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Supermacht China: Stell dir vor, du arbeitest in einer Firma mit 1,4 Milliarden Menschen

  • Veröffentlicht: 09.08.2022
  • 21:00 Uhr
  • Galileo

China wird von seinen Politiker:innen wie ein gigantisches Wirtschafts-Unternehmen geführt und möchte überall auf der Welt seinen Einfluss ausbauen. Wo es schon Supermacht ist - und was seine nächsten Ziele sind. Im Clip berichtet ein Ex-Insider über Chinas Machtsystem.

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Wo China schon besser ist als der Rest der Welt

💡 Innovation - made in China: 2019 wurden 58.990 Patente eingereicht. Damit waren die USA 2019 erstmals nach 41 Jahren nicht mehr Spitzenreiter bei Patent-Anmeldungen.

🏆 Im Jahr 2021 erreichte China erneut den ersten Platz mit 69.540 Patent-Anmeldungen, gefolgt von den USA mit 59.570 Anmeldungen.

🚗 China hat den größten Markt für Elektro-Fahrzeuge. In der ersten Jahreshälfte von 2022 wurden 1,95 Millionen Elektro-Pkw in China abgesetzt. Im gleichen Zeitraum wurden 534.000 Plug-in Hybride neu zugelassen. Zum Vergleich: In den USA lag die Verkaufsanzahl von E-Autos 2021 bei knapp 700.000 Fahrzeugen.

📱 Bis 2025 will die chinesische Regierung zudem weltweit führender Hersteller bei Telekommunikation, Eisenbahn und elektrischer Stromversorgung sein.

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Galileo

Supermacht China

Mächtig, mächtiger, China. Kein Land fasziniert uns so wie die neue Supermacht. Vor 30 Jahren noch war China eine bitterarme Agrargesellschaft. Heute ist sie die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Warum ist das Land so erfolgreich? Was unterscheidet es von uns, und was können wir von ihm lernen?

  • Video
  • 15:06 Min
  • Ab 12

Überholt uns China? Wir gehen der Frage im Galileo-Podcast nach!

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Die größten Bau-Projekte

Das chinesische Staatsfernsehen ist hier zu Hause: in den 850 Millionen Euro teuren China Central Television Headquarters in Peking.
Das chinesische Staatsfernsehen ist hier zu Hause: in den 850 Millionen Euro teuren China Central Television Headquarters in Peking.© Getty Images
Die Jiaozhou-Bay-Brücke, auch Qingdao-Jiaozhou-Brücke genannt, ist 42,58 Kilometer lang und damit die weltweit längste über Wasser. Gekostet hat sie etwa 14 Milliarden Euro.
Die Jiaozhou-Bay-Brücke, auch Qingdao-Jiaozhou-Brücke genannt, ist 42,58 Kilometer lang und damit die weltweit längste über Wasser. Gekostet hat sie etwa 14 Milliarden Euro.© Getty Images
Die sechsspurige Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke verbindet die drei Metropolen Hongkong, Zhuhai und Macau. Zehn Milliarden Euro kostete das Projekt aus Brücken und Unterwassertunnel - insgesamt circa 55 Kilometer lang.
Die sechsspurige Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke verbindet die drei Metropolen Hongkong, Zhuhai und Macau. Zehn Milliarden Euro kostete das Projekt aus Brücken und Unterwassertunnel - insgesamt circa 55 Kilometer lang.© Getty Images
Der Shanghai Tower in der chinesischen Millionenstadt ist 623 Meter hoch. Der Wolkenkratzer hat128 Etagen über und fünf Etagen unter der Erde. Es hat insgesamt 106 Aufzüge und ist das zweithöchste Gebäude weltweit.
Der Shanghai Tower in der chinesischen Millionenstadt ist 623 Meter hoch. Der Wolkenkratzer hat128 Etagen über und fünf Etagen unter der Erde. Es hat insgesamt 106 Aufzüge und ist das zweithöchste Gebäude weltweit.
Der chinesische Drei-Schluchten-Staudamm ist weltweit das leistungsstärkste Kraftwerk. Es erzeugt 18.200 Megawatt - so viel wie mehrere Kernkraftwerke zusammen. An den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.Für den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.
Der chinesische Drei-Schluchten-Staudamm ist weltweit das leistungsstärkste Kraftwerk. Es erzeugt 18.200 Megawatt - so viel wie mehrere Kernkraftwerke zusammen. An den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.Für den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.© picture alliance / Zoonar | zhang zhiwei
Das chinesische Staatsfernsehen ist hier zu Hause: in den 850 Millionen Euro teuren China Central Television Headquarters in Peking.
Die Jiaozhou-Bay-Brücke, auch Qingdao-Jiaozhou-Brücke genannt, ist 42,58 Kilometer lang und damit die weltweit längste über Wasser. Gekostet hat sie etwa 14 Milliarden Euro.
Die sechsspurige Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke verbindet die drei Metropolen Hongkong, Zhuhai und Macau. Zehn Milliarden Euro kostete das Projekt aus Brücken und Unterwassertunnel - insgesamt circa 55 Kilometer lang.
Der Shanghai Tower in der chinesischen Millionenstadt ist 623 Meter hoch. Der Wolkenkratzer hat128 Etagen über und fünf Etagen unter der Erde. Es hat insgesamt 106 Aufzüge und ist das zweithöchste Gebäude weltweit.
Der chinesische Drei-Schluchten-Staudamm ist weltweit das leistungsstärkste Kraftwerk. Es erzeugt 18.200 Megawatt - so viel wie mehrere Kernkraftwerke zusammen. An den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.Für den Bau waren circa 26.000 Arbeiter über 13 Jahre beteiligt.

Die Macht des Militärs

  • Noch haben die USA die Nase vorn, aber: China hat sich vom Waffen-Importeur zum zweitgrößten Produzenten weltweit entwickelt. Ein Großteil der Produktion wird vom chinesischen Militär aufgekauft.

  • Nach Angaben von US-Geheimdiensten ist China beim Bau von Mittelstrecken-Raketen, Hyperschall-Waffen und Raketenabwehr-Systemen weltweit führend.

  • Das Land steckt viel Geld in die Entwicklung von Quantencomputern - damit können Verschlüsselung besser geknackt und gegnerische Ziele präziser erfasst werden. Die USA investierte in den vergangenen zehn Jahren circa 2,1 Milliarden Dollar in diese Technologie, China allein zehn Milliarden Dollar in den Aufbau des nationalen Zentrallabors für Quantenrechner.

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Die größten Städte 2022 gemäß World Population Review

Shanghai, circa 28,52 Millionen Einwohner:innen (2022)
Shanghai, circa 28,52 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Peking, circa 21,33 Millionen Einwohner:innen (2022)
Peking, circa 21,33 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Chongqing, 16,87 Millionen Einwohner:innen (2022)
Chongqing, 16,87 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Tianjin, circa 14,01 Millionen Einwohner:innen (2022)
Tianjin, circa 14,01 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Guangzhou, circa 13,96 Millionen Einwohner:innen (2022)
Guangzhou, circa 13,96 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Shenzhen, 12,83 Millionen Einwohner:innen (2022)
Shenzhen, 12,83 Millionen Einwohner:innen (2022) © Getty Images
Chengdu, circa 9,48 Millionen Einwohner:innen (2022)
Chengdu, circa 9,48 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Nanjing, 9,43 Millionen Einwohner:innen (2022)
Nanjing, 9,43 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Wuhan, circa 8,59 Millionen Einwohner:innen (2022)
Wuhan, circa 8,59 Millionen Einwohner:innen (2022)© Getty Images
Zum Vergleich: Berlin hat rund 3,57 Millionen Einwohner:innen (2022).
Zum Vergleich: Berlin hat rund 3,57 Millionen Einwohner:innen (2022).© Getty Images
Shanghai, circa 28,52 Millionen Einwohner:innen (2022)
Peking, circa 21,33 Millionen Einwohner:innen (2022)
Chongqing, 16,87 Millionen Einwohner:innen (2022)
Tianjin, circa 14,01 Millionen Einwohner:innen (2022)
Guangzhou, circa 13,96 Millionen Einwohner:innen (2022)
Shenzhen, 12,83 Millionen Einwohner:innen (2022)
Chengdu, circa 9,48 Millionen Einwohner:innen (2022)
Nanjing, 9,43 Millionen Einwohner:innen (2022)
Wuhan, circa 8,59 Millionen Einwohner:innen (2022)
Zum Vergleich: Berlin hat rund 3,57 Millionen Einwohner:innen (2022).

Wo China seinen Einfluss ausbauen will

  • Das Großprojekt der chinesischen Führung ist die Neue Seidenstraße. Mit ihr entsteht seit 2013 ein neues Handelsnetzwerk zwischen Asien, Afrika und Europa. Dafür baut China Häfen und Bahnstrecken und gewährt Kredite für Bauprojekte, chinesische Firmen bekommen dann den Auftrag. 900 Milliarden Dollar sollen in über 68 Ländern investiert werden.

  • In Afrika will man sich Zugang zu Rohstoffen sichern. Hier bauen chinesische Firmen Eisenbahnlinien und Flughäfen. Das Geld dafür hat China den afrikanischen Staaten aber oft nur geliehen. So machen sie sich abhängig vom Reich der Mitte.

  • Auch an einem Ausbau der arktischen Seidenstraße ist China beteiligt.

  • In Südamerika verschafft sich China vor allem über Geld Einfluss. Über Kredite an lateinamerikanische Staaten werden Kohlekraftwerke, Staudämme und Öl-Raffinerien gebaut.

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Wie China seine Bürger:innen scannt

💴 Das chinesische Social Credit System stellt einen Versuch der totalen Kontrolle der chinesischen Bürger:innen dar. Abhängig vom sozialen, politischen und finanziellen Verhalten bekommen die Bürger:innen Plus- oder Minuspunkte. Wer seine Steuern nicht bezahlt oder bei Rot über eine Ampel läuft, verliert Punkte. Das kann sich auf die Karriere auswirken oder auch schon den Kauf von Flug- oder Zugtickets blockieren. Personen mit besonders wenigen Punkten werden öffentlich an den Online-Pranger gestellt.

📸 600 Millionen Überwachungskameras sollen in China installiert sein, schätzen Expert:innen. Ziel ist die lückenlose digitale Überwachung der Bürger:innen - unter anderem mit Gesichtserkennung. 118 Millionen Chinesinnen und Chinesen bezahlen bereits Einkäufe per Gesichts-Scan.

💻 Accounts bei sozialen Netzwerken und Online-Diensten müssen mit einer Handy-Nummer bestätigt werden. Dafür aber muss man sein Gesicht scannen lassen. So lassen sich Aktivitäten im Internet zurückverfolgen.

So groß ist der chinesische Einfluss auf Europa

  • Huawei will weltweit 5G-Mobilfunknetze ausbauen. Die US-Regierung wirft dem chinesischen Telekommunikations-Konzern eine zu große Nähe zu den Machthabern in Peking vor und befürchtet Spionage. Kanada schließt seit 2022 den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei vom Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes aus wegen Angst vor Spionage.

  • China versucht seit Jahren, europäische Firmen zu übernehmen. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Roboter-Hersteller Kuka aus Augsburg. Die Befürchtung von Kritiker:innen: Wertvolles Know-how fließt nach Fernost ab.

  • Die Marktmacht Chinas ist inzwischen so groß, dass selbst europäische Konzerne aus Angst vor dem Verlust von Marktanteilen in dem Land auf Kritik verzichten. So hatte Daimler in einer Werbe-Anzeige ein Zitat des Dalai Lama verwendet - und entschuldigte sich kurz darauf. Ähnlich zahm reagierten Unternehmen auf den Umgang Chinas mit den Uiguren oder den Protesten in Hongkong.

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