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Catch me if you can! Die schlauesten Jäger im Tierreich

  • Veröffentlicht: 15.12.2020
  • 07:45 Uhr
  • Heike Predikant

Buckelwale jagen mit Luftblasen, Delfine mit Schneckenhäusern, andere haben weitaus brutalere Strategien entwickelt, um Beute zu machen. Und der Pandabär? Der ist einfach zum Pflanzenfresser geworden.

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Das Wichtigste zum Thema Jagd-Strategien der Tiere

  • Tiere jagen oft in Gruppen. Ein Rudel kann nicht nur fettere Beute machen, sondern sich auch besser gegen Räuber verteidigen.

  • Dabei ist nicht immer Teamwork angesagt. Grizzly-Bären, Krokodile und Schwalben etwa versammeln sich an Orten, wo es reichlich Futter gibt - doch jedes Tier jagt für sich. Schließlich hat sein Erfolg oder Misserfolg keinen Einfluss auf das Jagdglück des Nachbarn.

  • Wander-Ameisen hingegen fallen oft zu Tausenden über ihr Opfer her. So sind sie in der Lage, 100-fach größere Beutetiere zu überwältigen.

  • Ein Einzelgänger ist der Tiger. Auf der Suche nach Beute streift er meist nachts durch die Wälder. Und weil das Nahrungsangebot dort üppig und gleichmäßig verteilt ist, wird er auch allein leicht fündig.

  • Lauerjäger verharren an Ort und Stelle. Ihr Erfolgsgeheimnis liegt darin, dass sie überraschend zuschlagen. Ein Chamäleon kann jagen, ohne sich einen Millimeter zu bewegen - Insekten "angelt" es sich mit seiner Schleuderzunge.

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Geschickte und trickreiche Jagd: So machen diese Tiere fette Beute

Tödlicher Fake! Die Wüsten-Todesotter gräbt sich gerne im Sandboden ein und streckt nur das dünne Schwanz-Ende heraus. Kommt potentielle Beute vorbei - etwa eine Schuppen-Echse aus der Familie der Agamen oder Skinke - wedelt sie mit ihrem Anhängsel. Das Kriechtier glaubt, einen Wurm entdeckt zu haben. Doch bevor es zubeißen kann, schnellt die Schlange hoch und schlägt die Giftzähne in ihr Opfer.
Tödlicher Fake! Die Wüsten-Todesotter gräbt sich gerne im Sandboden ein und streckt nur das dünne Schwanz-Ende heraus. Kommt potentielle Beute vorbei - etwa eine Schuppen-Echse aus der Familie der Agamen oder Skinke - wedelt sie mit ihrem Anhängsel. Das Kriechtier glaubt, einen Wurm entdeckt zu haben. Doch bevor es zubeißen kann, schnellt die Schlange hoch und schlägt die Giftzähne in ihr Opfer. © Getty Images
Der Glockenreiher heißt nicht umsonst so. An der Stelle im Flachwasser, wo er Leckerbissen vermutet, breitet er seine Flügel glockenartig über dem Kopf aus. Und zwar so, dass die Spitzen der Schwingen die Wasseroberfläche berühren. Der Clou: Der erzeugte Schatten zieht Fische an. Und die kann sich der Vogel dann - bei guter Sicht - picken. Hilfreicher Nebeneffekt der Feder-Glocke: Sie verbirgt die verräterische Silhouette des
Der Glockenreiher heißt nicht umsonst so. An der Stelle im Flachwasser, wo er Leckerbissen vermutet, breitet er seine Flügel glockenartig über dem Kopf aus. Und zwar so, dass die Spitzen der Schwingen die Wasseroberfläche berühren. Der Clou: Der erzeugte Schatten zieht Fische an. Und die kann sich der Vogel dann - bei guter Sicht - picken. Hilfreicher Nebeneffekt der Feder-Glocke: Sie verbirgt die verräterische Silhouette des© imago images / blickwinkel
Die blasen ihrer Beute was! Jagende Buckelwale stoßen gezielt Luftblasen in kreisförmigen Mustern aus, die wie ein Netz für Plankton, Krill und kleine Fische wirken. Heringe und Co. können die dichten Blasen-Ansammlungen nicht durchschwimmen und sind im Inneren gefangen. Die Meeresriesen müssen dann nur noch nach oben stoßen - mit weit geöffnetem Maul. In ihrer Fütterungssaison (Mai bis Oktober) fressen sie bis zu 22 Stunden
Die blasen ihrer Beute was! Jagende Buckelwale stoßen gezielt Luftblasen in kreisförmigen Mustern aus, die wie ein Netz für Plankton, Krill und kleine Fische wirken. Heringe und Co. können die dichten Blasen-Ansammlungen nicht durchschwimmen und sind im Inneren gefangen. Die Meeresriesen müssen dann nur noch nach oben stoßen - mit weit geöffnetem Maul. In ihrer Fütterungssaison (Mai bis Oktober) fressen sie bis zu 22 Stunden © imago images / alimdi
Frauenpower in der Wildnis: Wenn Löwinnen jagen, hetzen flinke Weibchen das Opfer und treiben es einer eher kräftig gebauten Artgenossin zu. Ohne sie würden die Sprinter oft leer ausgehen, da sie ihre Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h nicht lange durchhalten. So können ihnen beispielsweise die schnelleren Antilopen entkommen. Im Erfolgsfall teilen die Raubtiere die Beute untereinander und mit anderen Gruppenmitgliedern.
Frauenpower in der Wildnis: Wenn Löwinnen jagen, hetzen flinke Weibchen das Opfer und treiben es einer eher kräftig gebauten Artgenossin zu. Ohne sie würden die Sprinter oft leer ausgehen, da sie ihre Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h nicht lange durchhalten. So können ihnen beispielsweise die schnelleren Antilopen entkommen. Im Erfolgsfall teilen die Raubtiere die Beute untereinander und mit anderen Gruppenmitgliedern. © Getty Images
Zackenbarsche und Muränen bilden Räuber-Duos. Anstifter ist der Barsch: Hat er Hunger, nähert er sich einer Muräne in ihrem höhlenartigen Wohnraum, lockt sie durch Kopfschütteln heraus und führt sie zu einem Beutefisch. Sucht der Fisch Schutz in Felsspalten, ist die Muräne gefragt. Entwischt er ihr, lauert im offenen Wasser der Barsch. Obwohl die Beute nicht geteilt wird, erhaschen die Partner auf diese Weise mehr Futter (etw
Zackenbarsche und Muränen bilden Räuber-Duos. Anstifter ist der Barsch: Hat er Hunger, nähert er sich einer Muräne in ihrem höhlenartigen Wohnraum, lockt sie durch Kopfschütteln heraus und führt sie zu einem Beutefisch. Sucht der Fisch Schutz in Felsspalten, ist die Muräne gefragt. Entwischt er ihr, lauert im offenen Wasser der Barsch. Obwohl die Beute nicht geteilt wird, erhaschen die Partner auf diese Weise mehr Futter (etw© imago images / OceanPhoto
Tödlicher Fake! Die Wüsten-Todesotter gräbt sich gerne im Sandboden ein und streckt nur das dünne Schwanz-Ende heraus. Kommt potentielle Beute vorbei - etwa eine Schuppen-Echse aus der Familie der Agamen oder Skinke - wedelt sie mit ihrem Anhängsel. Das Kriechtier glaubt, einen Wurm entdeckt zu haben. Doch bevor es zubeißen kann, schnellt die Schlange hoch und schlägt die Giftzähne in ihr Opfer.
Der Glockenreiher heißt nicht umsonst so. An der Stelle im Flachwasser, wo er Leckerbissen vermutet, breitet er seine Flügel glockenartig über dem Kopf aus. Und zwar so, dass die Spitzen der Schwingen die Wasseroberfläche berühren. Der Clou: Der erzeugte Schatten zieht Fische an. Und die kann sich der Vogel dann - bei guter Sicht - picken. Hilfreicher Nebeneffekt der Feder-Glocke: Sie verbirgt die verräterische Silhouette des
Die blasen ihrer Beute was! Jagende Buckelwale stoßen gezielt Luftblasen in kreisförmigen Mustern aus, die wie ein Netz für Plankton, Krill und kleine Fische wirken. Heringe und Co. können die dichten Blasen-Ansammlungen nicht durchschwimmen und sind im Inneren gefangen. Die Meeresriesen müssen dann nur noch nach oben stoßen - mit weit geöffnetem Maul. In ihrer Fütterungssaison (Mai bis Oktober) fressen sie bis zu 22 Stunden
Frauenpower in der Wildnis: Wenn Löwinnen jagen, hetzen flinke Weibchen das Opfer und treiben es einer eher kräftig gebauten Artgenossin zu. Ohne sie würden die Sprinter oft leer ausgehen, da sie ihre Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h nicht lange durchhalten. So können ihnen beispielsweise die schnelleren Antilopen entkommen. Im Erfolgsfall teilen die Raubtiere die Beute untereinander und mit anderen Gruppenmitgliedern.
Zackenbarsche und Muränen bilden Räuber-Duos. Anstifter ist der Barsch: Hat er Hunger, nähert er sich einer Muräne in ihrem höhlenartigen Wohnraum, lockt sie durch Kopfschütteln heraus und führt sie zu einem Beutefisch. Sucht der Fisch Schutz in Felsspalten, ist die Muräne gefragt. Entwischt er ihr, lauert im offenen Wasser der Barsch. Obwohl die Beute nicht geteilt wird, erhaschen die Partner auf diese Weise mehr Futter (etw
Galileo

Tierische Jäger

Wenn wir Hunger haben, gehen wir einfach in den Supermarkt und kaufen uns etwas Leckeres. Ganz anders sieht das bei den Tieren aus: Diese haben geniale Tricks, um ihrer Beute aufzulauern und sie zu fangen.

  • Video
  • 08:01 Min
  • Ab 12
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Tierisch gutes Gerät: Delfine jagen mit einem Schneckenhaus

Delfine tauchen gern mit den Häusern von Meeres-Schnecken im Maul auf. Warum? Unter Wasser treiben sie Fische in leere Gehäuse, versperren mit ihrer Schnauze die Öffnung und bringen das Jagdgut nach oben. Dann lassen sie das Wasser herauslaufen und dabei die Leckerli in ihr Maul rutschen. Die spezielle Fangtechnik wird "Shelling" genannt. Lass es dir schnecken, Flipper!

Wie Delfine das "Shelling" erlernen

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Diese Tiere gehen bei der Jagd (beinahe) kriminell vor

⛔ Die Diebesspinne betreibt Hausfriedensbruch und stiehlt Nahrung aus fremden Netzen.

⛏️ Steinadler "knacken" Landschildkröten, indem sie sie aus bis zu 100 Metern Höhe auf Felsen fallen lassen.

🔫 Der spuckende Schützenfisch schießt mit einem Wasserstrahl Insekten von Ufer-Pflanzen herunter - aus bis zu 4 Metern Entfernung.

Zitter-Aale lähmen ihre Beute mit starken Stromschlägen.

🎒 Flohkrebse nehmen Flügelschnecken huckepack, die abschreckende chemische Stoffe produzieren, und schützen sich so vor Fressfeinden.

🤥 Die Langschwanz-Katze, auch Baum-Ozelot genannt, imitiert die Geräusche von Affenbabys, um erwachsene Tiere anzulocken und sie anschließend anzugreifen.

🦐 Fangschreckenkrebse schlagen mit bis zu 80 km/h auf ihre Beute oder Gegner ein. Das entspricht etwa der Schlagkraft einer Pistolenkugel.

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Das große Fressen: Können Raubtiere andere Tiere ausrotten?

Wüstenlangohren zum Beispiel jagen hochgiftige Skorpione. Im Lauf der Evolution wurden die sandfarbenen Fledermäuse immun gegen das Gift, so dass die einzige Abwehrstrategie der Gliederfüßer nicht mehr funktionierte.

Die Gefahr des Aussterbens jedoch besteht nicht. Denn sobald ein Beutetier zu selten wird, lohnt es sich nicht mehr für die Räuber, ihm nachzustellen. In dem Fall suchen sie sich neue Opfer - und die dezimierte Art kann sich erholen. Auf diese Weise entstehen Räuber-Beute-Zyklen mit periodisch schwankenden Populationsgrößen.

Der Panda is(s)t vegetarisch! Warum das Raubtier zum Pflanzenfresser wurde

Der Große Panda zählt zoologisch zu den Raubtieren und hat einen Fleischfresser-Magen. Dennoch verspeist er hauptsächlich Bambus - im Gegensatz zu den meisten anderen Bären, die auch kleine Nager oder Fische nicht verschmähen.

Er ist in der Lage, Bambus-Fasern zumindest teilweise zu verdauen, obwohl in seinem Erbgut Gene für Zellulose abbauende Enzyme fehlen. Die Spaltung der Stoffe übernehmen ungewöhnliche Darmbakterien, wie chinesische Forscher herausfanden.

Die Ernährungsumstellung führte zu weiteren Anpassungen: Auch große Backenzähne, starke Kau-Muskeln sowie ein "Pseudo-Daumen" zum Greifen der Nahrung sorgten dafür, dass sich aus den fleischfressenden Vorfahren des Pandas eine vegetarisch lebende Art von Raubtieren entwickeln konnte.

Die Vegetarier unter den Bären: Pandas brauchen bis zu 40 Kilo Bambus am Tag - mit der Nahrungsaufnahme sind sie 10 bis 16 Stunden beschäftigt.
Die Vegetarier unter den Bären: Pandas brauchen bis zu 40 Kilo Bambus am Tag - mit der Nahrungsaufnahme sind sie 10 bis 16 Stunden beschäftigt.© imago images / Xinhua
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