem Alter Freund:innen fürs Leben.
Freundschaften knüpfen funktioniert nur im Kindesalter? Stimmt nicht! So findest du in jedem Alter Freund:innen fürs Leben.© Drobot Dean - stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Freundschaften beruhen oft auf Gemeinsamkeiten, Sympathie und Vertrauen.

  • Wahre Freundschaft erkennst du an Akzeptanz, Vertrauen, Loyalität, Ehrlichkeit, gemeinsam verbrachter Zeit sowie gegenseitiger Unterstützung.

  • Toxische Freundschaften führen dazu, dass wir uns schlecht fühlen und sollten beendet werden.

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Was bedeutet eigentlich Freundschaft? Und wie lange dauert es - laut Wissenschaftler:innen - bis eine gute Freundschaft entsteht? Wir erklären dir, wie du Freund:innen findest, was in Freundschaften wichtig ist und welche Red Flags das Aus bedeuten sollten!

Freundschaft: Was ist das?

Was heißt Freundschaft für dich? Für jede:n besitzt Freundschaft eine andere Bedeutung und einen anderen Stellenwert. Für die einen sind Freund:innen ein schöner, wenn auch weniger wichtiger Teil im Leben, für andere wiederum ist es die Familie, die man sich aussuchen kann. 

Im Allgemeinen bezeichnet Freundschaft ein auf gegenseitiger Zuneigung bestehendes Verhältnis von Menschen zueinander. Freundschaften werden sehr individuell geführt und sind nicht nur geprägt von den jeweiligen Bedürfnissen einzelner, sondern auch vom kulturellen Hintergrund. Freundschaften sind divers und komplex und müssen, wie Liebesbeziehungen auch, gepflegt werden. Woran wir gute Freund:innen erkennen? Das hängt davon ab, was dir in einer Freundschaft wichtig ist. Um selbst ein guter Freund bzw. eine gute Freundin zu sein, ist es hilfreich zu definieren, was eine wahre Freundschaft für dich ausmacht. Was wünschst du dir von Freund:innen, das du selbst auch geben kannst? Es gibt jedoch auch ganz allgemein bestimmte Merkmale, an denen sich eine wahre Freundschaft erkennen lässt. 

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Freunde finden
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Eine ganz natürliche Entwicklung

Psychologie: Warum nur wenige Freundschaften für immer halten und wie es dennoch gelingt

Vertrauensvolle und gleichberechtigte Freundschaften stärken uns und sollen uns sogar länger leben lassen. Doch im Laufe unseres Lebens verändern sich Beziehung zu vertrauten Personen, da auch wir uns verändern und weiterentwickeln. Wir erklären dir, warum dieser Prozess ganz normal ist und wie du es schaffst, deine Freundschaften zu pflegen.

  • 29.01.2024
  • 12:55 Uhr

5 Merkmale wahrer Freundschaften

Woran du "Freund:innen für immer" erkennst? Das lässt sich kaum definieren, da so viel im Leben passieren kann, weshalb eine Freundschaft zu Ende geht oder ihr euch aus den Augen verliert. Manchmal beschreibt "Freund:innen für immer" aber auch nur so ein spezielles Gefühl, das du mit jemandem verbindest. Selbst, wenn ihr nicht mehr aktiv Teil im Leben des anderen seid, spürst du, dass ihr in der größten Not dennoch füreinander da seid. 

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Im Clip: Vorsicht, das sind Anzeichen einer toxischen Freundschaft!

1. Akzeptanz

In einer Freundschaft muss man nicht jede Eigenschaft am anderen mögen, aber ihr solltet euch so akzeptieren wie ihr seid. Ohne das Gefühl zu haben, sich rechtfertigen oder ständig verstellen zu müssen. Niemand ist schließlich perfekt! Wahre Freund:innen sind ein sicherer Hafen, in den du stets zurückkehren kannst.

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2. Vertrauen und Loyalität

Wahren Freund:innen kannst du alles anvertrauen, ohne direkt verurteilt zu werden oder Angst haben zu müssen, dass es gleich weitererzählt wird. Loyalität spielt ebenfalls eine große Rolle. Insbesondere, wenn es mal schwieriger wird, solltest du dir sicher sein können, dass deine Freund:innen dir den Rücken stärken und dir zur Seite stehen. Und du tust dies genauso für sie. 

3. Ehrlichkeit

Auch, wenn es hart sein kann: Unter Freund:innen solltest du dir immer die Wahrheit sagen können. Das gilt für persönliche Dinge, die du erlebt oder getan hast, genau wie für eure Beziehung zueinander. Stört dich etwas oder wurdest du enttäuscht? Das kann immer mal passieren. Offene und ehrliche Gespräche sind der Schlüssel zu einer langen und glücklichen Freundschaft.

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4. Zeit

Zeit miteinander zu verbringen, ist wichtig, um sich wirklich kennenzulernen. Erinnerungen zu schaffen und gemeinsame Dinge zu erleben, schweißt zusammen, ob gut oder schlecht. Mit wahren Freund:innen kannst du wilde Partynächte erleben, genauso wie einfach nur auf der Couch rumhängen. 

5. Unterstützung

Du möchtest etwas Neues lernen, ein Umzug steht bevor oder dein Herz wurde gebrochen? Wahre Freund:innen sind füreinander da, auch in unbequemeren Situationen. Du kannst dir sicher sein, dass auf sie Verlass ist. 

Wie und wann entstehen Freundschaften?

Schon im Kindesalter lernen wir, Freundschaften zu schließen, und zwar mit ungefähr drei Jahren. Diese beruhen in der Regel darauf, wer gerne miteinander spielt, Süßigkeiten oder Spielzeug teilt oder gemeinsame Wünsche durchsetzt. Schon in den ersten Jahren beginnen wir also, unsere Vorstellungen von Freundschaft zu formen, meist ganz unterbewusst. Dies wird im Laufe des Lebens natürlich wesentlich komplexer. Gemeinsame Interessen und gegenseitige Unterstützung werden immer wichtiger. Das Vertrauen zu anderen wird ein anderes. Beispielsweise ist es dann kein Drama mehr, wenn die besten Freund:innen auch mal mit anderen Zeit verbringen und neue Dynamiken entstehen. 

Laut Expert:innen brauchen richtige Freundschaften circa 80 bis 200 Stunden intensive Zeit, um sich zu entwickeln. Freundschaften lassen sich nicht erzwingen, schon gar nicht von heute auf morgen. Dabei es wichtig, gemeinsame Erinnerungen zu schaffen und sich einander mehr und mehr zu öffnen. Zudem gibt es bestimmte Säulen in Freundschaften, die dabei helfen, eine Verbindung zueinander aufzubauen oder zu vertiefen. Das heißt nicht, dass es nicht auch ohne funktioniert. Eine echte Freundschaft braucht jedoch einen gemeinsamen Nenner. Der kann sein:

  • dieselbe Sprache sprechen
  • voneinander lernen
  • ein ähnlicher Bildungshintergrund
  • eine ähnliche Sozialisierung
  • gemeinsame Interessen teilen
  • den gleichen Humor besitzen
  • moralische, religiöse und politische Ansichten teilen
  • in örtlicher Nähe zueinander aufwachsen

Wie lange halten Freundschaften?

Wie lange eine Freundschaft hält, hängt davon ab, welchen Stellenwert sie im Leben beider Personen besitzt und wie gut sie gepflegt wird. Wie oft seht ihr euch? Haltet ihr auch den Kontakt, wenn ihr euch länger nicht persönlich treffen könnt? Nicht jede Freundschaft braucht regelmäßigen Kontakt. Manche Menschen können sich einmal im Jahr sehen oder alle paar Monate mal telefonieren und es klappt trotzdem. Das ist allerdings nicht die Regel. 

Damit eine Freundschaft hält, ist es auch wichtig zu akzeptieren, dass sich Menschen und Umstände ändern. Das ist nicht automatisch das Ende einer Freundschaft, Veränderungen können ihr sogar guttun. Manchmal trennen sich dadurch die Wege, manchmal gibt es ein Wiedersehen und bei anderen wiederum macht eine Veränderung das Bündnis nur noch stärker.

Laut Expert:innen halten Freundschaften, die wir seit der Kindheit haben, besonders lange. Das liegt daran, dass man gemeinsam wichtige Phasen des Lebens geteilt hat und häufig auch das familiäre Umfeld der anderen Person gut kennt. Der Soziologe Gerald Mollenhorst von der niederländischen Universität Utrecht geht davon aus, das Freundschaften im Durchschnitt sieben Jahre lang halten. Dazu befragte er rund 1.000 Erwachsene verschiedenen Alters und kontaktierte rund 600 von ihnen nach sieben Jahren nochmals. Zudem sollen Freundschaften, die länger als sieben Jahre halten, gute Aussichten darauf haben, auch ein Leben lang zu halten.

Keine Freund:innen? Was tun?

Du hast keine Freund:innen oder dir fehlen echte Freundschaften mit einer tiefen Verbindung? Das kann unterschiedliche Gründe haben. Zuerst solltest du dein eigenes Verhalten reflektieren. Wie wirkst du auf dein Umfeld und wie behandelst du andere Menschen? Hast du dich vielleicht von anderen so sehr distanziert, dass sie gar keine Möglichkeit hatten, eine Freundschaft zu dir aufzubauen? Gibt es eine Partnerschaft, wegen der du lange Zeit all deine Freund:innen vernachlässigt hast? Oder wohnst du an einem Ort, an dem es niemanden gibt, der oder die deine Ansichten oder Interessen teilt? Egal aus welchem Grund du keine Freund:innen hast – ändere das! 

Auch wenn viele Menschen ihren Fokus vor allem auf romantische Beziehungen legen, sind es Freundschaften, die das Leben unvergleichlich bereichern. Wahre Freund:innen sind für dich da, wenn Liebesbeziehungen zu Ende gehen. Sie stehen dir in guten wie in schlechten Zeiten bei. Durch sie kannst du wachsen und verschiedene Seiten in dir zum Vorschein bringen. Echte Freundschaften sind unbezahlbar. Suche den Grund und beginne, neue Freundschaften aufzubauen!

5 Tipps , um neue Freundschaften zu beginnen

Vielen ist es im Kindesalter leichter gefallen, Freundschaften zu schließen. Dabei hast du gerade als Erwachsene:r so viele Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen. Neue Freund:innen lassen sich grundsätzlich überall finden. Eine Freundschaft aufzubauen, ist dann nochmal ein anderes Thema. So klappt es: 

  1. Sei offen und interessiert an anderen. 
  2. Nutze deine Möglichkeiten: Neue Freund:innen kannst du durch alte Freund:innen kennenlernen, in Bars, bei Konzerten, Kursen (Sport oder Kreatives), bei der Arbeit oder auf Apps wie Bumble Friends. 
  3. Mache den ersten Schritt, auch wenn es nicht leicht fällt. 
  4. Bleib am Ball! Insbesondere zu Anfang ist es so leicht, sich wieder aus den Augen zu verlieren. Melde dich und trefft euch regelmäßig.
  5. Sei geduldig. Eine Freundschaft muss sich natürlich und in ihrem eigenen Tempo entwickeln.

Falsche Freundschaft erkennen

Falsche Freund:innen tun uns nicht gut und können uns auf lange Sicht sogar gefährlich werden - je nachdem, was ihre Absichten sind. Es ist diese Art von Mensch, die nur mit dir befreundet ist, weil du ihr nützt - beispielsweise im Hinblick auf ihr Ego oder finanziell. Grundsätzlich erkennst du solche Menschen daran, dass sie dich eine Menge Energie kosten und du dich durch sie langfristig schlecht fühlst. Dieses Gefühl beginnt häufig unterbewusst und wird dann immer stärker. Solltest du diese Eigenschaften wiedererkennen, ist das ein Hinweis, dass er oder sie kein guter Freund bzw. keine gute Freundin ist:

  • ist illoyal 
  • ist unehrlich
  • ist eigennützig
  • ist manipulativ (an diesen Anzeichen erkennst du, dass du emotional manipuliert wirst)
  • nutzt dich aus
  • ist gemein zu dir
  • ist extrem dominant
  • erzählt Geheimnisse weiter
  • kann sich nicht für dich freuen und ist neidisch
  • die Freundschaft ist sehr einseitig
  • interessiert sich nur für sich selbst (so kannst du starken Egoismus erkennen)
  • redet hinter deinem Rücken über dich
  • bei einer Konfrontation wirst du sofort fallen gelassen
  • lässt dich in schwierigen bzw. wichtigen Situationen im Stich

Wie beende ich eine toxische Freundschaft?

Jede Freundschaft hat mal gute und mal schlechte Zeiten. Das ist noch lange kein Grund, die andere Person direkt aus dem Leben zu streichen. Gib eurer Freundschaft eine ehrliche Chance und sprich an, wenn Probleme auftauchen. Merkst du jedoch, dass es sich um eine toxische Freundschaft handelt, solltest du sie umgehen beenden! Das kann schwerfallen, aber vergiss nicht, dass du es zu deinem eigenen Besten machst. 

Sei entschlossen und finde klare Worte, natürlich in einem respektvollen sowie sachlichen Kontext. Erkläre, warum es für dich nicht mehr passt und was deine Beweggründe für diese Entscheidung sind. Das heißt auch, sich nicht von diesem Schritt abbringen zu lassen. Du hast es gut durchdacht und genügend Gründe, warum du dich von der Person trennst. Ganz sicher: Danach wird es dir besser gehen und der Trennungsschmerz verfliegt früher oder später! Du hast es verdient, von Menschen umgeben zu sein, die dich wertschätzen und so lieben wie du bist. Fokussiere dich auf sie. 

Wie kann eine Freundschaft zwischen Mann und Frau funktionieren?

Immer wieder stellen sich Menschen die Frage, ob Mann und Frau miteinander befreundet sein können. Ja. Da gibt es kein "nein" und kein "vielleicht". Selbstverständlich können Männer und Frauen miteinander befreundet sein. Dies zu einer Geschlechterfrage zu machen, ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Daher ist es das Beste, offen für Freundschaften mit "dem anderen Geschlecht" zu sein. Gefährlich wird es erst, wenn eine:r von beiden mehr möchte und die Friendzone verlassen will. Das erfordert einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Ist die sexuelle Anziehung zu groß oder sind romantische Gefühle im Spiel, die nicht erwidert werden, wird es mit der Freundschaft auf Dauer schwierig und sie scheitert. Es sei denn, ihr seid euch absolut einig und habt euch auf eine Freundschaft Plus verständigt. Das Scheitern hat aber weniger mit Mann und Frau zu tun, sondern generell mit Freundschaften zu dem Geschlecht, zu dem man sich persönlich hingezogen fühlt. 

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