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Jahrhundert-Ereignis

Zikaden: Warum den USA eine gigantische Insekten-Plage bevorsteht

  • Aktualisiert: 18.04.2024
  • 15:41 Uhr
  • Alena Brandt
Dieses Jahr wird es in den USA besonders viele Zikaden geben. So viele, wie seit über 200 Jahren nicht mehr.
Dieses Jahr wird es in den USA besonders viele Zikaden geben. So viele, wie seit über 200 Jahren nicht mehr.© Getty Images

Im Frühjahr erwartet die USA eine gewaltige Insektenplage durch gleich zwei Generationen der rotäugigen Zikaden. Die "Brut XIII" und "Brut XIX" krabbeln aus dem Boden, um sich zu paaren. Das gab es zuletzt zu Napoleons Zeiten.

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Das Wichtigste zum Thema Zikaden

  • Nordamerikanische Singzikaden werden rund zwei Zentimeter groß und fallen durch ihre roten Augen auf. Die Insekten sind für Menschen ungefährlich.

  • Die Zikaden schlüpfen als Larven 20 bis 30 Zentimeter tief in den Boden und ernähren sich von Wurzelsaft.

  • Erreicht die Bodentemperatur im Frühjahr etwa 18 Grad, krabbeln die Zikaden hervor und gehen auf Partnersuche.

  • Im Jahr 1803 begaben sich zum letzten Mal zwei Zikaden-Bruten gleichzeitig zur Paarung. Dieses Jahr ist es wieder so weit. Die bevorstehende Zikadenplage wird auf über eine Billion Insekten geschätzt.

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Zikaden: So wirkt sich die Insekten-Plage auf die Natur aus

🇺🇸 Zwischen Washington D.C. und New Jersey krabbeln Ende April Billionen Zikaden aus dem Boden: Die Brut XIII und die Brut XIX begeben sich dann auf Partnersuche.

💕 Rund vier bis sechs Wochen dauert die Paarungszeit. Dann legen die Weibchen die Eier - und sterben. Die Männchen sterben schon bei der Paarung.

🦗 Zikaden der Brut XIII graben sich alle 17 Jahre an die Oberfläche. Die Tiere der Brut XIX alle 13 Jahre. In diesem Jahr gibt es eine besondere Konstellation: Die Perioden beider Bruten fallen zusammen - das passiert nur alle 221 Jahre

🐿️ Die Zikaden-Zeit ist wie ein All-you-can-eat-Buffet für Eichhörnchen, Mäuse, Vögel und Waschbären.

🌱 Die gegrabenen Tunnel durchlüften den Boden. Nach der Paarung dienen die gestorbenen Insekten den Pflanzen außerdem auch als Dünger.

😋 Können wir die auch essen? Ja. In den USA tauschen die Menschen in den sozialen Medien ihre Zikaden-Rezepte und veranstalten kulinarische Zikaden-Feste.

🔊 Übrigens: Die männlichen Insekten brummen so laut wie ein Rasenmäher. So locken sie ihre Angebeteten an. Sie besitzen Trommel-Organe (Tymbalen) am Hinterleib. Damit produzieren sie verschiedene Geräusche (siehe Video).

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Diese Tiere vergraben sich wie Zikaden im Boden

Der Schildkrötenfrosch nutzt seine Beine, um kopfüber im Erdboden Löcher von etwa 1,15 m Tiefe zu graben. In diesen Vertiefungen legt er bis zu 38 große Eier mit einem Durchmesser von 7,4 mm ab. Die Eiablage erfolgt während intensiver Regenfälle. Das Kaulquappenstadium durchläuft er nicht im Wasser, sondern unter der Erde innerhalb der Eihülse.
Der Schildkrötenfrosch nutzt seine Beine, um kopfüber im Erdboden Löcher von etwa 1,15 m Tiefe zu graben. In diesen Vertiefungen legt er bis zu 38 große Eier mit einem Durchmesser von 7,4 mm ab. Die Eiablage erfolgt während intensiver Regenfälle. Das Kaulquappenstadium durchläuft er nicht im Wasser, sondern unter der Erde innerhalb der Eihülse.© IMAGO / agefotostock
Flirt-Flug im Juni: Die Käfer fliegen zur Paarung aus. Das Männchen stirbt danach, das Weibchen legt die Eier in den Boden.
Flirt-Flug im Juni: Die Käfer fliegen zur Paarung aus. Das Männchen stirbt danach, das Weibchen legt die Eier in den Boden.© Getty Images
Komischer Kauz! Er kann fliegen - und wohnt trotzdem in ein Meter tiefen Bodenhöhlen: der Kaninchenkauz. Er lebt vornehmlich in Halbwüsten und Steppen.
Komischer Kauz! Er kann fliegen - und wohnt trotzdem in ein Meter tiefen Bodenhöhlen: der Kaninchenkauz. Er lebt vornehmlich in Halbwüsten und Steppen.© Getty Images
Der Schildkrötenfrosch nutzt seine Beine, um kopfüber im Erdboden Löcher von etwa 1,15 m Tiefe zu graben. In diesen Vertiefungen legt er bis zu 38 große Eier mit einem Durchmesser von 7,4 mm ab. Die Eiablage erfolgt während intensiver Regenfälle. Das Kaulquappenstadium durchläuft er nicht im Wasser, sondern unter der Erde innerhalb der Eihülse.
Flirt-Flug im Juni: Die Käfer fliegen zur Paarung aus. Das Männchen stirbt danach, das Weibchen legt die Eier in den Boden.
Komischer Kauz! Er kann fliegen - und wohnt trotzdem in ein Meter tiefen Bodenhöhlen: der Kaninchenkauz. Er lebt vornehmlich in Halbwüsten und Steppen.
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Geschmacks-Sache: Würziges Zikaden-Popcorn

Zikaden gelten in vielen Kulturen weltweit als Delikatesse. Sie ähneln Shrimps in der Größe. Der Geschmack soll eher mild sein. In den USA sind Zikaden-Rezepte gerade ein Hype. Selbst die Washington Post macht mit. Die Tageszeitung empfiehlt, die Zikaden abends zu fangen und über Nacht ins Gefrierfach zu legen. Dann werden sie mariniert und in Öl frittiert. Fertig ist das Zikaden-Popcorn! Lecker? Das bleibt wohl Geschmacksache. Hier kannst du noch mehr zum Thema Insekten in Lebensmitteln erfahren.

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Wir lüften die häufigsten Insekten-Mythen im Video

Zikaden: 17 Jahre im Untergrund

  • Zikaden sind in den USA heimisch. Daher ist der Begriff Invasion im Zusammenhang mit ihnen nicht korrekt.
  • Die einzelnen Populationen sind mit römischen Ziffern benannt. 
  • Unklar ist derzeit noch, ob sich die Tiere aus unterschiedlichen Bruten miteinander paaren und möglicherweise neue Arten oder sogar Bruten entstehen.
  • Auch suchen Wissenschaftler:innen noch immer nach einer Antwort auf die Frage: Warum warten die periodischen Zikaden so viele Jahre unter der Erde, bis sie sich an die Oberfläche graben? Das gibt es so nur in den USA.
Die Karte zeigt die verschiedenen Zikaden-Populationen im Osten der USA.
Die Karte zeigt die verschiedenen Zikaden-Populationen im Osten der USA.© US Forest Service
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