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Meeres-Lebewesen

Walhaie: Darum sind die größten Fische der Welt so besonders

  • Veröffentlicht: 08.05.2024
  • 05:00 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau
Walhaie sind sanfte Riesen. Gefährlich sind sie für uns Menschen niht.
Walhaie sind sanfte Riesen. Gefährlich sind sie für uns Menschen niht.© imago images/Nature Picture Library

Sie sind die Riesen der Ozeane. Walhaie erreichen eine Größe von mehr als 15 Metern und ein Gewicht von mehreren Tonnen. Wie ausgeklügelt ihre Lebensweise ist und warum der Massen-Tourismus eine Bedrohung für die sanften Riesen ist. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Walhai zählt zu den Haien, ist aber so groß wie ein Wal.  Er ist nicht nur der größte Hai, sondern auch der größte Fisch der Welt.

  • Mit Größen von mehr als 15 Metern und mehreren Tonnen Gewicht sind sie so lang und schwer wie ein Schulbus.

  • Sind Walhaie gefährlich? Nein. Die Fische sind friedliche Plankton-Fresser. Tauche ein in die Welt der gemächlichen Giganten.

Inhalt

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Grafik: Der Walhai im Steckbrief

Fakten zum Walhai
Fakten zum Walhai© Galileo

Größen-Rekord: 18,8 Meter
Gewichtsrekord: 36 Tonnen
Normal-Größe: 14,5 Meter (Weibchen), 9 Meter (Männchen)
Alter: 70 bis 100 Jahre
Vorkommen: weltweit in fast allen (sub)tropischen Meeren
Lieblingstemperatur: 21 bis 25 Grad
Ernährung: Plankton
Status: stark gefährdet
Wal oder Hai? Zählt zu den Haien, ist aber so groß wie ein Wal

Spannende Kakten zu Walhaien

✌🏽Jeder Walhai hat ein individuelles Fleckenmuster. In der Forschung hilft es wie ein Fingerabdruck dabei, die Fische zu bestimmen.

🌎 Walhaie legen unfassbar weite Wanderungen zurück. Ein mit einem GPS-Sender versehenes Weibchen schwamm einmal quer durch den Pazifik – und legte dabei mehr als 20.000 Kilometer zurück.

🚡Dabei lassen es die Riesen stets gemächlich angehen: Walhaie gondeln im Schnitt mit vier km/h durch die Ozeane.

👶🏼 Walhaie sind lebend gebärend. Sie legen also keine Eier, sondern bringen bereits fertig entwickelte Jungtiere zur Welt.

🌊 Baby-Walhaie sind bei ihrer Geburt schon 60 Zentimeter lang. Von rund 300 Nachkommen erreichen aber nur etwa zehn Prozent das Erwachsenenalter, also 30 Tiere pro Geburt.

🦷 Walhaie haben 3.000 Mini-Zähne, mit denen sie Plankton zermalmen können. Sie sind kleiner als einen Zentimeter.

⬇️ Walhaie schwimmen meist nahe der Oberfläche, um dort Plankton zu fressen. Dank GPS-Sendern weiß man aber, dass sie auch auf bis zu 1.000 Meter Tiefe abtauchen können.

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Gefährlich für Walhaie: der Massen-Tourismus

Tourist:innen schnorcheln vor Oslob auf den Philippines mit einem Walhai. Oftmals "jagen" die Badenden die Tiere regelrecht, berühren sie und machen Selfies mit ihnen.
Tourist:innen schnorcheln vor Oslob auf den Philippines mit einem Walhai. Oftmals "jagen" die Badenden die Tiere regelrecht, berühren sie und machen Selfies mit ihnen.© imago images/VWPics

Schwimmen und Schnorcheln mit Walhaien wird immer beliebter. Hotspots sind Holbox in Mexiko und Oslob auf den Philippinen. Das Problem: Teils werden die Walhaie von den Tour-Anbieter:innen angefüttert. Sie setzen dann ihre natürlichen Wanderungen mit dem Plankton nicht fort. Umweltschützer:innen befürchten sogar, dass die Walhaie durch das Massenangebot an Futter aus lauter Bequemlichkeit nicht in ihre Fortpflanzungs-Gebiete weiterziehen – mit Folgen für ihre Arterhaltung. Außerdem werden oft viel zu viele Menschen mit den Walhaien ins Wasser gelassen.

Worst Case Szenario: Die Tiere werden mit Booten gerammt, angefasst und geradezu von knipsenden Tourist:innen umzingelt. Für die Walhaie bedeutet das großen Stress und Verletzungsgefahr. Nachhaltigkeit und Ethik sind hierbei umso wichtiger. Unten findest du Tipps für tierfreundliche Alternativen zum Massen-Walhai-Tourismus.

Nachhaltiges Walhai-Watching auf den Philippinen: Vor der Küste von Southern Leyte kann man im kleinen Rahmen mit lokalen Fischer:innen mit Glück Walhaie  beobachten. Sichtungen sind nicht immer garantiert, doch dafür erklären die Locals des Projekts "Kasaka" Wissenswertes zum Schutz der Tiere. Die philippinische Meeresschutz-Organisation "Lamave" kooperiert mit den Einheimischen vor Ort. Auf der Webseite von "Lamave" findest du noch mehr Infos zum Schutz der Tiere.

Nachhaltiges Walhai-Watching in Mexiko: Der World Wide Fund for Nature (WWF) leitet in Mexiko Schutz-Projekte, um nachhaltigen Walhai-Tourismus zu fördern. Auf der Webseite des WWF findest du weitere Infos zu den Walhai-Schutz-Projekten.

Der Walhai ist ein mobiles Ökosystem

Ein Walhai und seine mobile "WG": Ein Schwarm gelber Goldmakrelen und Schiffshalter (Putzerfische), die am Bauch des Riesen snacken.
Ein Walhai und seine mobile "WG": Ein Schwarm gelber Goldmakrelen und Schiffshalter (Putzerfische), die am Bauch des Riesen snacken.© imago images/Nature Picture Library

Per Anhalter durch den Ozean – viele Meeresbewohner nutzen die Giganten als bequeme Mitfahrgelegenheit. Ein Walhai kommt selten allein, denn ihn begleiten teils ganze Schwärme von kleineren Fischen und sogenannten "Schiffshaltern", die den Walhai putzen. Er lebt mit diesen kleinen Mitbewohnern in Symbiose: Sie fressen Algenbewuchs und Parasiten von der Haut des Giganten, dafür genießen sie Schutz, Mobilität und ein All-You-Can-Eat-Buffet.

Im Clip: Die Hai-Hypnotiseurin

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Die Geheimnisse des Walhais

❓Bis heute weiß niemand, wie und wo sich die Walhaie fortpflanzen.

❓Wo und in welchen Tiefen die Jungtiere ihre ersten Lebensjahre verbringen? Ein weiteres Rätsel.

❓Auch die genauen Wanderungen der Walhaie lassen sich nur erahnen.

❓Der Bestand der Walhaie liegt ebenfalls im Dunkeln. Schätzungen gehen von insgesamt rund 200.000 Walhaien weltweit aus.

Häufige Fragen zum Walhai

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