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Omikron-Impfstoffe: Wann kommen die angepassten Corona-Vakzine?

  • Veröffentlicht: 12.09.2022
  • 14:45 Uhr
  • Nicole Lemberg

Auf die Omikron-Impfstoffe wurde lange gewartet, jetzt wurden die ersten von der EMA zugelassen. Was bringt der passgenaue Omikron-Booster und wer bekommt ihn? Im Clip: Was die ursprünglichen Impfstoffe unterscheidet.

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Das Wichtigste zum Thema Angepasste Omikron-Impfstoffe

  • Omikron kam, um zu bleiben. Anfang des Jahres löste der neue Corona-Ableger die dominierende Delta-Variante ab. Aktuell ist der Omikron-Subtyp BA.5 vorherrschend.

  • Die Unter-Variante sorgte trotz warmer Temperaturen für eine Corona-Sommerwelle. Expert:innen sind sich einig: Ebbt die Welle ab, kommt im Herbst die nächste.

  • Bereits im Dezember 2021 hatten die Biotechnologie-Unternehmen BioNTech und Moderna angekündigt, angepasste Impfstoffe für die Omikron-Variante zu entwickeln.

  • Aus dem geplanten Start im Frühjahr 2022 wurde letztendlich Herbst. Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Die ersten Dosen des spezifischen Omikron-Impfstoffs werden seit Anfang September bereits ausgeliefert.

  • Für wen die angepassten Omikron-Impfstoffe vorgesehen sind und was sie bewirken können, erfährst du auf dieser Seite.

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Warum gibt es einen angepassten Impfstoff?

Die Corona-Variante Omikron und ihre Ableger konnten sich vor allem deshalb durchsetzen, weil sie mehr Mutationen im Spike-Protein aufweisen. Dabei handelt es sich um ein Oberflächen-Protein, mit dem das Corona-Virus in die menschliche Zelle eindringt.

Durch die starke Struktur-Veränderung des Spike-Proteins entkommt das Virus leichter der Immunantwort von geimpften und genesenen Personen. Um gegen Omikron gut geschützt zu sein, braucht es deshalb eine dritte Impfdosis - den sogenannten Booster. Das bestätigen mehrere Studien.

Vor schweren Krankheitsverläufen schützen die Impfstoffe weitestgehend zuverlässig - nicht aber vor einer Infektion. Deshalb entwickelten die Biotechnologie-Unternehmen BioNTech und Moderna eine angepasste Variante des Impfstoffes, der nicht auf den ursprünglichen Wildtyp von Sars-Cov-2, sondern spezifisch auf die genetischen Veränderungen der Omikron-Variante abzielt.

Galileo vom 02. November 2021

Wie funktioniert die Booster-Impfung?

Wie funktioniert die Booster-Impfung gegen Corona? Auch nach der zweiten Impfung ist eine Immunität nicht garantiert. Eine dritte, sogenannte "Booster"-Impfung kann das Risiko allerdings verringern, am gefährlichen Virus zu erkranken. Wir erklären, wieso.

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  • 01:30 Min
  • Ab 12
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Gleich zwei Omikron-Impfstoffe auf dem Markt

🧪 Das Biotechnologie-Unternehmen BioNTech hat zwei angepasste Impfstoffe entwickelt, die kurz vor der Zulassung stehen. Ein Impfstoff zielt auf die erste Omikron-Variante BA.1 ab, der zweite auf den Subtyp BA.5.

⏩ Die Produktion des BA.1-Impfstoffes lief bereits seit dem Frühjahr, es haperte allerdings an einer schnellen Zulassung seitens der Behörden. Durch diese Warteschleife gewannen andere Omikron-Subtypen an Vorsprung, unter anderem die weitgehend dominierende Unter-Variante BA.5.

💉 Auch das US-Unternehmen Moderna arbeitete deshalb direkt an zwei angepassten Omikron-Impfstoffen. Insgesamt werden in Zukunft deshalb sogar vier neue Impfstoffe zur Verfügung stehen, so Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

Bringt die Impfung mit dem BA.1-Impfstoff überhaupt etwas?

Studien zeigten, dass sich die beiden Unter-Varianten so stark voneinander unterscheiden, dass eine Infektion mit dem ersten Omikron-Ableger BA.1 nicht zwangsläufig vor einer weiteren Ansteckung mit BA.5 schützt.

Dennoch kann die Impfung mit dem angepassten BA.1-Impfstoff Schutz bieten. Die Immun-Reaktion einer Impfung kann mitunter stärker ausfallen als die einer Infektion mit leichtem Krankheitsverlauf. Die Bildung von Omikron-spezifischen Antikörpern kann also auch gegen BA.5 nützlich sein - vor allem um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.

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Impfstoff gegen Omikron-Subtyp BA.5

Dennoch haben sowohl BioNTech als auch Moderna im Sommer an einem Update des Omikron-Boosters gearbeitet - und diesen an die genetischen Veränderungen des BA.5 Subtyps angepasst. Dieser wird aktuell in klinischen Studien erprobt und soll effektiver nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen, sondern auch vor einer Ansteckung schützen.

Wann kommt der angepasste Omikron-Impfstoff?

⏳ Ursprünglich war der Einsatz des angepassten Omikron-Impfstoffs von BioNTech schon für das Frühjahr 2022 angedacht. Langwierige Studien-Phasen und Zulassungs-Vorgaben bremsten den optimistischen Zeitplan des Herstellers und verschoben den Start immer weiter Richtung Herbst.

🚦 Die angepassten BA.1-Vakzine von BioNTech und Moderna haben am 1. September von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung erhalten. Seit dem 5. September werden bereits die ersten Dosen ausgeliefert.

📅 Die EMA hat auch der Zulassung des BA.5 Impfstoffs von BioNTech bereits grünes Licht gegeben. Wann dieser aber endgültig ausgeliefert und verimpft werden kann, ist noch nicht klar.

💉 Aktuell laufen die Vorbereitungen der Impf-Kampagne auf Hochtouren. In den ersten zwei September-Wochen konnten die ersten Dosen des BA.1-Vakzins von BioNtech und Moderna ausgeliefert werden.

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Welche Impf-Empfehlung für dich gilt

💉 Welcher Omikron-Booster für welche Personen-Gruppen sinnvoll ist, muss die Ständige Impfkommission (STIKO) nach einer Zulassung der Vakzine entscheiden. Karl Lauterbach rechnet mit einer schnellen Impf-Empfehlung der STIKO.

💉 Die Impf-Empfehlung der STIKO für eine Viert-Impfung mit den ursprünglichen mRNA-Impfstoffen gilt aktuell nur für Menschen über 70 Jahren und Risiko-Patient:innen.

💉 Auch ohne die angepassten Omikron-Impfstoffe wird bereits seit dem Frühjahr nochmal geboostert. Viert-Impfung für alle - ja oder nein? Mit seinen widersprüchlichen Aussagen sorgte Karl Lauterbach in dieser Debatte in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufregung.

💉 Führende Expert:innen wie der Immunologe Carsten Watzl weisen darauf hin: Eine Auffrischungs-Impfung sollte nicht früher als drei Monate nach der letzten Injektion durchgeführt werden. Wer sich jetzt ein viertes Mal impfen lasse, müsse dementsprechend länger auf den Omikron-Booster warten.

Einer für alle: BioNTech plant universellen Corona-Impfstoff

Nach der Impfstoff-Entwicklung ist vor der Impfstoff-Entwicklung: BioNTech gab auf einer Konferenz Ende Juni bereits bekannt, für das zweite Halbjahr 2022 einen neuen Corona-Impfstoff ins Visier zu nehmen.

Die nächste Generation soll vor einer Vielzahl von Corona-Viren schützen - auch abseits von Sars-Cov-2. Endziel ist laut dem Impfstoff-Hersteller ein Vakzin, das vor der gesamten Virus-Familie und ihren Mutationen schützen kann.

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Die häufigsten Fragen zu den angepassten Omikron-Impfstoffen

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