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Der neue Kurs der Kreuzfahrtschiffe: Vollgas Richtung Öko

  • Veröffentlicht: 15.11.2019
  • 11:40 Uhr
  • Galileo

Kreuzfahrtschiffe haben zur Zeit keinen guten Ruf. Dabei tun die Hersteller gerade alles, um sie umweltfreundlicher zu machen.

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Das Wichtigste zum Thema Kreuzfahrtschiffe

  • Hybrid-Antrieb, Flüssiggas und Biogas aus Fischabfällen: Anbieter von Kreuzfahrten tun gerade viel, um ihre Öko-Bilanz zu verbessern.

  • Die Umweltbelastung durch die Schiffe ist bislang der größte Kritikpunkt. Sie stoßen täglich mehrere Tonnen Stickoxide, Kohlenstoffdioxid und Rußpartikel aus.

  • Die Reederei Hapag-Lloyd Cruises will ab Sommer 2020 komplett auf Schweröl als Kraftstoff verzichten. Dies bedeutet einen geringeren Ausstoß von Schwefeloxid.

  • Grüne Innovationen sind wichtig, weil immer mehr Menschen ihren Urlaub auf hoher See verbringen. 2018 waren es weltweit 28,5 Millionen Urlauber auf See, mehr als 2 Millionen davon kamen aus Deutschland.

  • Neben den Auswirkungen auf das Klima führen Kreuzfahrten auch zu Overtourism in beliebten Städten wie Venedig, Barcelona oder Dubrovnik.

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Grüne Innovationen auf den schwimmenden Kolossen

Die Aidanova ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Flüssiggas fährt: 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß, keine Rußpartikel, fast keine Stickstoff- und Schwefelemissionen. Aber: Flüssiggas wird meist durch umweltschädigendes Fracking gewonnen.
Die Aidanova ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Flüssiggas fährt: 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß, keine Rußpartikel, fast keine Stickstoff- und Schwefelemissionen. Aber: Flüssiggas wird meist durch umweltschädigendes Fracking gewonnen.© picture alliance/Lars-Josef Klemmer
Die "Europa 2" (Hapag-Lloyd) hat einen Katalysator eingebaut, der den Ausstoß von Stickoxid um beinahe 95 Prozent verringert.
Die "Europa 2" (Hapag-Lloyd) hat einen Katalysator eingebaut, der den Ausstoß von Stickoxid um beinahe 95 Prozent verringert.© picture alliance/Andrea Warnecke
Ein Bett aus Luftblasen senkt den Fahrtwiderstand und damit den Verbrauch der "Harmony of the Seas" im Vergleich zum Vorgängerschiff um ein Fünftel.
Ein Bett aus Luftblasen senkt den Fahrtwiderstand und damit den Verbrauch der "Harmony of the Seas" im Vergleich zum Vorgängerschiff um ein Fünftel.© picture alliance/empics/Andrew Matthews
Katalysator, Filteranlage und Chemikalien binden bei der "Mein Schiff 3" fast Zweidrittel der Rußpartikel, etwa Dreiviertel der Stickoxide und fast alle Schwefeldioxide.
Katalysator, Filteranlage und Chemikalien binden bei der "Mein Schiff 3" fast Zweidrittel der Rußpartikel, etwa Dreiviertel der Stickoxide und fast alle Schwefeldioxide.© picture alliance/hafen-fotos.de
Hurtigruten plant, ab 2021 mindestens 6 Schiffe teilweise mit Biogas aus Fischabfällen anzutreiben.
Hurtigruten plant, ab 2021 mindestens 6 Schiffe teilweise mit Biogas aus Fischabfällen anzutreiben. © picture alliance / imageBROKER / Michael Narten
Die Aidanova ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Flüssiggas fährt: 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß, keine Rußpartikel, fast keine Stickstoff- und Schwefelemissionen. Aber: Flüssiggas wird meist durch umweltschädigendes Fracking gewonnen.
Die "Europa 2" (Hapag-Lloyd) hat einen Katalysator eingebaut, der den Ausstoß von Stickoxid um beinahe 95 Prozent verringert.
Ein Bett aus Luftblasen senkt den Fahrtwiderstand und damit den Verbrauch der "Harmony of the Seas" im Vergleich zum Vorgängerschiff um ein Fünftel.
Katalysator, Filteranlage und Chemikalien binden bei der "Mein Schiff 3" fast Zweidrittel der Rußpartikel, etwa Dreiviertel der Stickoxide und fast alle Schwefeldioxide.
Hurtigruten plant, ab 2021 mindestens 6 Schiffe teilweise mit Biogas aus Fischabfällen anzutreiben.

Wie eine Litfaßsäule Kraftstoff einspart

Sie sehen aus wie überdimensionierte Litfaßsäulen und sind zehnmal so effektiv wie gleichgroße Segel: Flettner-Rotoren zum Schiffsantrieb, benannt nach ihrem Erfinder Anton Flettner, gibt es seit etwa 100 Jahren.

Und so funktioniert's: Flettner-Rotoren sind rotierende Zylinder. Bläst sie der Wind an, wird dieser auf der einen Seite des Rotors beschleunigt und auf der anderen abgebremst. Es entsteht ein Sog, ähnlich wie bei der Tragfläche eines Flugzeugs. Das Schiff bewegt sich wegen des sogenannten Magnus-Effekts quer zur Windrichtung.

Das Transportschiff "E-Ship 1" soll bei günstigem Wind auf diese Weise bis zu 40 Prozent Kraftstoff sparen. Allerdings: Bei Flaute sind die Flettner-Rotoren genauso nutzlos wie Segel.

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Nicht ganz so grün: Die Klimabilanz der schwimmenden Hotels

Jeden Tag bläst ein großer Kreuzer laut Naturschutzbund (Nabu) 7,5 Tonnen Schwefeldioxid, etwa 5,25 Tonnen Stickoxid und die halbe Tonne Rußpartikel in die Luft. Weltweit sind etwa 300 Kreuzfahrtschiffe im Einsatz.

Auf offener See verbrennen die Schiffe in den meisten Fällen Schweröl, das bei der Verarbeitung von Erdöl als Abfall anfällt. In Küstennähe kommt der gereinigte "Marine-Diesel" zum Einsatz. Aber selbst der ist viel dreckiger als „normales" Benzin oder Diesel. Ältere Kreuzfahrtschiffe fahren noch dazu ohne Abgasfilter.

Das jährliche Umwelt-Ranking der Kreuzer findest du auf nabu.de.

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© picture alliance/Jens Büttner

Dürfen Schiffe überhaupt so umweltschädlich sein?

  • Es gibt bislang wenige Klima-Gesetze für Schiffe.
  • Immerhin existieren Klima-Ziele: Die EU will bis 2020 einen "guten Meereszustand" erreichen.
  • Die "International Maritime Organization" der Vereinten Nationen fordert: Die Schadstoffemissionen bis 2050 auf die Hälfte zu reduzieren.
  • Seit Anfang 2018 müssen Schiffe in der EU nachweisen, wie viel Kohlenstoffdioxid sie ausstoßen, wenn sie in einem Hafen anlegen. CO2-Höchstwerte gibt es nicht.
  • Festgeschrieben ist der Schwefelanteil im Schweröl, der darf 3,5 Prozent nicht übersteigen. Klingt wenig, ist aber 3500-mal so hoch wie der im Straßenverkehr erlaubte Wert.
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Das Kreuz mit den Schiffen: Overtourism

Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen besuchen Venedig pro Jahr. Die Lagunenstadt leidet massiv unter dem "Touristenansturm". Eine der Folgen: Die Kreuzfahrtschiffe zerstören durch ihre Wellen die Fundamente der Häuser. 2018 ankerten allein vor Venedig 502 Ferienschiffe - mit etwa 1,56 Millionen Gästen an Bord.

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Seit Dubrovnik Kulisse für Games of Thrones war, fluten Fans der Serie die malerische Altstadt. Ein normaler Alltag ist da kaum möglich. Über ähnliche Probleme klagen Amsterdam, Barcelona, Palma de Mallorca, Athen und und und ...

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Waren Touristen früher noch eine beliebte Einnahmequelle, sind sie heute in manchen Städten unerwünscht. In Palma de Mallorca protestieren bereits Einwohner mit Transparenten.

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Die Städte reagieren: Venedig will Eintritt verlangen und Dubrovnik die Ankunft der Kreuzer besser koordinieren.

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