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Lieferdienst im All: Raumsonde Hayabusa kommt mit Sternenstaub zurück

  • Veröffentlicht: 08.12.2020
  • 08:00 Uhr
  • Peter Schneider
Article Image Media
© JAXA

Auftrag ausgeführt: Nach 6-jähriger Reise durchs Sonnensystem hat die japanische Raumsonde Hayabusa 2 eingesammelten Asteroidenstaub auf der Erde abgeliefert. Jetzt ist sie schon wieder unterwegs zum nächsten Geröllhaufen.

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Das Wichtigste zum Thema Hayabusa-2

  • Eine nur 40 Zentimeter große Rückkehrkapsel durchquerte am Wochenende die Erdatmosphäre: An Bord: Frisch geerntetes Asteroidenmaterial aus dem Weltraum.

  • Bergungsmannschaften sammelten die in der australischen Wüste niedergegangene Kapsel in einem Sperrgebiet ein. Per Funksignal lotste die Kapsel die Hubschrauber zu sich.

  • Die japanische Raumsonde Hayabusa 2 war 2014 gestartet und hatte das Asteroiden-Material vor 2 Jahren auf dem Asteroiden Ryugu eingesammelt.

  • Ziel der Mission: Nicht weniger als die Entstehung des Sonnensystems aufzuklären. Dafür legte die Raumsonde bisher 5 Milliarden Kilometer zurück.

  • Die etwa 600 Kilogramm schwere Sonde macht sich nach der Ablieferung wieder auf den Weg in den Weltraum. Weil sie noch Treibstoff hat, soll sie bis 2031 noch 2 weitere Asteroiden abklappern.

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Endlich zu Hause

Am Wochenende ist Hayabusa 2 zur Erde zurückgekehrt und hat eine 16 kg schwere Probenkapsel durch die Atmosphäre auf die Oberfläche geschickt.
Am Wochenende ist Hayabusa 2 zur Erde zurückgekehrt und hat eine 16 kg schwere Probenkapsel durch die Atmosphäre auf die Oberfläche geschickt.© JAXA

Von Asteroiden und Verfolgungsjagden

👀 Sci-Fi-Fantasie: In Verfolgungsjagden rasen Raumschiffpiloten durch dichte Asteroidengürtel. In Wirklichkeit liegen die Asteroiden darin so weit auseinander, dass der nächst gelegene Geröllhaufen mit bloßem Auge nicht zu entdecken wäre.

🔥 Asteroiden-Proben sind bei Forschern begehrt. Sie bekommen zwar unzählige Asteroiden frei Haus geliefert, weil die als Meteoriten auf die Erde fallen. Aber dabei heizen sie sich bis zur Weißglut auf und verlieren so wichtige Informationen.

⛏️💰 Staub aus dem All auf die Erde zu holen ist derzeit der Hit in der Raumfahrt. NASA und ESA planen das auch für den Mars. Dort soll der Rover Preseverance ab 2020 Proben schürfen. Eine 2. Mission wird die dann zur Erde bringen. Kosten: 7 Milliarden US-Dollar. Immerhin wäre es die erste Gesteinsprobe vom Mars.

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Die Mission in Bildern

Heißes Hallo: Hayabusa 2 hatte die Kapsel 220.000 Kilometer über der Erde ausgestoßen. Beim Eintritt in die Atmosphäre glühte sie durch die Reibung mit den Luftmassen hell auf.
Heißes Hallo: Hayabusa 2 hatte die Kapsel 220.000 Kilometer über der Erde ausgestoßen. Beim Eintritt in die Atmosphäre glühte sie durch die Reibung mit den Luftmassen hell auf.© JAXA
Die Probenkapsel landete in der australischen Wüste 500 Kilometer nördlich von Adelaide.
Die Probenkapsel landete in der australischen Wüste 500 Kilometer nördlich von Adelaide.© JAXA
Wertvolle Fracht: Haybusa 2 ist erst die 2. Sonde, die eine Probe von einem Asteroiden zur Erde bringt.
Wertvolle Fracht: Haybusa 2 ist erst die 2. Sonde, die eine Probe von einem Asteroiden zur Erde bringt. © JAXA
Hayabusa 2 war dafür eineinhalb Jahre lang zusammen mit Ryugu um die Sonde geflogen.
Hayabusa 2 war dafür eineinhalb Jahre lang zusammen mit Ryugu um die Sonde geflogen.© JAXA
Die Sonde nahm zwei Mal Proben von dem lose zusammenhängenden Geröllhaufen. Beim ersten Mal landete sie 2019 und nahm mit einem Rüssel Staub auf.
Die Sonde nahm zwei Mal Proben von dem lose zusammenhängenden Geröllhaufen. Beim ersten Mal landete sie 2019 und nahm mit einem Rüssel Staub auf.© JAXA
2019 schoss die Sonde ein 2,5 kg schweres Kupferprojektil auf den Asteroiden und legte so Asteroidenmaterial frei, das nicht von Weltraumstrahlung verwittert war. Später landete die Sonde im Einschussgraben und nahm eine Probe.
2019 schoss die Sonde ein 2,5 kg schweres Kupferprojektil auf den Asteroiden und legte so Asteroidenmaterial frei, das nicht von Weltraumstrahlung verwittert war. Später landete die Sonde im Einschussgraben und nahm eine Probe.© JAXA
Hayabusa 2 schickte zudem 2 Erkundungs-Rover auf den Asteroiden. Die die Milchtüten-großen Fahrzeuge hatten keine Räder, weil die Ingenieure Angst hatten, sie könnten wegen der geringen Schwerkraft beim Fahren abheben und ins All geschleudert werden. Stattdessen bewegten sie sich mit kleinen Hopsern vorwärts.
Hayabusa 2 schickte zudem 2 Erkundungs-Rover auf den Asteroiden. Die die Milchtüten-großen Fahrzeuge hatten keine Räder, weil die Ingenieure Angst hatten, sie könnten wegen der geringen Schwerkraft beim Fahren abheben und ins All geschleudert werden. Stattdessen bewegten sie sich mit kleinen Hopsern vorwärts.© JAXA
Auf nach Hause: Ende 2019 hatte die Raumsonde dann den Asteroiden mit Hilfe ihres Ionentriebwerks verlassen. Ein knappes Jahr später und immer noch 36 Millionen Kilometer weit entfernt, schwenkte sie in eine Umlaufbahn um die Erde ein.
Auf nach Hause: Ende 2019 hatte die Raumsonde dann den Asteroiden mit Hilfe ihres Ionentriebwerks verlassen. Ein knappes Jahr später und immer noch 36 Millionen Kilometer weit entfernt, schwenkte sie in eine Umlaufbahn um die Erde ein.© JAXA / DLR
Heißes Hallo: Hayabusa 2 hatte die Kapsel 220.000 Kilometer über der Erde ausgestoßen. Beim Eintritt in die Atmosphäre glühte sie durch die Reibung mit den Luftmassen hell auf.
Die Probenkapsel landete in der australischen Wüste 500 Kilometer nördlich von Adelaide.
Wertvolle Fracht: Haybusa 2 ist erst die 2. Sonde, die eine Probe von einem Asteroiden zur Erde bringt.
Hayabusa 2 war dafür eineinhalb Jahre lang zusammen mit Ryugu um die Sonde geflogen.
Die Sonde nahm zwei Mal Proben von dem lose zusammenhängenden Geröllhaufen. Beim ersten Mal landete sie 2019 und nahm mit einem Rüssel Staub auf.
2019 schoss die Sonde ein 2,5 kg schweres Kupferprojektil auf den Asteroiden und legte so Asteroidenmaterial frei, das nicht von Weltraumstrahlung verwittert war. Später landete die Sonde im Einschussgraben und nahm eine Probe.
Hayabusa 2 schickte zudem 2 Erkundungs-Rover auf den Asteroiden. Die die Milchtüten-großen Fahrzeuge hatten keine Räder, weil die Ingenieure Angst hatten, sie könnten wegen der geringen Schwerkraft beim Fahren abheben und ins All geschleudert werden. Stattdessen bewegten sie sich mit kleinen Hopsern vorwärts.
Auf nach Hause: Ende 2019 hatte die Raumsonde dann den Asteroiden mit Hilfe ihres Ionentriebwerks verlassen. Ein knappes Jahr später und immer noch 36 Millionen Kilometer weit entfernt, schwenkte sie in eine Umlaufbahn um die Erde ein.

4 Facts zur Mission

  • Ryugu wurde ausgewählt, weil der lose zusammenhängende Geröllhaufen sich seit der Entstehung des Sonnensystems kaum verändert hat. Der Clou: Asteroiden wie Ryugu könnten Wasser und kohlenstoffhaltige Verbindungen (wichtig für Leben) erst auf die Erde gebracht haben.

  • An Bord gab es auch ein deutsches Experiment. Der 3 Kilo schwere MASCOT-Rover sank aus 51 Meter Höhe auf den Asteroiden und nahm dann die Umgebung der Landestelle unter die Lupe. Um verschiedene Punkte zu erreichen, bewegte er sich per Überschlag vorwärts, in einer Art Robo-Flic-Flac.

  • Die japanischen Forscher wollen die Proben im Vakuum aus der Kapsel nehmen und so verhindern, dass Luft das Ergebnis der Analyse verfälscht. Anschließend werden sie in Stickstoff aufbewahrt. Dieses Gas ist so reaktionsträge, dass fast nichts mit ihm eine Verbindung eingeht.

  • Hayabusa 2 ist die zweite japanische Asteroiden-Mission. Die erste Hayabusa-Sonde (japanisch für Wanderfalke) brachte bereits 2010 Staub vom Asteroiden Itokawa zurück zur Erde – weniger als 1 Milligramm.

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So hat Hayabusa 2 die Proben eingesammelt

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