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Was ist eine Body Dysmorphia?

Der deutsche Fachbegriff für „Body Dysmorphia“ lautet körperdysmorphe Störung oder auch Dysmorphophobie. Dabei handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die durch die übermäßige Beschäftigung mit eingebildeten oder unwesentlichen körperlichen Mängeln gekennzeichnet ist. Daher wird die Störung umgangssprachlich auch oft als Hässlichkeitswahn oder Entstellungsangst bezeichnet. Etwa 1 % bis 3 % der repräsentativen Bevölkerung sind von Dysmorphophobie, welche meist in der Pubertät beginnt, betroffen. Erkrankte werden von Gedanken über ihre imaginären Defizite komplett eingenommen und versuchen, diese um jeden Preis zu kaschieren, von Make-up über gefährliche Diäten bis hin zu Schönheits-OPs. Dabei kann jedes Körperteil zum Feind erklärt werden, meistens handelt es sich aber um Gesichtspartien, Hauteigenschaften oder geschlechtsspezifische Körperteile – beispielsweise eine große Nase, ein zu kleiner Busen, Muttermale oder Körperbehaarung. Die zwanghafte Beschäftigung verschlechtert das psychische Wohlbefinden der Erkrankten immens, wobei die körperdysmorphe Störung in 70 Prozent der Fälle gemeinsam mit einer anderen psychischen Erkrankung, zumeist Depression oder soziale Phobie, auftritt. Auch schränkt die Störung Betroffene zunehmend in allen Lebensbereichen ein, da diese durch ihren eingebildeten Mangel Angst vor Ausgrenzung und Spott durch andere Menschen entwickeln.

Body Dysmorphia – eine psychische Erkrankung
Body Dysmorphia – eine psychische Erkrankung, unter der rund ein bis drei Prozent unserer Bevölkerung leiden. Wir haben die Fakten! © jacoblund

So kann eine Body Dysmorphia entstehen

Welche konkreten Ursachen zu einer Body Dysmorphia führen können, ist bislang unklar. Dennoch zeigen Studien, dass es einige Risikofaktoren gibt, die bei Betroffenen zur Entwicklung der Störung beitragen können (aber eben nicht müssen). Darunterfallen sowohl genetische, soziale als auch psychologische Faktoren wie beispielsweise Serotoninmangel, Mobbingerfahrungen oder psychische Vorerkrankungen.

Auch wer sich in seiner Freizeit oder beruflich häufig mit dem Aussehen des eigenen Körpers auseinandersetzen muss, wie etwa beim Modeln, Schauspielern oder in der Fitnesswelt, kann einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein. Ebenso stehen Medieneinflüsse unter dem Verdacht, Dysmorphophobie zu begünstigen oder zumindest zu verstärken. Das liegt unter anderem daran, dass durch Beauty-Filter und Photoshop auf den sozialen Netzwerken oftmals unrealistische Schönheitsstandards gesetzt werden. Außenstehende können sich dadurch unter Druck gesetzt fühlen, genauso aussehen zu müssen.

„Hässlichkeitswahn“ oder auch „Entstellungsangst“: Fakten über Body Dysmorphia
„Hässlichkeitswahn“ oder auch „Entstellungsangst“ – wir berichten über Body Dysmorphia: Wie die psychische Erkrankung bereits in jungen Jahren entstehen kann und welche Risikofaktoren dazuzählen. © electravk

Die Folgen einer Body Dysmorphia

Betroffene einer körperdysmorphen Störung meiden häufig die Öffentlichkeit und ziehen sich auch in privaten Beziehungen zurück, da sie aufgrund ihres eingebildeten Mangels Angst vor Ablehnung oder sogar Verachtung haben. Die daraus resultierende Einsamkeit wird oft mit Alkohol- und Drogenmissbrauch kompensiert, welcher nicht selten in einer Abhängigkeit gipfelt. Auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Zwänge oder Essstörungen können eine Folge der Störung sein.

Sebastian Stan und die Body Dysmorphia Disorder

Bereits seit 20 Jahren ist Sebastian Stan als Schauspieler tätig – und bereicherte mit seiner Schauspielkunst unter anderem die Kultserie Gossip Girl, die Filmbiografie I, Tonya als auch seit 2011 das Marvel Cinematic Universe als Captain Americas bester Freund Bucky. Seit diesem Jahr ist der 39-Jährige auch im Biopic Pam & Tommy, als Pamela Andersons damaliger Partner Tommy Lee zu sehen. Als Vorbereitung auf die vielen Oben-Ohne-Szenen des Drummers gab Stan gegenüber der US-amerikanischen Zeitschrift Entertainment Weekly an, täglich bis zu 20 000 Schritte gemacht, zwischen 16 und 18 Stunden gefastet und zusätzlich noch gejoggt zu haben. „Ich habe versucht abzunehmen und hatte immer noch das Gefühl, nicht Gewicht verloren zu haben. Leute haben mir gesagt, ich wäre verrückt und hätte Body Dysmorphia – was ich sowieso schon immer hatte“, gibt Stan zu. Durch seinen Beruf muss der Schauspieler immer wieder in neue Rollen schlüpfen – was häufig eine Körpertransformation erfordert. Der gebürtige Rumäne spricht von dem Druck, seinen Körper rechtzeitig in Form zu bringen und wie jedes Projekt einen neuen Maßstab setzt. Kein Wunder, auch Schauspielkolleg:innen wie Lili Reinhart und Robert Pattinson oder Sängerin Billie Eilish haben bereits über ihre Body Dysmorphia gesprochen. Denn wer im Rampenlicht steht, steht dort immer auch mit dem eigenen Körper.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Body Dysmorphia

Wer an Body Dysmorphia erkrankt ist, meint, an einem äußeren Mangel zu leiden. Da liegt der Wunsch nach dessen Beseitigung natürlich nahe: Männliche Betroffene neigen zu exzessiven Sporteinheiten und anabolen Steroiden, also Doping für den Körper, während weibliche Betroffene eher zu plastischer Chirurgie tendieren. Leider heilt nichts davon eine Körperbildstörung, da es sich um eine psychische Erkrankung handelt. In jedem Fall ist eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung ratsam, bei der geklärt werden kann, welche möglichen Ursachen die Störung bei den Betroffenen ausgelöst hat und wie man diese wirksam behandeln kann.

Diagnose Body Dysmorphia: Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Diagnose Body Dysmorphia: Welche Behandlungsmethoden gibt es? Was sagen Betroffene? Im Beauty-Artikel lest ihr mehr.   © FG-Trade

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