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Psychologie & Liebe

Psychologie: Typische Verhaltensweisen von Menschen, die Angst haben, allein zu sein

  • Aktualisiert: 27.10.2023
  • 15:22 Uhr
  • Elisa Ascher
Die Angst vor dem Alleinsein kann an uns nagen: Steckt die Furcht vor der Einsamkeit hinter deinen gescheiterten Bindungen?
Die Angst vor dem Alleinsein kann an uns nagen: Steckt die Furcht vor der Einsamkeit hinter deinen gescheiterten Bindungen?© SHOTPRIME STUDIO - stock.adobe.com

Aus der Angst vor Einsamkeit gehen viele Beziehungen ein, die eigentlich gar nicht guttun. Wie du dich davor schützen kannst, erfährst du hier!

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die extreme Angst vor dem Alleinsein heißt Autophobie.

  • Sollte die Angst nicht nur Selbstarbeit gelöst werden können, ist professionelle Hilfe gefragt.

  • Löse dich von toxischen Beziehungen.

  • Suche dir spaßige und bereichernde Solo-Aktivitäten.

Angst vor dem Alleinsein: Der Grund wieso Beziehungen ständig scheitern

Menschen sind soziale Wesen und brauchen körperliche sowie emotionale Nähe. Aus verschiedenen Gründen ist es zwar wichtig, sich auch ausreichend Zeit für sich selbst zu nehmen, doch im Grunde ziehen wir die Anwesenheit anderer in der Regel vor. Wir sind täglich von Kolleg:innen, Familie, Freund:innen oder unseren Partner:innen umgeben und können uns so auf den unterschiedlichsten sozialen Ebenen austauschen. Doch was ist, wenn unser Sozialleben in der Angst mündet, alleine zu sein und wir anfangen alles dafür zu tun, dass das nicht eintritt?

Die Angst vor dem Alleinsein begleitet viele Menschen in ihrem Alltag, bewusst oder unbewusst. Nicht ohne Grund bleiben Paare zusammen, die sich um ihr eigenes Glück Willen schon längst hätten trennen sollen. Nicht ohne Grund wird an Freundschaften oder Partnerschaften festgehalten, die eigentlich toxisch sind. Das kann sogar für Familienmitglieder gelten. Und so wird schnell aus einer eigentlich guten Sache - nämlich der Verbundenheit zu anderen und gegenseitiger Liebe - schnell eine Abwärtsspirale, in der sich Menschen vollkommen selbst verlieren können. 

Eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt, das persönliche Wohlbefinden vernachlässigt und die Prioritäten soweit verschoben, dass am Ende nicht mehr viel Gutes übrigbleibt. Es kann ebenso dazu führen, sich selbst die Chance auf eine erfüllende Partnerschaft auf Augenhöhe zu nehmen. Denn wie sollen wir herausfinden, wer eigentlich die richtige Person für uns ist, wenn wir uns nicht die Zeit dafür nehmen und uns stattdessen von einer nächstbesten Beziehung in die andere stürzen?

Du fragst dich, ob du die wahre Liebe wirklich schon gefunden hast? An diesen Anzeichen erkennst du es. Wie du deinen Seelenpartner ganz leicht erkennen kannst, verraten wir dir hier. 

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Wenn die Angst vor dem Alleinsein gefährlich wird

Durch die Angst vor dem Alleinsein verbauen wir uns nicht nur die Chance zu unserem eigenen Liebesglück, sondern tun uns selbst nichts Gutes damit. Manchmal wird die Angst sogar so groß, dass sie sich zu einer richtigen psychischen Krankheit entwickelt. Diese nennt sich Autophobie. Dabei handelt es sich um das ständige Bedürfnis, unter Menschen zu sein und es so zu vermeiden, Zeit mit uns allein zu verbringen. Betroffene müssen ständig beschäftigt sein und werden von negativen Gefühlen nur so überschüttet, wenn sie dann doch mal alleine sind. Zudem kann es von der Angst begleitet werden, auf Ablehnung anderer zu stoßen und sich nicht zugehörig zu fühlen. Ein weiteres Symptom ist die extreme Verlustangst. In Beziehungen führt das nicht selten dazu, dass stark an der anderen Person geklammert und die eigenen Bedürfnisse aus den Augen verloren werden. 

Des Weiteren gibt es auch körperliche Symptome. Solltest du folgende Symptome bei dir wieder erkennen, ist schleuniges Handeln angesagt:

  • starkes Schwitzen
  • hoher Blutdruck / schneller Herzschlag
  • schnelle Atmung
  • Übelkeit
  • Panikattacken

Diese Symptome und die Angst vor dem Alleinsein können in der Regel nur mit professioneller Hilfe gelöst werden. Aber auch die "abgeschwächte Version" von dieser Angst ist gefährlich. Kompromisse gehören in Beziehungen dazu. Jedoch solltest du deine eigenen Bedürfnisse nicht ständig hinten anstellen. Viele Menschen leben in unglücklichen und unbefriedigenden Beziehung mit dem Gedanken, dass das immer noch besser wäre als alleine zu sein. Sie vergessen, wer sie sind, vergessen ihre Sehnsüchte und bleiben auf der Stelle stehen. Das macht langfristig extrem unglücklich. 

Das Einzige was hilft ist, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen und zu erkennen, dass du die schönste Zeit auch dann haben kannst, wenn du sie nur mit dir selbst verbringst. Zudem ist genau das auch die Basis einer gesunden, stabilen und glückbringenden Partnerschaft. Nur wenn dir klar machst, dass du dich immer auf dich selbst verlassen kannst und dein Glück nicht von anderen abhängig ist, kannst du dein persönliches (Liebes-)Glück finden. Du wirst merken, dass du eine andere Art von Mensch anziehst und endlich all die Negativität abschüttelst, die dich solange begleitet hat. Doch wie kann das gelingen? Wie lernen wir, dass wir uns selbst genug sind? 

Du willst im Alltag sofort selbstbewusster wirken? Hier verraten wir dir, wie dir das ganz leicht gelingt.

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So lernst du, alleine zu sein

1. Hinterfrage deine aktuellen Beziehungen

... und zwar alle, sowohl auf romantischer als auch platonischer Ebene. Warum sind diese Menschen Teil deines Lebens? Tun sie dir gut? Verbringst du wirklich gerne Zeit mit ihnen? Du kannst beispielsweise auch eine Liste dafür anfertigen, denn das hilft, dir einen konkreten Überblick darüber zu machen, wer zurecht Teil deines Lebens ist und mit wem du nur Zeit verbringst, um nicht alleine sein zu müssen.

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2. Hinterfrage den Grund deiner Angst

Wie bei vielen anderen Dingen auch, liegt die Ursache für die Angst vor dem Alleinsein häufig in der Kindheit sowie der Beziehung zu einem oder beiden Elternteilen. Zudem können auch andere traumatische Erlebnisse dazu geführt haben, dass sich diese Angst entwickelt hat oder auch toxische Beziehungen, die dein Selbstwertgefühl extrem mindern. Egal wie ausgeprägt diese Angst zurzeit bei dir sein sollte: Wenn du das Gefühl hast, nicht alleine da wieder herauszukommen, suche dir professionelle Hilfe und gehe zur Therapie. Frühes Eingreifen kann sehr hilfreich sein! Vertraue dich außerdem engen Bezugspersonen an und öffne dich ihnen. Du bist mit deiner Angst nicht alleine.

3. Baue dein Selbstwertgefühl auf

Das ist immer leichter gesagt als getan. Du kannst allerdings aktiv daran arbeiten, auch wenn der Weg lang ist. Setze dich mit deinen positiven Eigenschaften auseinander, finde heraus, warum es toll ist, mit dir selbst Zeit zu verbringen und mache dir bewusst, dass dein Glück nicht von anderen abhängig ist. Es ist unabdingbar zu erkennen, dass du dir selber genug bist und dass du besser den Kontakt zu Menschen abbrichst, bei denen du nicht du selbst sein kannst oder die dich permanent runterziehen. 

Auch interessant: Hier gibt es noch mehr Tipps, die dir dabei helfen, Selbstliebe zu lernen. Die Tipps reichen dir nicht? Dann probiere doch mal unsere Übungen zum Thema Selbstliebe aus. 

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Allein zu sein, kann herausfordernd sein. Geht's dir auch so, dass du dich in manchen Momenten einsam fühlst? Dabei ist es so wertvoll, Zeit mit sich selbst zu genießen. Was dir helfen könnte, deine eigene Gesellschaft noch mehr zu schätzen.

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4. Plane regelmäßige Solo-Aktivitäten

Zeit mit dir selbst zu verbringen bedeutet, dir selbst etwas Gutes zu tun. Suche dir Aktivitäten, die dir helfen, aus deiner Komfortzone herauszukommen, aber natürlich ohne dich dabei gleich zu sehr zu überfordern. Wie wäre es damit, dir etwas Leckeres zu kochen oder zu bestellen und Filme zu schauen? So kannst du klein anfangen. Wenn du lieber rausgehen möchtest, gibt es ebenso zahlreiche Unternehmungen, die du machen kannst. Dabei kommt es nicht immer nur darauf an, wirklich alleine zu sein. Sich in ungewohnte Situationen mit unbekannten Menschen zu begeben, kann dir dabei helfen, die Angst zu lösen und dich an andere Personen nicht mehr so festzuklammern. Hier ein paar Ideen für dein nächstes Solo-Date:

  • Malen
  • Journal schreiben
  • Kino
  • Museum
  • Restaurant / Café
  • Konzert
  • Fahrradtour
  • Shopping-Tour
  • Bibliothek
  • Freiwilligendienst
  • Tagesausflug
  • Touristenattraktionen
  • Theater
  • Spaziergänge
  • Kurs buchen (Sprachen oder Kreatives)
  • Neue Rezepte ausprobieren

Schaue, worauf du Lust hast und entdecke neue Seiten an dir! Du denkst, es ist komisch, alleine im Restaurant zu sitzen? Das verstehen wir gut. Du wärst allerdings überrascht, wie viel Spaß das machen kann und wie viele anderen Menschen das auch tun. Gedanken, dass andere über dich reden und glauben, dass du beispielsweise keine Freund:innen hast, finden nur in deinem Kopf statt. Löse dich davon und genieße die Me-Time!

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