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Fabelwesen

Ghule aus der Serie "Fallout": Woher kommen die Horror-Figuren?

  • Aktualisiert: 13.05.2024
  • 04:03 Uhr
  • Nicola Schiller
Ghule gibt es in verschiedenen Sagen und Kulturen. Wir erklären, wie der Mythos rund um die gruseligen Wesen entstand.
Ghule gibt es in verschiedenen Sagen und Kulturen. Wir erklären, wie der Mythos rund um die gruseligen Wesen entstand. © IMAGO/Panthermedia

Um den Ghul, die gruselige Wesen aus der arabisch-persischen Kultur, ranken sich bis heute viele Mythen. Auch in der amerikanischen Serie "Fallout" spielen sie eine wichtige Rolle. Aber was steckt hinter der Legende der Ghule?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ghule sind mythologische Kreaturen, die als untote Wesen gelten und in der Nähe von Friedhöfen leben. Sie ernähren sich von Menschenfleisch und -blut.

  • Angeblich können sie kurzzeitig die Gestalt von Tieren oder Menschen annehmen, um ihre Opfer zu täuschen.

  • In der Verfilmung der Videospielreihe "Fallout" werden Ghule als die Überlebenden einer nuklearen Apokalypse dargestellt. 

  • Ihren Ursprung haben Ghule im arabischen und persischen Raum. Vor allem in den Märchen von Tausendundeiner Nacht spielen sie eine Rolle.

Inhalt

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Was sind Ghule?

Ghule sind Fabelwesen, die oft als untote Kreaturen oder Dämonen beschrieben werden. Sie leben in der Nähe von Friedhöfen und sind dafür bekannt, Gräber zu plündern und sich von Leichen zu ernähren. Um ihre Opfer zu täuschen und in die Falle zu locken, können Ghule für kurze Zeit die Gestalt von Tieren oder Menschen annehmen.

Im Video: Gibt es Vampire wirklich?

Der Ursprung der Ghule

🌙 Ghule sind vor allem durch die Märchen aus 1001 Nacht bekannt. Als eine Art Dschinn zählen sie im arabischen und persischen Raum zu den Dämonen. Im Gegensatz zum Dschinn sind sie dem Menschen allerdings nicht gut gesinnt.

🧟‍♀️ Weibliche Ghule werden Ghula genannt. Sie sind vor allem dafür bekannt, sich in schöne Damen zu verwandeln, um ihr menschliches Opfer zu verführen.

😮 Im alten Arabien berichteten Reisende erstmals von untoten Kreaturen, die sich an Leichen vergehen. 

👻 Ein Ghul hat aber nicht immer eine feste Gestalt. In manchen Geschichten wird er auch als geistähnliches Wesen beschrieben, durch das man hindurchgreifen kann.

💀 Wie sieht ein Ghul aus? Totenbleiche, gräuliche und schleimige Haut, eingefallene Wangen, große aber milchig trübe Augen, spitz zulaufende Ohren wie bei Fledermäusen. Sein Gebiss gleicht dem eines Affen, die Hände sind lang und dürr. An den Fingern hat er lange messerscharfe Krallen.

🔍 Weitere Merkmale: Wie der Teufel hat ein Ghul Eselsfüße. Die bleiben auch bestehen, wenn er in die Gestalt eines Menschen schlüpft. Die Eselsfüße und der modrig, faulige Gestank gelten als Erkennungsmerkmale.

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Ghule in Europa

Im europäischen Raum bleiben Ghule weitestgehend unbekannt. Erst die Übersetzung der Märchen von 1001 Nacht machten die Kreaturen auch in Europa bekannt. Ihren großen Durchbruch erreichten die Ghule dann durch die Gruselgeschichten des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft im 20. Jahrhundert. Hier beschreibt er sie als hundeähnliche Wesen, die unter der Erde und in Nähen von Friedhöfen leben.

Ghule vs. Zombies: Was ist der Unterschied?

Untote, Menschenfresser, Horrorgestalten: Diese Beschreibungen treffen sowohl auf Ghule als auch auf Zombies zu. Was ist also der Unterschied? Gibt es überhaupt einen?

  • Geografischer Ursprung: Die Legende der Ghule ist vor allem auf die Folklore Arabiens und des Nahen Ostens zurückzuführen. Im Gegensatz dazu stammen Zombies aus afrikanischen und haitianischen Voodoo-Traditionen.
  • Darstellung und Eigenschaften: Ghule gelten oft als intelligenter und subtiler als Zombies. Sie können strategisch vorgehen, um ihre Opfer zu täuschen oder zu jagen. Zombies hingegen werden oft als langsamer und primitiver dargestellt. Sie haben meist nur einen einfachen Instinkt: Menschen jagen, um sie zu fressen. 
  • Entstehung: Ghule entstehen in der Regel durch dunkle, magische oder übernatürliche Kräfte. Dagegen sind Zombies typischerweise durch eine Infektion, einen Virus oder ein mystisches Ritual wiederbelebte Leichen. Im Gegensatz zu Zombies sind Ghule also keine menschlichen Wesen. 

Fazit: Obwohl es gewisse Ähnlichkeiten gibt und die beiden Kreaturen oft miteinander vermischt werden, unterscheiden sie sich teilweise stark in ihren Eigenschaften, Ursprüngen und Verhaltensweisen.

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Was haben Ghule mit Vampiren zu tun?

🧛‍♂️ Ghule werden oft als die kleinen Brüder oder Diener der Vampire bezeichnet. Tatsächlich gibt es auch hier einige Gemeinsamkeiten:

🧛‍♂️ Sowohl Ghule als auch Vampire werden oft als untote Wesen dargestellt, die sich von Menschenfleisch oder Blut ernähren.

🧛‍♂️ In einigen Erzählungen können beide Kreaturen die Gestalt von Menschen annehmen und unter den Lebenden wandeln.

🧛‍♂️ Allerdings haben sie unterschiedliche Ursprünge: Ghule stammen aus der arabischen Folklore, während Vampire in den verschiedensten Kulturkreisen auf der ganzen Welt vorkommen. 

🧛‍♂️ Der Legende nach versorgen Vampire Ghule mit Blut zum Trinken. Wie bei Vampiren, hält das Blut die Ghule jung. Bekommen sie lange keine Nahrung, altern sie plötzlich und zerfallen schließlich zu Staub. Die Folge: eine extreme Abhängigkeit von den Vampiren.

Ghule in Film, Fernsehen und Literatur

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Anime-Serie: "Tokyo Ghoul"

In der Anime-Serie "Tokyo Ghoul" leben Ghule versteckt unter den Menschen und sind oft gezwungen, ihre wahre Natur zu verbergen, um nicht entdeckt zu werden. Der Hauptcharakter Ken Kaneki ist Student und wird durch Zufall selbst zum Ghul. Dadurch ist er einer Lebensweise ausgesetzt, die ihn immer wieder vor Herausforderungen stellt. Denn auch in dem Anime können sich Ghule nur von menschlichem Fleisch, Blut und Kaffee ernähren. Ob Ken seine Moral vergessen kann, um zu überleben? Achtung, die Serie ist wirklich nichts für schwache Nerven!

In der Anime-Serie "Tokyo Ghoul" werden Ghule als eine Art von übernatürlichen Wesen dargestellt, die sich von menschlichem Fleisch ernähren müssen, um zu überleben.
In der Anime-Serie "Tokyo Ghoul" werden Ghule als eine Art von übernatürlichen Wesen dargestellt, die sich von menschlichem Fleisch ernähren müssen, um zu überleben.© Sui Ishida/Shueisha,Tokyo Ghoul Production Committee

Ghule in "Harry Potter"

Zwar werden Ghule auch in der magischen Welt von Harry Potter als unansehnliche, schleimige Wesen beschrieben, trotzdem sind sie hier alles andere als blutrünstige Bösewichter. J.K. Rowling beschreibt sie als humorvolle und unbeholfene Kreaturen. Viele Zauberer-Familien leben mit einem Ghul als eine Art Haustier zusammen. Dazu gehört auch die Familie von Harrys bestem Freund Ron. Denn auch die Weasleys haben einen harmlosen Ghul, der auf dem Dachboden des Fuchsbaus wohnt: Er neigt unter anderem dazu laut zu heulen, stöhnen, oder gegen die Heizungsrohre zu klopfen. Gefährlich ist er allerdings nicht.

Ghule in "Fallout"

In der Videospielreihe "Fallout" werden Ghule als Überlebende einer verheerenden nuklearen Apokalypse dargestellt, die durch radioaktive Strahlung und Mutation verändert wurden. Die Darstellung von Ghulen in "Fallout" zeigt sie als tragische Figuren, die zwischen ihrer Vergangenheit als Menschen und ihrer neuen Existenz als mutierte Wesen hin- und hergerissen sind.

Häufige Fragen zu Ghulen

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