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Diese mechanischen Bäume können CO2 aufsaugen

  • Veröffentlicht: 23.03.2022
  • 19:45 Uhr
  • Amelie Geibel

Mechanische Bäume sind riesige Staubsauger, die CO2 aus der Luft ziehen und speichern. Dabei sind sie unglaublich effizient. Wie genau sie funktionieren und was ihre Zukunft ist, erklären wir dir hier. Im Clip: Wie sich CO2 im Meer speichern lässt.

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Das Wichtigste zum Thema mechanische Bäume

  • Die mechanischen Bäume, auch genannt MechanicalTrees, sind ein Forschungsprojekt des deutschen Professors Klaus Lackner an der Arizona State University (ASU) in Zusammenarbeit mit der irischen Firma Carbon Collect.

  • Die 10 Meter hohen Gebilde saugen CO2 aus der Atmosphäre und speichern es. Dabei sind sie 1.000 Mal effizienter als herkömmliche Bäume - und haben einen besonders praktischen Nebeneffekt: Sie liefern nachhaltiges CO2 für industrielle Zwecke.

  • Aber wie genau funktioniert so ein mechanischer Baum und gibt es schon Pläne für ganze mechanische Wälder? Wir haben die Antworten.

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Mechanische Bäume: So funktionieren sie

🌲 Ein mechanischer Baum besteht aus einem Sockel und einem 10 Meter hohen herausfahrbaren Turm. Im Turm befinden sich 150 flache Scheiben mit einem Durchmesser von 1,5 Metern.

🌲 Jede Scheibe ist mit einer Chemikalie beschichtet, die CO2 binden kann. Weht der Wind also durch den Baum, saugen sich die Scheiben mit Kohlendioxid voll.

🌲 Nach circa 20 Minuten haben alle Scheiben des Baumes das Maximum an CO2 absorbiert und der Turm senkt sich in den Sockel hinab. Dort wird dann in einem Auffangbehälter das CO2 mithilfe von Wasser und Dampf aus den Scheiben gelöst, gereinigt und gespeichert.

🌲 Der Turm wird danach wieder herausgefahren und der Zyklus beginnt von vorne.

Das Prinzip hinter mechanischen Bäumen

Mechanische Bäume filtern CO2 aus der Luft
Mechanische Bäume filtern CO2 aus der Luft
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Mechanische Bäume: Vor- und Nachteile

✔ Ein mechanischer Baum schafft es, genauso viel CO2 aus der Luft zu ziehen wie circa 1.000 echte Bäume.

✔ Die mechanischen Bäume sind somit sehr platzsparend. Ein ganzer mechanischer Wald würde also weniger Fläche in Anspruch nehmen als ein echter. Außerdem sind sie auch in Steppen und Wüsten einsetzbar - Orte, an denen echte Bäume schlecht gedeihen.

✔ Die mechanischen Bäume sind sehr energieeffizient. Sie fangen die Luft passiv ein, ganz ohne Ventilatoren - und gewinnen das Meiste der verbrauchten Energie zurück.

✔ Bäume zu pflanzen braucht Zeit. Es dauert Jahre bis sie ausgewachsen sind. Die mechanischen Bäume können viel schneller zum Einsatz kommen.

✔ Das gefilterte CO2 kann industriell vielfältig weiterverwendet werden. Gemischt mit grünem Wasserstoff lässt er sich zum Beispiel als synthetischer Kraftstoff verwenden. So entsteht ein eigener CO2-Kreislauf.

❌ Die mechanischen Bäume sind im Endeffekt nur CO2-Staubsauger. Richtige Bäume sind grüne Lungen und wandeln das CO2 in Sauerstoff um.

❌ Für die Herstellung der mechanischen Wälder benötigt es natürlich Rohstoffe. Das wirkt sich wiederum auf die Umwelt aus.

❌ Außerdem kostet es deutlich mehr Geld einen mechanischen Baum herzustellen, als echte Bäume zu pflanzen.

Mechanische Wälder: Sind sie die Zukunft?

Professor Lackner und sein Team planen derzeit drei mechanische Wälder zu eröffnen. Der erste Wald soll schon Ende 2022 in Arizona entstehen. Jeder Wald soll 1.000 Tonnen CO2 pro Tag absorbieren können.

Aber das ist nur der Anfang. Die vertreibende Firma Carbon Collect wirbt damit, dass eine große Farm aus 120.000 mechanischen Bäumen täglich insgesamt 10.000 Tonnen CO2 filtern kann. Das entspräche einem CO2-Ausstoß von 800.000 Autos am Tag. Und: Eine solche Farm würde nur 2 bis 3 Quadratkilometer Fläche benötigen. Zum Vergleich: Um den gleichen Effekt mit echten Bäumen zu erzielen, müssten wir 120 Millionen Bäume pflanzen. Das würde nicht nur viel mehr Platz in Anspruch nehmen, es würde auch mehrere Jahrzehnte dauern.

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CO2-Kraftwerke: Auch sie filtern Kohlendioxid aus der Luft

Das CO2-Kraftwerk der Schweizer Firma Climeworks filtert Kohlenstoffdioxid direkt aus der Luft.
Das CO2-Kraftwerk der Schweizer Firma Climeworks filtert Kohlenstoffdioxid direkt aus der Luft.© picture alliance/KEYSTONE

Die mechanischen Bäume sind nicht das einzige Projekt, dass CO2 aus der Atmosphäre filtern möchte. Unter anderem nutzt die Schweizer Firma Climeworks ganze CO2-Kraftwerke, um das Gleiche zu tun. Dies passiert allerdings nicht passiv, sondern mithilfe großer Ventilatoren.

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🌡 CO2 ist ein elementarer Bestandteil der Natur. Durch die Industrie, Autos und anderen Faktoren haben wir in den vergangenen Jahren die CO2-Emission allerdings unnatürlich erhöht.

🌡 Die Folge ist der Treibhaus-Effekt. Denn: Die erhöhte Konzentration an CO2 in unserer Atmosphäre führt dazu, dass die Erde die Sonnenstrahlen nicht mehr ausreichend reflektieren kann. Das erwärmt die Erde, wodurch sich das gesamte Ökosystem ändert.

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