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Queeres Reisen

Reise-Tipps: Diese Länder sind besonders LGTBQI+-freundlich

  • Veröffentlicht: 01.06.2024
  • 11:17 Uhr
  • Julia Wolfer
Der Gay Travel Index bietet queeren Personen einen Überblick über sichere Reiseländer.
Der Gay Travel Index bietet queeren Personen einen Überblick über sichere Reiseländer.© Imago Images / Westend61

Der Gay Travel Index verrät, in welche LGBTQI+-freundlichen Länder queere Menschen unbesorgt reisen können und welche sie besser meiden sollten. Aber befindet sich Deutschland überhaupt in den Top 10 und welche Nationen man besser unbedingt meiden sollte

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LQTBQI+-freundliche Länder: Das Wichtigste zum Thema

  • An vielen Orten begegnen queere Personen noch immer Vorurteilen und Diskriminierung. In manchen Ländern werden sie sogar gesetzlich verfolgt.

  • Die Strafen reichen von Bußgeldern über körperliche Züchtigungen bis hin zu Haft oder sogar Todesstrafen.

  • Der Gay Travel Index bewertet, welche Länder weltweit für queere Reisende sicher sind – und welche Orte LGBTQI+-Personen besser meiden sollten.

  • Als sicherste Reiseländer gelten 2024 Kanada, Malta, Neuseeland, Portugal und Spanien. Sie teilen sich Platz 1 im Gay Travel Index. Deutschland belegt Rang 8.

Inhalt

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Weltkarte der LGBTQI+-freundlichsten Länder

Die 20 LGBTQI+freundlichsten Länder 2024

Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)
Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)© Galileo
Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)
Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)© Galileo
Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)
Die 20 LGBTQI+-freundlichsten Länder der Welt (2024)

Was ist der Gay Travel Index?

Homo-, Bi- und Transsexualität werden nicht überall auf der Welt toleriert. Wer seine Sexualität oder Geschlechtsidentität abseits des heteronormativen Standards auch im Urlaub offen leben möchte, muss das Urlaubsziel daher sorgfältig auswählen.

Für Angehörige der LGBTQI+-Community hat das schwule Reiseportal Spartacus Travel 2012 den Gay Travel Index ins Leben gerufen. Der Index bewertet die Lebensbedingungen und die rechtliche Situation von Mitgliedern der queeren Community in den jeweiligen Ländern anhand von 18 Kategorien.

In die Bewertung fließen unter anderem mit ein:

  • Rechtslage und Antidiskriminierungsgesetze: Der Index berücksichtigt, ob queere Handlungen legal sind, ob es Antidiskriminierungsgesetze gibt und ob gleichgeschlechtliche Ehen oder eingetragene Partnerschaften anerkannt werden und queere Paare Kinder adoptieren dürfen.
  • Gesellschaftliche Akzeptanz: Die gesellschaftliche Akzeptanz und der allgemeine Umgang der Bevölkerung mit LGBTQ+-Personen wird berücksichtigt.
  • Gewalt und Verfolgung: Der Index bezieht die Häufigkeit von Gewaltverbrechen gegen LGBTQI+-Personen sowie die politische Verfolgung dieser Gemeinschaft mit ein.
  • Gesundheitsversorgung und Menschenrechte: Es wird auch bewertet, wie gut der Zugang zur Gesundheits-Versorgung für LGBTQ+-Personen ist und wie deren Menschenrechte insgesamt geschützt werden.

Für jede Kategorie werden Plus- oder Minuspunkte verteilt. So erhalten beispielsweise Länder, in denen die Todesstrafe für Homosexuelle zwar im Gesetz steht, aber nicht mehr vollstreckt wird, einen Minuspunkt. Länder, in denen Menschen wegen ihrer Homosexualität noch immer hingerichtet werden, erhalten fünf Minuspunkte.

Im Video: 10 Fragen an eine Regenbogen-Familie

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Was ist die Weltkarte der ILGA World?

Die ILGA-Weltkarte visualisiert die rechtliche und gesellschaftliche Lage von LGBTQI+-Menschen weltweit. Die interaktive Weltkarte bietet einen Überblick über die verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen, die die Rechte und den Schutz von LGBTQI+-Menschen betreffen, und wird fortlaufend aktualisiert.

Herausgegeben wird die Karte von der ILGA World, einer Nichtregierungs-Organisation (NGO), die sich weltweit für die Rechte von LGBTQ+-Personen einsetzt. Das Akronym steht für International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association. Die Organisation hat sogar einen beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Das sind LGBTQI+-freundliche Reiseziele

Das sind laut Gay Travel Index im Jahr 2024 die LGBTQI+-freundlichsten Reiseziele der Welt:

  • Rang 1: Kanada, Malta, Neuseeland, Portugal und Spanien (jeweils 12 Punkte)
  • Rang 6: Australien und Schweiz (11 Punkte)
  • Rang 8: Dänemark, Deutschland, Island, Norwegen und Uruguay (10 Punkte)
  • Rang 13: Österreich, Chile, Kolumbien, Finnland, Irland, Luxemburg, Schweden und Taiwan (9 Punkte)
  • Rang 21: Andorra, Argentinien, Belgien, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Réunion und Großbritannien (8 Punkte)
  • Rang 29: Costa Rica, Französisch-Polynesien und Neukaledonien (7 Punkte)

➡️ Deutschland landet mit 10 Punkten auf Rang 8. Einen Minuspunkt erhielt die Bundesrepublik in der Kategorie "Feindseligkeit Einheimischer". Zwei Pluspunkte gab es für die dritte Option, die inter* und trans*-Personen seit Ende 2018 die Möglichkeit gibt, im Personenstandsregister außer "männlich" und "weiblich" auch "divers" oder "ohne" zu wählen.

➡️ Einer Umfrage zufolge ist der Anteil an LGBTQ+-Personen in Deutschland mit 7,4 Prozent der höchste innerhalb der EU, gefolgt von Spanien (6,9 Prozent) und England (6,5 Prozent).

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Welche Länder können für LGTBQI+ auf Reisen gefährlich sein?

Schlusslichter des Gay Travel Index sind folgende Staaten:

  • Rang 201: Kuwait, Tansania, Libyen, Katar, Vereinigte Arabische Emirate (minus 16 Punkte)
  • Rang 205: Nigeria und Russland (minus 17 Punkte)
  • Rang 207: Somalia und Uganda (minus 18 Punkte)
  • Rang 209: Jemen (minus 19 Punkte)
  • Rang 210: Afghanistan, Tschetschenien, Iran und Saudi-Arabien (minus 21 Punkte)

➡️ In diesen Ländern drohen zum Teil drakonische Strafen für homosexuelle Handlungen. In Somalia, Afghanistan, Tschetschenien, Iran und Saudi-Arabien wird bis heute die Todesstrafe für Homosexuelle vollstreckt.

Queer-Feindlichkeit in Europa

Queer-Feindlichkeit gibt es aber nicht nur in der arabischen Welt oder auf dem afrikanischen Kontinent. Auch manche europäische Länder schneiden im Gay Travel Index zum Teil schlecht ab, darunter sogar einige EU-Staaten:

  • Rang 58: Bosnien-Herzegowina, Zypern, Italien, Lettland und Montenegro (minus 1 Punkt)
  • Rang 64: Albanien, Slowakei und Ukraine (minus 2 Punkte)
  • Rang 70: Monaco, Nordmazedonien, Rumänien und Serbien (minus 3 Punkte)
  • Rang 84: Kosovo und Litauen (minus 4 Punkte)
  • Rang 93: Bulgarien, Ungarn und Moldau (minus 5 Punkte)
  • Rang 118: Polen (minus 7 Punkte)
  • Rang 127: Vatikanstadt (minus 8 Punkte)
  • Rang 143: Türkei (minus 10 Punkte)
  • Rang 162: Weißrussland (minus 11 Punkte)
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Wie entwickelt sich die Lage für queere Menschen weltweit?

In immer mehr Länder werden die Ehe für alle eingeführt und die Rechte der queeren Community gestärkt. Doch die Lage für queere Menschen entwickelt sich weltweit uneinheitlich: Während es in einigen Regionen deutliche Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung und Schutz der Rechte von LGBTQ+-Personen gibt, werden in anderen Teilen der Welt Rückschritte verzeichnet. Allgemein sehen Expert:innen die Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck.

  • Russland: Im Dezember 2022 wurde das "Anti-Homosexuellen-Propaganda-Gesetz" verabschiedet. Expert:innen sind der Ansicht, dass dieses Gesetz Gewalt und Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten schürt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International haben die Übergriffe nach der Verabschiedung des Gesetzes in Russland erheblich zugenommen.
  • Uganda: Homosexuelle Handlungen sind seit 1950 illegal. 2023 hat das Parlament eine Verschärfung des bestehenden Anti-Homosexuellen-Gesetzes beschlossen: Für "schwere Homosexualität" gilt nun die Todesstrafe. Damit sind sexuelle Beziehungen gemeint, an denen HIV-infizierte Personen beteiligt sind. "Versuchte schwere Homosexualität" kann mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet werden, und auch Personen oder Organisationen, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzen, können mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.
  • Ghana: Im Februar 2024 hat das ghanaische Parlament ein Anti-LGBTQI-Gesetz verabschiedet. Jeder Person, die sich als LGBTQI+ identifiziert oder homosexuelle Aktivitäten unterstützt, drohen in Ghana drei bzw. fünf Jahre Gefängnis. Weitere afrikanische Staaten, darunter Tansania, Kenia und Namibia, verfolgen einen ähnlichen Kurs. Die Anerkennung der Rechte von queeren Menschen gilt in vielen afrikanischen Demokratien als schädlicher Import aus dem Westen.
  • Nordamerika: Die Organisation ILGA World stellt inzwischen auch für Nordamerika Rückschritte bei den Rechten von queeren Menschen fest. Demnach kam es 2023 in einigen US-Bundesstaaten zu einer regelrechten Flut von Anti-LGBTQI+-Gesetzen. Die Organisation macht dafür vor allem national-konservative Bewegungen verantwortlich.
  • Großbritannien: 2023 hat die britische Regierung ein Veto gegen ein vom schottischen Parlament verabschiedetes Gesetz eingelegt, das es Trans* Personen erleichtern sollte, ihren Geschlechtseintrag zu ändern. Ein solches Veto gilt als einmalig in der britischen Verfassungsgeschichte.
  • Deutschland: Deutschland gilt als vergleichsweise fortschrittliches Land, doch auch in der Bundesrepublik leben queere Menschen mitunter gefährlich. In Zusammenhang mit sexueller Orientierung wurden im vergangenen Jahr 1.499 Straftaten registriert - ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Bereich "geschlechtliche Diversität" wurden 2023 mit 854 Delikten doppelt so viele Straftaten gemeldet. Das liegt auch an einer höheren Anzeige-Bereitschaft unter den Betroffenen. Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, macht jedoch auch gezielt geschürten Hass politischer Kräfte dafür verantwortlich.

Die wichtigsten Fragen zu LGBTQI+-freundlichen Ländern

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