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Entzündung

Aphthen: Das kannst du gegen die fiesen Bläschen im Mund tun

  • Veröffentlicht: 20.03.2024
  • 11:30 Uhr
  • Lars-Ole Grap
Aphthen treten meist im Mundraum an der Lippe, Zunge oder am Gaumen auf.
Aphthen treten meist im Mundraum an der Lippe, Zunge oder am Gaumen auf.© imago images / Panthermedia

Aphthen sind kleine, entzündete Schleimhaut-Defekte die meist im Mund auftreten. Obwohl sie in der Regel harmlos sind, können sie unangenehme Symptome wie Brennen und Schmerzen verursachen. Wie sie entstehen und behandelt werden können.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Aphthen sind eine der häufigsten Erkrankungen der Mund-Schleimhaut. Etwa jeder zehnte Mensch ist davon betroffen. Die genaue Ursache für Aphthen ist nicht bekannt.

  • Man nimmt an, dass familiäre Veranlagung sowie Stress, ein geschwächtes Immunsystem oder hormonelle Schwankungen eine Rolle spielen könnten.

  • Oft treten Aphthen zum ersten Mal in der Jugend auf. Bei Frauen treten sie häufiger auf als bei Männern.

Was sind Aphthen im Mund?

Aphthen sind eine häufige Mundschleimhauterkrankung. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Schwämmchen". Es handelt sich um kleine, schmerzhafte Verletzungen oder Bläschen. Sie treten vorwiegend im Rachen, auf der Mundschleimhaut, Zunge, Gaumen oder Zahnfleisch auf. Obwohl sie nicht ansteckend sind, können Aphthen lästig werden und wiederholt auftreten.

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Aphthen: Welche Formen gibt es?

Aphthen im Mund können in drei unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten:

  1. Minor-Aphthen: Diese Form zeichnet sich dadurch aus, dass gleichzeitig bis zu vier kleine Aphthen im Mundraum entstehen. Sie sind nur wenige Millimeter groß sind. Etwa 85 Prozent der Betroffenen leiden unter dieser Art von Aphthen.
  2. Major-Aphthen: Bei dieser selteneren Form treten höchstens zwei größere Aphthen gleichzeitig auf, die einen Durchmesser von ein bis drei Zentimetern haben. Sie verursachen stärkere Schmerzen und benötigen mehr Zeit, um abzuheilen. Major-Aphthen treten bei zehn Prozent der Betroffenen auf.
  3. Herpetiforme Aphthen: In dieser Form bilden sich im Mundraum gleichzeitig 50 bis über 100 stecknadelkopfgroße Aphthen. Diese Form tritt etwa in fünf Prozent der Fälle auf.

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Aphthen: Mögliche Ursachen und Symptome

Die genaue Ursache von Aphthen ist bisher unbekannt, jedoch deuten bestimmte Risikofaktoren auf ihre Entstehung hin. Dazu gehören:

Mechanische Reize

  • Schlecht sitzende Prothesen, Zahnspangen und Reizungen beim Zahnarztbesuch, sowie harte Zahnbürsten können Aphthen begünstigen.

Chemische Reize

  • Natriumlaurylsulfat ist in vielen Zahnpflege-Produkten enthalten und kann die Bildung von Aphthen fördern. Diese chemische Verbindung ist bekannt für ihre antibakteriellen Eigenschaften. Sie reizt die Haut jedoch durch ihre entfettende und austrocknende Wirkung.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und reizende Speisen

  • Säurehaltiges Obst wie Zitrusfrüchte, Alkohol und Nüsse können die Mundschleimhaut reizen.

Geschwächtes Immunsystem

Stress

  • Dauerhafter Stress schwächt das Immunsystem und fördert Entzündungen.

Vitamin- und Mineralstoffmangel

  • Ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure, Eisen und Zink kann die Entstehung von Aphthen begünstigen.

Hormonelle Einflüsse

Mangelnde Mundhygiene

  • Vernachlässigte Mundhygiene kann das Risiko für Aphthen erhöhen.

Erbliche Veranlagung

  • Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls eine Rolle spielen.

Aphthen zeigen sich oft durch anfängliche Symptome wie leichtes Brennen, Spannen oder Kribbeln, gefolgt von einer Rötung mit weiß-gelblichem Belag. Beim Aufplatzen der Bläschen entstehen entzündete Wunden, die beim Schlucken, Trinken, Kauen, Zähneputzen und sogar Sprechen brennen und schmerzen können.

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Aphthen im Mund: Die richtige Mundpflege

Um mögliche Schmerzen bei der Mundpflege zu minimieren, solltest du auf die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte achten. Mundspülungen mit Alkohol können beispielsweise die Beschwerden verstärken. Auch Natriumlaurylsulfat (SLS) kann die Schmerzen durch Reizung der Mundschleimhaut verstärken und sollte daher vermieden werden. Natriumlaurylsulfat ist oft ein Bestandteil von Zahnpasta. Wähle deshalb SLS-freie Produkte für deine Zahnpflege.

Zusätzlich solltest du weiche Zahnbürsten verwenden. Sie sind schonender für das Zahnfleisch und reduzieren das Risiko von Zahnfleischverletzungen. Verletzungen im Mund können die Bildung von Aphthen nämlich begünstigen.

Behandlung: Was kann ich gegen Aphthen tun?

In den meisten Fällen erfordern Aphthen im Mund keine spezielle Behandlung, da sie nur für einige Tage schmerzhaft sind und in der Regel innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst verschwinden. Falls die Schmerzen jedoch sehr stark sind, können dir schmerzlindernde, entzündungshemmende und antiseptische Mittel in Form von Gel, Creme, Paste oder Spray für die betroffenen Stellen verschreiben werden.

In sehr seltenen Fällen könnte auch eine Lasertherapie durch einen HNO- oder Zahnarzt beziehungsweise Ärztin in Betracht gezogen werden. Oft reicht es aber aus, wenn du viel trinkst. Bei der Nahrung ist es wichtig, die irritierte Mundschleimhaut nicht noch weiter durch harte, scharfe oder saure Speisen zu reizen. Geeignet sind etwa Speisen wie Suppen und weich gekochtes oder püriertes Essen.

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Aphthen: Diese Hausmittel können helfen

Einige Hausmittel sollen den natürlichen Heilungsprozess bei Aphthen im Mund fördern oder die Schmerzen lindern. Diese Mittel sollen die Mundempfindlichkeit reduzieren oder entzündungshemmend wirken. Es ist wichtig zu beachten, dass es bisher keine wissenschaftlichen Belege für diese Effekte gibt. Dennoch scheinen diese Hausmittel keine negativen Auswirkungen auf Aphthen im Mund zu haben. Zu den möglichen Hausmitteln gehören:

  • Süßholz, das beispielsweise in Lakritze enthalten ist.
  • Ingwer, als Tee, Mundspülung oder frisch aufgeschnitten direkt auf die Aphthe legen.
  • Bienenkittharz (Propolis), welches von Bienen zur Abwehr von Krankheitserregern und zum Abdichten von Ritzen im Bienenstock verwendet wird.
  • Honig, als Paste mit Kurkuma vermischt, direkt auftragen oder aufgelöst in Wasser als Mundspülung anwenden.
  • Salbei und Kamille, beispielsweise als Tee zum Spülen und Gurgeln.
  • Apfelessig, verrühre einen Teelöffel Apfelessig in einem Glas Wasser und spüle deinen Mund einmal täglich. Danach gründlich mit Wasser ausspülen.
  • Teebaumöl, bis zu dreimal täglich auftupfen. Vorsicht: nicht schlucken!
  • Aloe vera
Verwende ein für den Verzehr geeignetes Aloe-vera-Gel ohne Parfumzusätze oder nutze das Gel aus einer frischen Aloe-vera-Pflanze. Aloe-vera-Saft trinken ist eine mögliche Alternative.
Verwende ein für den Verzehr geeignetes Aloe-vera-Gel ohne Parfumzusätze oder nutze das Gel aus einer frischen Aloe-vera-Pflanze. Aloe-vera-Saft trinken ist eine mögliche Alternative.© IMAGO / Pond5 Images

Anzeichen für andere Erkrankungen: Welche Gefahr geht von Aphthen aus?

Wenn Aphthen besonders stark ausgeprägt sind oder nicht innerhalb von zwei Wochen abheilen, solltest du deinen Arzt oder deine Ärztin zu Rate ziehen. Das gilt insbesondere, wenn begleitend geschwollene Lymph-Knoten oder Mundgeruch auftreten. Die Ursache bei anhaltenden Aphthen im Mund können bestimmte Krankheiten oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Dazu zählen:

  • Morbus Behçet
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Verminderung weißer Blutzellen
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Infektionskrankheiten
  • Bösartige hämatologische Systemerkrankungen
  • Mangelerscheinungen

Die häufigsten Fragen zu Aphthen

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