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Mythologie

Re, Anubis und Osiris: Das sind die wichtigsten ägyptischen Götter

  • Aktualisiert: 15.02.2024
  • 16:36 Uhr
  • Lisa Millinger

Im alten Ägypten gab es in etwa 1500 Göttinnen und Götter. Jede dieser Gottheiten hatte eine eigene Funktion. Wer die wichtigsten von ihnen waren und was sie so besonders machte, findest du hier heraus.

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Das Wichtigste in Kürze zu den Ägyptischen Göttern

  • Die alten Ägypter:innen glaubten nicht nur an einen Gott, sondern an viele verschiedene. Das nennt man Polytheismus.

  • Re, der Sonnengott, wurde als Hauptgott verehrt. Der Gott galt als Verkörperung der Sonne und spendete Licht und Wärme, dadurch ermöglichte er ein Leben auf der Erde.

  • Jede Gottheit hatte seine eigenen Fähigkeiten und Aufgaben, mit denen er oder sie die Menschen unterstützte. Dargestellt wurden sie meist als ein menschlicher Körper mit Tierköpfen, oftmals zum Beispiel Falken oder Löwen.

Polytheismus: Der Glaube an viele Götter

Im alten Ägypten herrschte ein polytheistischer Glaube, was bedeutet, dass jede:r an nicht nur einen, sondern viele Gottheiten glaubte. Jede Göttin oder jeder Gott war für eine Aufgabe zuständig oder hatte eine bestimmte Fähigkeit, mit denen die Menschen unterstützt werden konnten. Vor allem in alltäglichen Leben waren sie von großer Bedeutung, so beteten Menschen beispielsweise für Unterstützung bei der Ernte, gutes Wetter oder Familienzusammenhalt. Je nach Region wurden unterschiedliche Götter verehrt, zusätzlich dazu gab es auch welche, die im ganzen Land angebet wurden.

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Wer sind die wichtigsten Götter im alten Ägypten?

Im alten Ägypten gab es viele Gottheiten, die verehrt wurden. Es gab aber einige, die von besonderer Bedeutung waren, da sie, laut Religion, das Leben auf der Erde,und auch das Leben nach dem Tod überhaupt erst ermöglicht hatten.

🌞 Re, Sonnengott: Er kann als einer der wichtigsten Götter bezeichnet werden, da er mit dem Wirken seiner Kraft (der Sonne) das Leben auf er Erde überhaupt erst ermöglichte.

Osiris, Totengott: Laut der ägyptischen Mythologie hat er den Tod überwunden und lebte ewig im Jenseits weiter. Es war das Ziel eines jeden Lebenden, den Tod ebenfalls zu überwinden, deswegen wurde auch häufig als Beiname Osiris auf die Särge der Toten graviert.

🤰 Isis, Göttin der Geburt: Sie gilt als eine Schutzgöttin der Familie und der Fruchtbarkeit. Dargestellt wurde sie oft als Frau mit einem Thron und spielte eine zentrale Rolle in den ägyptischen Mythen, insbesondere in der Geschichte von Osiris, ihrem Bruder und Ehemann, den sie wieder zum Leben erweckte.

Götter im alten Ägypten

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(Amun) Re: Mächtiger Sonnengott

Re wird als Verkörperung der Sonne betrachtet und ist daher von großer Wichtigkeit, da durch ihn das Leben auf der Erde überhaupt erst ermöglicht wurde. Laut Mythologie war Re der erste König und wurde später auch mit dem Reichsgott Amun zu Amun-Re verschmolzen. Generell wurde Re auch mit anderen Gottheiten verbunden, daher existieren mehrere Darstellungsformen von ihm. Am häufigsten aber wurde er mit Falkenkopf und einer darüberliegenden Sonnenscheibe dargestellt.

Gott Re wird häufig mit einem Falkenkopf und einer Sonnenscheibe darüber dargestellt. Hier auf einem Thron vor dem Pharao Ramses II.
Gott Re wird häufig mit einem Falkenkopf und einer Sonnenscheibe darüber dargestellt. Hier auf einem Thron vor dem Pharao Ramses II.© IMAGO/Kena Images

Osiris: Gott des Jenseits

Osiris war der Gott der Unterwelt, des Jenseits und Richter des Totengerichtes. Er war der Bruder von Seth, Nephthys und Isis. Seine Hauptaufgabe war es, als Richter im Totengericht über die Toten zu entscheiden, ob sie ins Jenseits einziehen dürfen.

Die Verstorbenen im alten Ägypten musste sich vor dem Totengericht rechtfertigen, um eine erfolgreiche Loslösung der Sünden zu vornehmen zu können. Es gab zwei Bereiche, in die man nach dem Tod übertreten konnte: Sechat-iaru (von den Sünden befreit, ewiges Leben) oder Keku-semau (ewige Finsternis).

Osiris wurde oft mit grüner Haut dargestellt, was auf seine Verbindung zur Fruchtbarkeit und dem Wachstum von Pflanzen hinweist. Außerdem trug er auch eine sogenannte Atef-Krone, die aus einer weißen Krone mit Federn und einem stilisierten Stirnband bestand. Diese Krone symbolisierte königliche Macht und Autorität.

König Sethos I vor dem Gott Osiris, der hier mit Atef Krone dargestellt wird.
König Sethos I vor dem Gott Osiris, der hier mit Atef Krone dargestellt wird.© picture alliance / Eibner-Pressefoto
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Anubis: Gott der Mumifizierung

Anubis zählte, wie auch Osiris, zu den Totengöttern. Er war Teil des Totengerichtes und war für die Mumifizierung und das Abhalten der Totenriten zuständig. Er stand in enger Verbindung zu Osiris und wurde in manchen Mythen sogar als dessen Sohn dargestellt.

Er wird meist als Mensch mit dem Kopf eines Schakals gezeigt und ist in Darstellungen oft neben Toten oder Grabstätten zu finden.

Ein von Relief Gott Anubis am Hathor-Tempel, Ägypten. 
Ein von Relief Gott Anubis am Hathor-Tempel, Ägypten. © IMAGO/Schöning

Horus: Himmelsgott

Horus ist als Kriegs, - Königs und Himmelsgott bekannt und ist in der ägyptischen Mythologie auch der Sohn von Osiris und Isis. Seine Geburt erfolgte nach der Wiederbelebung von Osiris durch Isis.

Es wurde angenommen, dass jeder Pharao eine irdische Repräsentation von Horus sei, daher erhielten diese nach seiner Thronbesteigung einen eigenen "Horusnamen".

Er wird oft als Mensch mit einem Falkenkopf dargestellt.

Relief von Gott Horus, hier dargestellt mit einem Falkenkopf.
Relief von Gott Horus, hier dargestellt mit einem Falkenkopf.© picture alliance / imageBROKER
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Thot: Gott der Schreiber und Schriften

Thot galt als Gott des Wissens und Herrscher der Bücher. Neben seiner Aufgabe, das Wissen zu beschützten, sagt man ihm auch nach, die Sprache erfunden zu haben.

Eine typische Darstellung zeigt ihn als Mensch mit Ibiskopf und einer Schreibfeder in der Hand. Er wird auch als stehender oder hockender Ibis dargestellt, etwas seltener als Mantelpavian.

Relief von Gott Thot mit Ibiskopf und einer Schreibfeder in der Hand.
Relief von Gott Thot mit Ibiskopf und einer Schreibfeder in der Hand.© IMAGO/Schöning

Seth: Gott der Kraft

Seth galt als Gott der Kraft und verkörperte das Böse. Er war der Verursacher von Naturkatastrophen und lauerte den Verstorbenen auf, um ihre Seelen zu ergreifen und ihnen den endgültigen Tod zu bescheren. Laut Mythos tötete er seinen eigenen Bruder Osiris und schlug Horus im Kampf ein Auge aus.

In der Regel wurde Seth als Tier mit einem langen, geschwungenen Schwanz und einem spitzen, aufrechten Kopf dargestellt, der oft eine Mischung aus einem Raubtier und einem Ungeheuer darstellte.

Relief von Horus im Kampf mit Seth (rechts), Horus und Isis (kniend) auf einem Schiff.
Relief von Horus im Kampf mit Seth (rechts), Horus und Isis (kniend) auf einem Schiff.© IMAGO/Kena Images

Bastet: Göttin der Fruchtbarkeit

Bastet war die Göttin der Liebe, Freude und Fruchtbarkeit und war eine Tochter des Sonnengottes Re. Ihre Aufgabe war es, Familien und deren zu Hause zu beschützen.

Häufig wurde sie mit Katzen oder Löwen in Verbindung gebracht, weswegen sie als Frau mit Kopf einer Löwin dargestellt wurde. Katzen wurden in der ägyptischen Kultur als Symbole für Anmut, Unabhängigkeit und Schutz angesehen.

Statue von Göttin Bastet, in Torino Porta Susa.
Statue von Göttin Bastet, in Torino Porta Susa.© IMAGO/YAY Images

Isis: Göttin der Geburt

Isis war dafür zuständig, leidende Wesen zu beschützten, was ihr einen sehr mütterlichen Charakter verlieh. Sie galt aber auch als Schutzgöttin der Familie und der Geburt.

Zugleich hatten die Ägypter:innen aber auch Angst vor ihr, da ihr nachgesagt wurde, Menschen nach ihrem Tod verstummen zu lassen – das war gravierend, denn laut Mythologie mussten tote Seelen vor Eintritt in die Unterwelt ihren Namen sagen, um nicht in die ewige Finsternis zu kommen.

Dargestellt wurde sie oft als Frau mit einem Thronsitz über dem Kopf. Sie hielt oft ein Papyrus-Zepter oder ein Anchkreuz in der Hand.

Hier wurde Göttin Isis mit einem Thronsitz auf ihrem Kopf dargestellt.
Hier wurde Göttin Isis mit einem Thronsitz auf ihrem Kopf dargestellt.© imago images/UIG

Geb: Gott der Erde

Geb wurde als Erdgott verehrt und gilt auch als Element Erde selbst. Nach dem altägyptischen Glauben wuchsen aus seinem Rücken Pflanzen, aus seinen Rippen spross das Getreide und Wasser sprudelte aus seinem Körper. Assoziiert wurde er auch mit Fruchtbarkeit, da die Erde die Quelle des Lebens und des Wachstums war.

Dargestellt wird Geb oft als menschliche Gestalt mit einer Gans auf dem Kopf oder als liegender Mann, der den Himmel mit seinem Körper stützt.

In der Luft ist Göttin Shu, am Boden Gott Geb. 
In der Luft ist Göttin Shu, am Boden Gott Geb. © imago/UIG

Hathor: Göttin der Liebe

Hathor gilt als Göttin der Liebe und Schönheit. Ihre Aufgabe war es, Frauen zu beschützen.

Dargestellt wurde sie oft mit einem Kuhkopf oder zumindest Kuhhörnern, zwischen denen einen Sonnenscheibe liegt.

Relief von Göttin Hathor, die ihren Sohn stillt.
Relief von Göttin Hathor, die ihren Sohn stillt. © IMAGO/Kena Images

Aton: Versuch einer monotheistischen Religion

Mit Aton ist die sichtbare Sonne gemeint. Zu Beginn wurde er nur als untergeordneter Sonnengott angesehen, später wurde er, unter der Herrschaft von Echnaton, zum Hauptgott erhoben und stand dann über allen Wesen. Echnaton führte eine religiöse Revolution durch und hob viele der traditionellen ägyptischen Götter auf. Dies führte zur Einführung des ersten bekannten Monotheismus in der Geschichte Ägyptens.

Aton wird als sichtbare Sonnenscheibe dargestellt, dessen Strahlen herabfallen.

Relief von Akhenaten, dargestellt als als Sphinx, mit Aton links oben.
Relief von Akhenaten, dargestellt als als Sphinx, mit Aton links oben. © imago/UIG

Häufige Fragen zu ägyptischen Gottheiten

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