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Versunkene Städte: Welche Zivilisationen du auf dem Meeresgrund finden kannst

  • Veröffentlicht: 06.08.2022
  • 20:45 Uhr
  • Sven Hasselberg
Article Image Media
© picture-alliance/ dpa | epa ANA Greek Culture Ministry

Der Mythos von Atlantis ist weltweit bekannt. Doch auf dem Grund der Meere liegen auch echte Städte. Wir stellen dir ihre spannende Geschichte vor. Im Clip: Die versunkene Stadt Rungholt in der Nordsee

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Das Wichtigste zum Thema Versunkene Städte

  • Sturmfluten, Erdbeben, Hochwasser oder Tsunamis – Küstenstädte leben gefährlich. Rungholt in Schleswig-Holstein, das griechische Helike oder Port Royal auf Jamaika - die Naturgewalten rissen sie ins Meer.

  • Wenige versanken langsam, da der Meeresspiegel sich hob. Die meisten sind eigentlich nicht versunken, sondern wurden an einem Tag weggespült - und mit ihnen die Bewohner:innen und ihr gesamtes Hab und Gut. Viele von ihnen waren florierende Hafenstädte und wohlhabende Handels-Knotenpunkte.

  • Deshalb finden sich noch heute Artefakte auf dem Meeresboden. Krüge, Münzen, Säulen, Häuser, Tempel bezeugen die Zivilisationen und werden von Archäolog:innen geborgen. Von den sagenhaften Städten Atlantis oder Vineta gibt es hingegen nicht ein einziges Fundstück.

  • Willst du mehr über Städte auf dem Grund der Meere, ihre Geschichten und die Tragödien ihres Untergangs erfahren?Lies weiter. Außerdem erklären wir dir die spannende Arbeit der Unterwasserarchäolog:innen.

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Städte auf dem Grund der Meere

Die Weltkarte zeigt, wo die Städte über die wir berichten, im Meer versanken und wann sie untergingen.
Die Weltkarte zeigt, wo die Städte über die wir berichten, im Meer versanken und wann sie untergingen.© Galileo

Versunkene Städte - Von den Fluten verschlungen

Villa Epecuén in Argentinien: Am 10. November 1985 ließen unglaubliche Regenfälle das Wasser des naheliegenden Sees anschwellen, bis die Stadt schließlich darin versank und gut 25 Jahre überflutet blieb.
Villa Epecuén in Argentinien: Am 10. November 1985 ließen unglaubliche Regenfälle das Wasser des naheliegenden Sees anschwellen, bis die Stadt schließlich darin versank und gut 25 Jahre überflutet blieb. © picture alliance - Photo Alto - Pablo Camacho
Port Royal auf Jamaika: Im Juni 1692 erschütterte ein Erdbeben Jamaika und der darauffolgende Tsunami riss Port Royal ins Meer. Von den gut 10.000 Einwohner:Innen soll ein Drittel sofort gestorben sein.
Port Royal auf Jamaika: Im Juni 1692 erschütterte ein Erdbeben Jamaika und der darauffolgende Tsunami riss Port Royal ins Meer. Von den gut 10.000 Einwohner:Innen soll ein Drittel sofort gestorben sein. © Imago - Ken Welsh
Pavlopetri in Griechenland: Warum und wie sich die Stadt gut 1.000 vor Christus absenkte, ist nicht ganz klar. Forschende gehen aber davon aus, dass auch hier ein Erdbeben schuld war.
Pavlopetri in Griechenland: Warum und wie sich die Stadt gut 1.000 vor Christus absenkte, ist nicht ganz klar. Forschende gehen aber davon aus, dass auch hier ein Erdbeben schuld war. © picture-alliance/ dpa | epa ANA Greek Culture Ministry
Rungholt in Friesland: Die große Sturmflut von 1362 wurde der Stadt zum Verhängnis. Sie trägt den schauerlichen Namen "Grote Mandränke". Sämtliche Deiche brachen. Tausende ertranken. Rungholt wurde komplett ins Meer gerissen.
Rungholt in Friesland: Die große Sturmflut von 1362 wurde der Stadt zum Verhängnis. Sie trägt den schauerlichen Namen "Grote Mandränke". Sämtliche Deiche brachen. Tausende ertranken. Rungholt wurde komplett ins Meer gerissen.© picture alliance / dpa | Wolfgang Runge
Thonis-Heraklaion in Ägypten: Ein Erdrutsch riss die Stadt im 2. bis 3. Jahrhundert vor Christus ins Meer. Bis dahin war sie der wichtigste Hafen mit Verbindungen nach Griechenland.
Thonis-Heraklaion in Ägypten: Ein Erdrutsch riss die Stadt im 2. bis 3. Jahrhundert vor Christus ins Meer. Bis dahin war sie der wichtigste Hafen mit Verbindungen nach Griechenland. © imago - BILL GREENBLATT
Alt-Khambat in Indien: Im Golf von Khambhat, unweit der indischen Stadt Dwarka (Foto), gut 30 Kilometer vor der Küste, haben Forschende die versunkene Stadt entdeckt. Wie, wann und warum sie genau auf dem Meeresboden landete, ist ebenso unklar.
Alt-Khambat in Indien: Im Golf von Khambhat, unweit der indischen Stadt Dwarka (Foto), gut 30 Kilometer vor der Küste, haben Forschende die versunkene Stadt entdeckt. Wie, wann und warum sie genau auf dem Meeresboden landete, ist ebenso unklar.© GettyImages- Kandarp Gupta
Helike in Griechenland: Das Foto zeigt den Golf von Korinth bei Patras. Eine Flutwelle riss die Stadt 373 vor Christus mit einem Erdrutsch ins Meer. Auch hier ähneln die Beschreibungen mit einem vorherigen Erdbeben wohl einem Tsunami.
Helike in Griechenland: Das Foto zeigt den Golf von Korinth bei Patras. Eine Flutwelle riss die Stadt 373 vor Christus mit einem Erdrutsch ins Meer. Auch hier ähneln die Beschreibungen mit einem vorherigen Erdbeben wohl einem Tsunami. © picture-alliance/ ZB | Peter Zimmermann
Dunwich in Großbritannien: Die Stadt in Suffolk wurde Opfer von mehreren Flutkatastrophen. Das Foto zeigt die Ruine des Torhauses vom Greyfriars Franziskaner-Kloster.  Schon 1286 und 1326 oder 1328 sollen erste Sturmfluten den Hafen ins Meer gerissen haben.
Dunwich in Großbritannien: Die Stadt in Suffolk wurde Opfer von mehreren Flutkatastrophen. Das Foto zeigt die Ruine des Torhauses vom Greyfriars Franziskaner-Kloster. Schon 1286 und 1326 oder 1328 sollen erste Sturmfluten den Hafen ins Meer gerissen haben. © GettyImages-ezinigami
Villa Epecuén in Argentinien: Am 10. November 1985 ließen unglaubliche Regenfälle das Wasser des naheliegenden Sees anschwellen, bis die Stadt schließlich darin versank und gut 25 Jahre überflutet blieb.
Port Royal auf Jamaika: Im Juni 1692 erschütterte ein Erdbeben Jamaika und der darauffolgende Tsunami riss Port Royal ins Meer. Von den gut 10.000 Einwohner:Innen soll ein Drittel sofort gestorben sein.
Pavlopetri in Griechenland: Warum und wie sich die Stadt gut 1.000 vor Christus absenkte, ist nicht ganz klar. Forschende gehen aber davon aus, dass auch hier ein Erdbeben schuld war.
Rungholt in Friesland: Die große Sturmflut von 1362 wurde der Stadt zum Verhängnis. Sie trägt den schauerlichen Namen "Grote Mandränke". Sämtliche Deiche brachen. Tausende ertranken. Rungholt wurde komplett ins Meer gerissen.
Thonis-Heraklaion in Ägypten: Ein Erdrutsch riss die Stadt im 2. bis 3. Jahrhundert vor Christus ins Meer. Bis dahin war sie der wichtigste Hafen mit Verbindungen nach Griechenland.
Alt-Khambat in Indien: Im Golf von Khambhat, unweit der indischen Stadt Dwarka (Foto), gut 30 Kilometer vor der Küste, haben Forschende die versunkene Stadt entdeckt. Wie, wann und warum sie genau auf dem Meeresboden landete, ist ebenso unklar.
Helike in Griechenland: Das Foto zeigt den Golf von Korinth bei Patras. Eine Flutwelle riss die Stadt 373 vor Christus mit einem Erdrutsch ins Meer. Auch hier ähneln die Beschreibungen mit einem vorherigen Erdbeben wohl einem Tsunami.
Dunwich in Großbritannien: Die Stadt in Suffolk wurde Opfer von mehreren Flutkatastrophen. Das Foto zeigt die Ruine des Torhauses vom Greyfriars Franziskaner-Kloster.  Schon 1286 und 1326 oder 1328 sollen erste Sturmfluten den Hafen ins Meer gerissen haben.
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Meeresarchäologie - Mehr als nur Schatzsuche

In Ländern wie Dänemark, den USA oder Großbritannien gibt es eigene Studiengänge für Meeres-Archäologie. In Deutschland müssen interessierte Archäolog:innen während ihres Studiums eine Zusatzausbildung zum Forschungs-Tauchenden absolvieren.

Die Meeres-Archäologie konzentriert sich hauptsächlich auf zwei Sparten. Die Schiffsarchäologie gewährt Einblicke in Wracks, die das Leben an Bord im Moment des Untergangs oft wie eine Zeitkapsel eingeschlossen haben. So erhalten Forschende auch Einblicke in das Leben der jeweiligen Epoche.

Außerdem gibt es den Schwerpunkt der Siedlungs-Archäologie. Diese untersucht Siedlungen, die heute unter Wasser liegen. Oft bieten auch sie einen Einblick in den Alltag vor mehreren Jahrhunderten oder Jahrtausenden. In einigen Regionen gehört auch noch das Untersuchen von Opfergaben dazu, die aus rituellen Gründen vereinzelt ins Meer geworfen wurden.

Die Welt der Meeres-Archäolog:Innen ist eine kleine, aber internationale. Im Vergleich zu den Kolleg:innen an Land gibt es nur ein paar Hände voll, die dafür aber weltweit zum Einsatz kommen können. Willst Du mehr über die Forschung unter Wasser wissen? Das folgende Interview beantwortet dir wichtige Fragen.

Interview mit Meeres-Archäologe Dr. Martin Segschneider

👨🏼‍🔬 Dr. Martin Segschneider ist Leiter des Sachgebietes Küsten- und Meeres-Archäologie vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven. Er koordiniert seit über 20 Jahren Einsätze der Meeres- und Küstenarchäologie.

❓ Welche Schwierigkeiten birgt die Meeres-Archäologie?

❗ Strömungen und Gezeiten gestalten die Arbeit häufig schwierig. Dort unten kann es auch ganz schön trüb und dunkel sein, oder Tiere schwimmen und laufen durchs Bild, wenn wir fotografieren wollen. Je tiefer die Forschenden tauchen, desto gefährlicher wird es. Durch den wenigen Sauerstoff lässt die Konzentration schneller nach. Pro Tag sind vielleicht ein, höchstens zwei Tauchgänge von einer Stunde möglich. Die Touren sind kräftezehrend. Tauchende müssen sehr fit sein.

❓ Welche anderen Fähigkeiten müssen sie mitbringen?

❗ In der Ausbildung lernen die Forschenden besonders die Technik des Bergens. Wie können Artefakte sicher gehoben werden und vor allem, wie werte ich die Funde und Forschungsergebnisse aus. Sie ordnen die Artefakte ein und deuten sie im Zusammenhang mit ihrer Zeit. So müssen sie auch wissen, welche Art von Zersetzung das Wasser mit sich gebracht hat, sich mit der Technik von Forschungs-U-Booten oder Sonar auskennen und vieles mehr.

❓ Konserviert das Wasser die Funde nicht ideal?

❗ Salzwasser greift sie mehr an als Süßwasser. Aber generell gilt, dass es oft besser ist, die Funde unter Wasser zu belassen. An Land zerfallen sie meist rasch. Allerdings ist es ein Problem, dass Hobbytauchende oder Schatzsucher:Innen Wracks plündern. Da herrscht unter Wasser manchmal eine richtige Wild-West-Mentalität. Die Fundstellen müssen unter Schutz gestellt werden. Deshalb sollte man sich als Meeres-Archäolog:In genau überlegen, wem man was erzählt.

❓ Welche Vorteile bringt die Arbeit unter Wasser?

❗ Wir schweben über dem Forschungsobjekt. Uns ist eine Aufsicht und Position garantiert, die wir an Land nicht haben. Dadurch zertreten wir nichts und können uns Funden behutsamer nähern, als das über Wasser möglich wäre.

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Willst du noch mehr über Versunkene Städte erfahren?

Hier findest du die Homepage der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie.

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