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Taliban in Afghanistan: ihre Geschichte, ihre Ziele und ihre Gegner

  • Veröffentlicht: 20.10.2022
  • 20:45 Uhr
  • Sven Hasselberg

Seit August 2021 haben die Taliban erneut die Macht in Afghanistan. Wie entstand die Terror-Miliz, was ist ihr Hintergrund - und wer ist der Sohn des "afghanischen Che Guevaras"? Plant er einen Widerstand wie einst sein Vater? Hier erfährst du mehr.

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Das Wichtigste zum Thema Taliban

  • Déjà-vu: Die Taliban stürmten Mitte der 90er-Jahre schon einmal Afghanistan und die Hauptstadt Kabul. Damals verboten sie so gut wie alles Lebenswerte: Musik, Tanz, Bildung für Frauen - die mussten sich verschleiern. Mehr dazu weiter unten.

  • Wird sich die Schreckensherrschaft der Taliban wiederholen, die bereits von 1994 bis 2001 in Afghanistan herrschte? Die 350.000 afghanischen Militär- und Polizeikräfte konnten den Eroberern wenig entgegensetzen. Die Taliban riefen das Islamische Emirat Afghanistan aus.

  • Aber wer sind die schwer bewaffneten Männer, die binnen weniger Tage die Macht an sich rissen? Ihr Ursprung liegt in den 1970-er Jahren: Sowjetische Truppen besetzten damals gewaltsam Afghanistan und verfolgten Tausende Muslime bis in den Tod.

  • Viele Afghanen, vor allem die Paschtunen aus dem Norden, flüchteten ins Nachbarland Pakistan. "Taliban" heißt so viel wie "Schüler" oder "Student": Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen - oft Kriegswaisen - wurden dort in extrem konservativen Koran-Schulen radikalisiert. Sie kehrten als radikal-islamistische Terrorgruppe nach Afghanistan zurück und fanden in dem zerrissenen Land mehr und mehr Anhänger. Schätzungen von 2020 zufolge haben sie 55.000 bis 85.000 Kämpfer.

  • Das Herrschafts-System der Taliban basiert auf dem religiösen Gesetz der Scharia. Sie ist kein fester Gesetzestext, sondern wird in verschiedenen Staaten der Erde unterschiedlich ausgelegt. Die Taliban verfolgen eine extreme Ausrichtung.

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Wieso konnten die Taliban so schnell die Macht ergreifen?

Ein Grund laut Beobachter:innen: Der abrupte Abzug der internationalen Truppen und die Flucht der eigenen Regierung im August 2021 raubten den afghanischen Soldaten und Polizisten die Kraft für den Widerstand.

Wie im ganzen Land bündeln sich verschiedene Ethnien in den Streitkräften, die sich im Staat nicht wirklich repräsentiert sehen. Dies führte auch zu einer Spaltung des Landes - und machte es den Taliban leichter, die Macht an sich zu reißen.

Nach der Machtübernahme der Taliban evakuierte die Bundeswehr unter anderem afghanische Ortskräfte und deutsche Staatsangehörige. Über 5.000 schutzbedürftige Personen sind so aus Kabul ausgeflogen worden - Kritiker:innen meinen: zu wenige.

Mullah Baradar: Gesicht der Taliban - und stellvertretender Regierungschef

Abdul Ghani Baradar gilt als das politische Gesicht der Taliban. Er ist einer ihrer Mitbegründer und wichtigsten Führer.

Im September 2021 gaben die Taliban bekannt, dass er einer der beiden Stellvertreter des Vorsitzenden der Minister würde. Dieses Amt, das einem Premierminister nahekommt, bekleidet Mohammed Hassan Akhund - ebenfalls ein Mitgründer der Taliban.

Das Foto zeigt Abdul Ghani Baradar 2020 bei Gesprächen zum Abkommen von Doha.
Das Foto zeigt Abdul Ghani Baradar 2020 bei Gesprächen zum Abkommen von Doha.© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Rahmat Gul

Da Abdul Ghani Baradar oft als "moderat" angesehen wurde, verhandelten die USA mit ihm als Vertreter der Taliban das "Abkommen von Doha". Darin versicherten die Taliban, keinen Terroristen von Al-Qaida mehr Unterschlupf zu gewähren und Friedensverhandlungen mit der offiziellen Regierung in Kabul zu führen.

Die Amerikaner versicherten wiederum, ihre Truppen abzuziehen. Gut ein Jahr später überrannten die Kämpfer von Mullah Baradar Kabul und stürzten die Regierung.

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Al-Qaida und Taliban - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Unter den Terroristen vom 11. September 2001 in den USA war kein einziger Afghane. Die Terror-Organisation Al-Qaida, die für den Anschlag verantwortlich war, agiert weltweit.

Al-Qaida gründete sich 1988. Viele Mitglieder stammten damals aus den Reihen arabischer Söldner, die für die Befreiung Afghanistans von den Sowjets kämpften. Allerdings waren dies nicht unbedingt Afghanen. Diese radikalen Islamisten gründeten eine international agierende Terrorgruppe, die nicht an ein Land geknüpft war.

Die Taliban hingegen beschränkten ihre Machtausübung auf Afghanistan, bestehen sie doch überwiegend aus dem Volk der Paschtunen aus dem Norden des Landes. Da beide Gruppen gleiche Ideologien teilen, den Westen und die Demokratie ablehnen, arbeiteten sie eng zusammen.

In Afghanistan unter den Taliban entstand Ende der 90er-Jahre ein rechtsfreier Raum, aus dem heraus die Al-Qaida weltweit agieren konnte. So gewährten die Taliban auch Osama Bin Laden, dem Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Unterschlupf.

Wie einst sein Vater: Sohn des "afghanischen Ches" leistet Widerstand gegen die Taliban

Ahmad Massoud Junior (rechts im Bild) hielt im März 2021 in Paris eine Ansprache über seinen gleichnamigen Vater (1953 bis 2001). Er wurde nach seinem Tod durch einen Al-Qaida-Anschlag 2001 zum "Nationalhelden der afghanischen Nation" ernannt.
Ahmad Massoud Junior (rechts im Bild) hielt im März 2021 in Paris eine Ansprache über seinen gleichnamigen Vater (1953 bis 2001). Er wurde nach seinem Tod durch einen Al-Qaida-Anschlag 2001 zum "Nationalhelden der afghanischen Nation" ernannt.© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Christophe Archambault

"Löwe vom Pandschir-Tal", "afghanischer Che Guevara" - Ahmad Massoud (oben links auf dem Bild) wird in vielen Teilen des Landes noch heute als Widerstands-Held verehrt. Er kämpfte erst gegen die Sowjets und später gegen die Taliban.

Wie sein Vater 1998 versammelte Ahmad Massoud Junior (oben rechts auf dem Bild) nach eigenen Angaben Widerstandskämpfer gegen die Taliban im Pandschir-Tal. Die rund 150 Kilometer nordöstlich von Kabul gelegene Provinz ist die einzige nennenswerte Widerstandszone.

Unter den Widerständlern seien auch Angehörige der afghanischen Armee und ihrer Spezial-Einheiten sowie Amrullah Saleh. Der Stellvertreter des geflohenen Präsidenten Ashraf Ghani ernannte sich selbst zum Übergangs-Präsident Afghanistans. Saleh kämpfte bereits unter Massoud Senior gegen die Taliban.

Ahmad Massoud Junior und Amrullah Saleh flohen Ende 2021 aus Afghanistan. Sie leiten aber weiterhin Operationen aus dem Exil. "Ich sterbe lieber, als dass ich mich ergebe", so Massoud Junior. Er forderte den Westen zur Mithilfe auf. Massoud appellierte mit Blick auf weitere Flüchtlinge auch an die Bundesrepublik aktiv zu werden.


Alte sowjetische Panzer stehen im Pandschir-Tal. Es trägt den Beinamen "Tal der Unbesiegbaren". Eingekesselt von den Bergen, gilt es als historische Festung des Widerstands. Es wurde in der Vergangenheit weder von den Sowjets noch von den Taliban eingenommen. In dem Tal leben rund 150.000 Menschen. Wie Massoud gehören die meisten von ihnen der ethnischen Minderheit der Tadschiken an. Die Mehrheit der Taliban zählt hingegen zu den Paschtunen. Zwischen diesen beiden Völkern kommt es schon seit Langem zu Spannungen.

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Haben sich die Taliban geändert? Die Terror-Miliz früher und heute

Das erste Islamische Emirat in Afghanistan

Als die Taliban das erste Mal von 1996 bis 2001 in Afghanistan herrschten, riefen sie das Islamische Emirat aus. Die selbsternannten "Gotteskrieger" errichteten einen Staat, in dem Musik, Tanz und Fernsehen verboten waren. Die Männer mussten Bärte tragen, die Frauen sich mit Burkas vollständig verschleiern. Arbeiten, zur Schule gehen, geschweige denn Studieren war für Frauen verboten. Ohne männliche Begleitung durften sie nicht einmal aus dem Haus.

Demokratische Wahlen und Meinungsfreiheit gab es nicht. Tausende, die dagegen verstießen, wurden bestraft, gefoltert, getötet. Millionen flohen aus dem Land.

Die erste Taliban-Herrschaft endete 2001 durch den Angriff der NATO-Truppen unter der Führung der USA. Infolge der Terroranschläge vom 11. September wurde damals der erste und bisher einzige Bündnisfall der Nato ausgerufen. Hauptziel war es, den Al-Quaida-Führer Osama Bin Laden zu fassen. Die Taliban hatten ihn und seine Terror-Organisation unterstützt.

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Die Taliban heute

Heutzutage wissen die Taliban um die Macht der Medien, geben Pressekonferenzen, kommunizieren über WhatsApp, haben Radiosender, benutzen Soziale Medien. Sie deshalb als modern und moderat einzustufen, wäre falsch. Zwar versprechen sie derzeit, dass Frauen arbeiten und studieren dürften, doch Expert:innen bezweifeln das.

Auch versichern die Taliban: Landsleute, die für westliche Armeen, Organisationen und Ministerien gearbeitet haben, seien sicher. Gleichzeitig wird nach solchen Ortskräften aber schon gesucht. Ebenso in Gefahr sind Journalist:innen, Menschenrechts-Aktivist:innen und besonders Frauenrechtlerinnen.

Es gibt unterschiedliche Strömungen unter den Taliban. Einige Vertreter äußern sich moderater. Unklar ist aktuell, ob aus Überzeugung oder um so zu erreichen, dass westliche Staaten ihre Regierung anerkennen und Entwicklungsgelder fließen.

Woher kommt das Geld für die Taliban?

Bisher finanzierten sich die Extremisten unter anderem durch Mohn-Anbau für den internationalen Rauschgifthandel. Außerdem erhielten sie Gelder aus anderen kriminellen Kanälen wie Erpressung und erheben Steuern. Auch aus Pakistan soll weiter finanzielle Unterstützung fließen. China ließ bereits erkennen, dass es gegen Handel mit dem neuen Regime nichts einzuwenden hat.

Zivile Opfer der Taliban

Die Grafik zeigt nur die erfassten Fälle getöteter und verletzter ziviler Opfer in Folge von Kampfhandlungen in Afghanistan bis 2020. Die genaue Zahl kennt niemand. Auch die Zahl der Opfer der neuerlichen Kämpfe, die 2021 zur Machtübernahme der Taliban führten, ist nicht bekannt.
Die Grafik zeigt nur die erfassten Fälle getöteter und verletzter ziviler Opfer in Folge von Kampfhandlungen in Afghanistan bis 2020. Die genaue Zahl kennt niemand. Auch die Zahl der Opfer der neuerlichen Kämpfe, die 2021 zur Machtübernahme der Taliban führten, ist nicht bekannt.

Afghanistan - eine bewegte Geschichte

1838: Zwischen Russland, Persien und Britisch Indien existiert eine Art Pufferzone. Dort leben verschiedene Völker unter verschiedenen lokalen Herrschern. Diese Zone wird allmählich als Afghanistan bezeichnet. Die Briten versuchen dieses Gebiet unter ihre Herrschaft zu zwingen - ohne Erfolg. Sie verlieren den ersten anglo-afghanischen Krieg.

1879: Im zweiten anglo-afghanischen Krieg erringen die Briten nur einen Teilsieg. Afghanistan wird zwar keine Kolonie, doch sie bestimmen den Herrscher Abdur Rahman. Er muss Gebiete an die Briten abtreten.

1919: Der dritte anglo-afghanische Krieg bringt Afghanistan die vollständige Unabhängigkeit. Der Emir Amanullah ernennt sich zum König und modernisiert das Land nach westlichem Vorbild.

1929: Konservative Gruppen lehnen sich gegen den König und seine Politik auf. Er flieht nach Rom ins Exil. In der Folge wechseln sich einige Herrscher oder deren Verwandte beim Führen der Regierungsgeschäfte ab.

1963: Eine konstitutionelle Monarchie etabliert sich. Sie stützt sich auf Parlament und Premierminister.

1972: Mit Hilfe der Kommunisten putscht erst ein Vetter gegen den König. Dann lehnt sich die Kommunistische Demokratische Volkspartei gegen diesen Vetter auf. Doch auch sie ist intern zerstritten.

1979: Die Sowjetunion fällt in Afghanistan ein, um das Land unter ihren Einfluss zu bringen und mitzubestimmen, wer es regiert. Die Bevölkerung wehrt sich. Viele der Widerständler folgen islamistischen Führern und sehen darin ein Gegenmodell zum Kommunismus. Erst 1988 ziehen die sowjetischen Truppen wieder ab.

1992: Als auch das Marionetten-Regime der Sowjets gefallen ist, übernehmen die Mujahidin (die Widerstandkämpfer) die Macht. Der Bürgerkrieg wütet weiter, Kabul wird weitgehend zerstört.

1994-1996: Die Taliban übernehmen gewaltsam die Macht von den Mujahidin und rufen zum ersten Mal ihr Islamisches Emirat aus.

2001: Nach den Anschlägen vom 11. September auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon ruft die NATO den Bündnisfall aus. Da sich der Drahtzieher Osama Bin Laden in Afghanistan versteckt und die Taliban ihn nicht ausliefern, greift die NATO an - das Ende der ersten Taliban-Herrschaft.

2004: Nach Friedensverhandlungen werden demokratische Wahlen abgehalten und Afghanistan zur Islamischen Republik erklärt. Immer wieder gibt es Gefechte. Terrorangriffe der Taliban fordern viele Opfer, obwohl die alliierten Truppen im Land bleiben.

2021: Die USA treten ihren Rückzug an. Da sie die Führung über die NATO-Truppen hatten, schließen sich die Verbündeten an. Auch die deutsche Bundeswehr zieht ab. Innerhalb weniger Tage übernehmen die Taliban gewaltsam die Macht.

Zahlen und Fakten zu Afghanistan

Ein afghanisches Sprichwort besagt, dass man das stolze Land nicht erobern könne - das zeige seine lange Geschichte, die geprägt von (gescheiterten) Besetzungen ist.
Ein afghanisches Sprichwort besagt, dass man das stolze Land nicht erobern könne - das zeige seine lange Geschichte, die geprägt von (gescheiterten) Besetzungen ist.

Hippies, Gleichberechtigung und Kultur-Schätze: Afghanistan war einst ein freies Land

Juli 1979: Frauen in westlicher Kleidung demonstrieren gleichberechtigt mit Männern in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Juli 1979: Frauen in westlicher Kleidung demonstrieren gleichberechtigt mit Männern in der afghanischen Hauptstadt Kabul. © picture-alliance / dpa | BTA V. Seykov
Majestätische Berg-Landschaften, orientalischer Flair und Kultur-Schätze - Afghanistan lag in den 60er und 70er-Jahren auf dem "Hippie Trail" - Blumenkinder aus aller Welt reisten in bunten Autos und Bussen an, um das Land kennenzulernen.
Majestätische Berg-Landschaften, orientalischer Flair und Kultur-Schätze - Afghanistan lag in den 60er und 70er-Jahren auf dem "Hippie Trail" - Blumenkinder aus aller Welt reisten in bunten Autos und Bussen an, um das Land kennenzulernen.© picture alliance / Mary Evans Picture Library | -
Männer mit langen Haaren und Frauen in bunten, kurzen Kleidern - der Lebens-Stil der Hippies sorgte unter den Konservativen für Kritik, doch immer mehr junge Afghan:innen mit westlichem Look tummelten sich in den Straßen Kabuls - wie dieses Bild zeigt.
Männer mit langen Haaren und Frauen in bunten, kurzen Kleidern - der Lebens-Stil der Hippies sorgte unter den Konservativen für Kritik, doch immer mehr junge Afghan:innen mit westlichem Look tummelten sich in den Straßen Kabuls - wie dieses Bild zeigt.© picture alliance / UPI | UPI
Mohammed Zahir Schah und seine Frau Homairah (beide ganz rechts) waren Afghanistans letztes Königspaar. Hier sind sie 1963 zu Besuch in Bonn. Das Paar reiste viel und pflegte gute Beziehungen zum Westen. König Mohammed Zahir Schah führte Rechte für Mädchen und Frauen ein - sie konnten zur Schule gehen und wählen. 1973 wurde der König von seinem eigenen Cousin gestürzt - das Ende der Monarchie in Afghanistan.
Mohammed Zahir Schah und seine Frau Homairah (beide ganz rechts) waren Afghanistans letztes Königspaar. Hier sind sie 1963 zu Besuch in Bonn. Das Paar reiste viel und pflegte gute Beziehungen zum Westen. König Mohammed Zahir Schah führte Rechte für Mädchen und Frauen ein - sie konnten zur Schule gehen und wählen. 1973 wurde der König von seinem eigenen Cousin gestürzt - das Ende der Monarchie in Afghanistan.© picture alliance / Wolfgang Hub | Wolfgang Hub
Weltweit gehen Menschen für die Gerechtigkeit Afghanistans auf die Straßen, wie hier im französischen Toulouse. Das Schwarz-Weiß-Foto wurde im Afghanistan der 60er-Jahre aufgenommen und steht symbolisch für die Freiheit der Frauen.
Weltweit gehen Menschen für die Gerechtigkeit Afghanistans auf die Straßen, wie hier im französischen Toulouse. Das Schwarz-Weiß-Foto wurde im Afghanistan der 60er-Jahre aufgenommen und steht symbolisch für die Freiheit der Frauen.© picture alliance/dpa/MAXPPP | Xavier De Fenoyl
Juli 1979: Frauen in westlicher Kleidung demonstrieren gleichberechtigt mit Männern in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Majestätische Berg-Landschaften, orientalischer Flair und Kultur-Schätze - Afghanistan lag in den 60er und 70er-Jahren auf dem "Hippie Trail" - Blumenkinder aus aller Welt reisten in bunten Autos und Bussen an, um das Land kennenzulernen.
Männer mit langen Haaren und Frauen in bunten, kurzen Kleidern - der Lebens-Stil der Hippies sorgte unter den Konservativen für Kritik, doch immer mehr junge Afghan:innen mit westlichem Look tummelten sich in den Straßen Kabuls - wie dieses Bild zeigt.
Mohammed Zahir Schah und seine Frau Homairah (beide ganz rechts) waren Afghanistans letztes Königspaar. Hier sind sie 1963 zu Besuch in Bonn. Das Paar reiste viel und pflegte gute Beziehungen zum Westen. König Mohammed Zahir Schah führte Rechte für Mädchen und Frauen ein - sie konnten zur Schule gehen und wählen. 1973 wurde der König von seinem eigenen Cousin gestürzt - das Ende der Monarchie in Afghanistan.
Weltweit gehen Menschen für die Gerechtigkeit Afghanistans auf die Straßen, wie hier im französischen Toulouse. Das Schwarz-Weiß-Foto wurde im Afghanistan der 60er-Jahre aufgenommen und steht symbolisch für die Freiheit der Frauen.
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