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Glaube

Islam: Das solltest du über die Weltreligion wissen

  • Aktualisiert: 13.03.2024
  • 17:00 Uhr
  • Galileo

Über kaum eine Religion wird wohl so viel diskutiert wie über den Islam. Hier erfährst du mehr über den Propheten Mohammed, die Ursprünge und Entwicklung der Religion sowie deren Brauchtümer, Symbole und die Rolle der Frauen innerhalb des Glaubens.

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Die wichtigsten Fakten zum Islam

  • Mehr als 1,9 Milliarden Menschen gehören weltweit dem Islam an. Sie glauben an Allah, den einzigen Gott. Wie das Christentum und Judentum ist der Islam eine monotheistische Religion.

  • Das Arabische behält im Islam seine Bedeutung als Gebetssprache für alle Anhänger:innen, unabhängig von ihrem Wohnort.

  • Die fünf Säulen des Islam leiten das Leben der Gläubigen. Eine davon ist das Fasten im Ramadan.

Islam: Geschichte, Gründer und Entstehung

Die Geschichte des Islam beginnt vor etwa 1.400 Jahren in der arabischen Stadt Mekka. Damals soll dem Karawanenführer Mohammed der Erzengel Gabriel erschienen sein. Er soll ihn einen Propheten genannt, ihm eine Offenbarung gemacht und ihn aufgefordert haben, die Menschen zu Allah zu bekehren. Sie sollen nur noch an einen Gott glauben - nicht mehr an viele verschiedene. Mohammed predigt zwölf Jahre lang und verlässt dann enttäuscht seine Heimatstadt. Kaum einer hört auf seine Worte. In der Oase Jathrib gelingt es ihm, den Streit zwischen zwei verfeindeten Stämmen zu schlichten. Die Bewohner der Oase bilden fortan eine Gemeinschaft. Und sie folgen Mohammeds Worten. Der Tag, an dem Mohammed nach Jathrib aufgebrochen ist, soll der 16. Juli 622 gewesen sein. Und das ist der Beginn der muslimischen Zeitrechnung. Aus der Oase Jathrib wird die Stadt Medina. Im Jahr 630 marschiert Mohammed mit 10.000 Männern in seiner Heimatstadt Mekka ein und erobert sie. Die Kaaba, in der bis dahin Götzen verehrt wurden, weiht Mohammed seinem Gott, Allah. Sie ist fortan wichtigstes Heiligtum im Islam.

Mohammed ist der wichtigste Prophet im Islam.
Mohammed ist der wichtigste Prophet im Islam.© Getty Images
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Islam: Das glaubt die Welt

Jesus im Islam

Die Geschichte von Maria und Jesus Geburt wird auch im Koran erzählt. Josef kommt im Koran allerdings nicht vor. Für Muslima und Muslime ist Jesus nicht, wie für die Anhänger:innen des Christentums, Gottes Sohn und auch nicht der Erlöser, sondern neben Abraham und Moses ein Prophet. Mohammed ist für sie der letzte und wichtigste Prophet.

Ein Mosaik von Jesus in der Hagia Sophia in Istanbul. Die Kirche aus dem 6. Jahrhundert wird seit dem 15. Jahrhundert als Moschee genutzt, mit einer kurzen Unterbrechung von 1935 bis 2020. In dieser Zeit war sie ein Museum.
Ein Mosaik von Jesus in der Hagia Sophia in Istanbul. Die Kirche aus dem 6. Jahrhundert wird seit dem 15. Jahrhundert als Moschee genutzt, mit einer kurzen Unterbrechung von 1935 bis 2020. In dieser Zeit war sie ein Museum.© Getty Images
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Die Spaltung des Islam

Als Mohammed im Jahr 632 stirbt, hat er keinen Nachfolger benannt. Das führt zum Streit zwischen seinen Anhänger:innen. Eine kleine Gruppe, die Schiiten, will nur einen Blutsverwandten von Mohammed als seinen Nachfolger anerkennen. Die andere Gruppe wählt Abu Bakr, einen Weggefährten Mohammeds, als Kalifen (das bedeutet auf Arabisch Nachfolger). Der vierte Kalif wird im Jahr 656 schließlich ein Blutsverwandter Mohammeds, nämlich sein Cousin und Schwiegersohn Ali. Doch damit beginnt ein Bürgerkrieg und als Ali im Jahr 661 ermordet wird, kommt es zur Spaltung des Islam. Die kleine Gruppe der Schiiten erkennt den fünften Kalifen nicht an. Als geistliche Führer gelten den Schiiten die Imame, die Nachkommen Alis. Bei Sunniten und Schiiten wird auch der Vorbeter einer Moschee Imam genannt.

Heute sind etwa zehn Prozent der Anhänger:innen des Islam Schiiten, sie leben vor allem im Iran, Irak und in Aserbaidschan. Noch heute ist das Zusammenleben beider Gruppen in vielen Ländern schwierig, viele politisch-religiöse Konflikte haben ihren Ursprung auch in der Spaltung des Islam.

Imam wird der Vorbeter einer Moschee genannt. Hier ein Imam in einer Moschee in Doha im Land Katar.
Imam wird der Vorbeter einer Moschee genannt. Hier ein Imam in einer Moschee in Doha im Land Katar.© Imago Images / Xinhua

Fünf Säulen im Islam: Nach welcher Lehre Muslima und Muslime leben

🧕 Islam, das bedeutet übersetzt: Hingabe an Gott. Muslime, das bedeutet: diejenigen, die sich Gott unterwerfen. Im Islam gibt es fünf Säulen, das sind die wichtigsten Pflichten im Leben einer Muslima und eines Muslims.

🗣 Wer den Islam als Glauben annehmen will, der muss sich zu Allah und zu seinem Propheten Mohammed bekennen. Wer den Satz "Es gibt keine Gottheit außer Gott, und Mohammed ist der Prophet Gottes" in ehrlicher Absicht sagt, ist Muslima oder Muslim. Das öffentliche Glaubensbekenntnis ist die erste Säule des Islam.

🧭 Die zweite Säule ist das Gebet zu Allah. Fünf Mal am Tag sollen Gläubige zu ihm beten und sich dabei in Richtung Mekka verneigen. Der Ruf zum Gebet lautet: Allahu Akbar. Das bedeutet: Gott ist groß. Wenn Muslima und Muslime in der Moschee oder einem Haus beten, verwenden sie einen Gebetsteppich. Beten sie im Freien auf der Erde, ist das nicht nötig.

💶 Außerdem sollen Anhänger:innen des Islam Geld an die Armen spenden - wenn sie nicht selbst bedürftig oder verschuldet sind. Es ist genau geregelt, wie viel sie spenden sollen: 2,5 Prozent ihres "ruhenden Netto-Kapitalvermögens". Zu den ruhenden Vermögenswerten gehören beispielsweise Bargeld, Schmuck und Mieteinnahmen. Die Höhe der "Zakat" variiert je nach Art des Besitzes, wie Bodenschätze, Tiere oder landwirtschaftliche Produkte. Muslime müssen dieses Vermögen mindestens ein Mondjahr lang besitzen. Die soziale Pflichtabgabe ist die dritte Säule des Islam.

☀️ Die vierte Säule ist das Fasten im Ramadan. Gläubige dürfen während des Fastenmonats nicht rauchen, trinken, essen oder Sex haben - solange die Sonne am Himmel steht. Wer alt, krank, schwanger oder auf Reisen ist, der muss nicht fasten. Auch Kinder sind davon ausgenommen.

🕋 Einmal im Leben sollte jede Muslima und jeder Muslim eine Pilgerfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien machen, die sogenannte Hadsch. Gläubige sollen die Kaaba siebenmal umrunden. In der Al-Haram-Moschee, in deren Mitte die Kaaba steht, sprechen die Pilger:innen Gebete. Und sie berühren einen heiligen Stein, der in die Kaaba eingelassen ist.

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Symbole des Islam

Islam Symbole einer Weltreligion
Islam Symbole einer Weltreligion© Galileo
Gott darf im Islam nicht abgebildet werden. Sein Name Allah in Kalligrafie aber ziert viele Moscheen, viele muslimische Häuser oder wird als Anhänger an einer Kette um den Hals getragen.
Gott darf im Islam nicht abgebildet werden. Sein Name Allah in Kalligrafie aber ziert viele Moscheen, viele muslimische Häuser oder wird als Anhänger an einer Kette um den Hals getragen.© Galileo
Die Gebetskette Misbaha mit 99 Perlen oder auch 33 oder elf Perlen ist eines der Symbole des Islam. Gläubige bewegen die Perlen beim Beten durch die Finger.
Die Gebetskette Misbaha mit 99 Perlen oder auch 33 oder elf Perlen ist eines der Symbole des Islam. Gläubige bewegen die Perlen beim Beten durch die Finger.© Galileo
Die Farbe Grün steht für den Islam. Der Prophet Mohammed soll sich oft grün gekleidet haben, heute ist das Grün Teil vieler Nationalflaggen und steht für die islamische Prägung eines Landes.
Die Farbe Grün steht für den Islam. Der Prophet Mohammed soll sich oft grün gekleidet haben, heute ist das Grün Teil vieler Nationalflaggen und steht für die islamische Prägung eines Landes.© Galileo
Die Sichel des Neumonds ist eines der Symbole des Islam und ziert zum Beispiel Moscheen. Der Neumond ist im Islam bedeutend, weil wichtige Feste nach dem Mondkalender gefeiert werden. Zum Beispiel der Fastenmonat Ramadan. Auch der Pilgermonat beginnt mit dem Neumond. Früher war die Mondsichel ein Zeichen für das Osmanische Reich. Die Muslime übernahmen es, als sie Byzanz - das heutige Istanbul - eroberten.
Die Sichel des Neumonds ist eines der Symbole des Islam und ziert zum Beispiel Moscheen. Der Neumond ist im Islam bedeutend, weil wichtige Feste nach dem Mondkalender gefeiert werden. Zum Beispiel der Fastenmonat Ramadan. Auch der Pilgermonat beginnt mit dem Neumond. Früher war die Mondsichel ein Zeichen für das Osmanische Reich. Die Muslime übernahmen es, als sie Byzanz - das heutige Istanbul - eroberten.© Galileo
Die Hamsa, die Hand der Fatima, soll Muslime und Muslima beschützen und Dämonen, Geister und Zauber abwehren. Sie ist nach der jüngsten Tochter Mohammeds aus erster Ehe benannt.
Die Hamsa, die Hand der Fatima, soll Muslime und Muslima beschützen und Dämonen, Geister und Zauber abwehren. Sie ist nach der jüngsten Tochter Mohammeds aus erster Ehe benannt.© Galileo
Für die Schiiten ist das Schwert Alis ein wichtiges Symbol. Mohammed soll seinem Schwiegersohn Ali ein Schwert mit doppelter Spitze geschenkt haben.
Für die Schiiten ist das Schwert Alis ein wichtiges Symbol. Mohammed soll seinem Schwiegersohn Ali ein Schwert mit doppelter Spitze geschenkt haben.© Galileo
Islam Symbole einer Weltreligion
Gott darf im Islam nicht abgebildet werden. Sein Name Allah in Kalligrafie aber ziert viele Moscheen, viele muslimische Häuser oder wird als Anhänger an einer Kette um den Hals getragen.
Die Gebetskette Misbaha mit 99 Perlen oder auch 33 oder elf Perlen ist eines der Symbole des Islam. Gläubige bewegen die Perlen beim Beten durch die Finger.
Die Farbe Grün steht für den Islam. Der Prophet Mohammed soll sich oft grün gekleidet haben, heute ist das Grün Teil vieler Nationalflaggen und steht für die islamische Prägung eines Landes.
Die Sichel des Neumonds ist eines der Symbole des Islam und ziert zum Beispiel Moscheen. Der Neumond ist im Islam bedeutend, weil wichtige Feste nach dem Mondkalender gefeiert werden. Zum Beispiel der Fastenmonat Ramadan. Auch der Pilgermonat beginnt mit dem Neumond. Früher war die Mondsichel ein Zeichen für das Osmanische Reich. Die Muslime übernahmen es, als sie Byzanz - das heutige Istanbul - eroberten.
Die Hamsa, die Hand der Fatima, soll Muslime und Muslima beschützen und Dämonen, Geister und Zauber abwehren. Sie ist nach der jüngsten Tochter Mohammeds aus erster Ehe benannt.
Für die Schiiten ist das Schwert Alis ein wichtiges Symbol. Mohammed soll seinem Schwiegersohn Ali ein Schwert mit doppelter Spitze geschenkt haben.

Das ist wichtig im Leben einer Muslima und eines Muslims

🙏 Besonders wichtig ist das Freitagsgebet. Für muslimische Männer ist es eine Pflicht, an diesem Tag die Moschee zu besuchen. Frauen können das tun, müssen aber nicht. Der Muezzin ruft zum Gebet, der Vorbeter, der Imam, predigt und liest auf Arabisch Verse aus dem Koran vor. Außerdem beten alle gemeinsam.

📖 Der Koran ist das heilige Buch des Islam. Er besteht aus 114 Suren, also Kapiteln. Muslima und Muslime glauben, dass der Koran die Worte Gottes enthält. In seinen Suren wird Allah gepriesen und sie enthalten ganz konkrete Regeln für ein gläubiges Leben. Zum Beispiel steht darin, wie sich Anhänger:innen des Islam vor dem Gebet waschen sollen.

📚 Weil der Koran nicht alles umfasst, was im Leben der Gläubigen wichtig ist, gibt es eine Ergänzung: Sie wird Hadith oder Sunna genannt. Das sind sechs Bücher mit den Taten und den Aussprüchen Mohammeds. Sunna und Koran sind die beiden wichtigsten Quellen für die Scharia, das islamische Gesetz. Hinzu kommen die Auslegungen der islamischen Rechtsschulen, unter ihnen gibt es moderate, aber auch sehr strenge.

🎓 Rechtsgelehrte im Islam werden Ulema genannt. Diese Religions-Gelehrten sind Spezialisten darin, den Koran und den Hadith auszulegen und gelten als moralische Instanz. Wie groß ihr Einfluss ist, hängt von der jeweiligen Gemeinschaft ab. Im Iran zum Beispiel, in dem die Schiiten in der Mehrheit sind, ist die Rolle der Rechtsgelehrten sogar in der Verfassung des Landes niedergeschrieben. Es gibt den sogenannten Herrschenden Rechtsgelehrten, den Revolutionsführer. Er ist das Staats-Oberhaupt, der gewählte Präsident der Regierungschef.

✒️ Weil Gott für Anhänger:innen des Islam unergründlich ist, darf sein Gesicht nicht gezeigt werden. Stattdessen wird der Name Allah in Kalligraphie, also schönster Schrift, oft als Bild an die Wand gehängt oder als Anhänger an einer Kette um den Hals getragen.

Halal bedeutet im islamischen Glauben, dass etwas rechtmäßig ist, erlaubt und zulässig. Auf Lebensmitteln findet sich manchmal das Siegel "halal", das bedeutet, dass das Produkt zum Beispiel kein Schweinefleisch enthält. Andere Tiere müssen nach bestimmten religiösen Vorschriften getötet worden sein, damit Muslima und Muslime ihr Fleisch essen dürfen.

Haram ist das Gegenteil von halal und bedeutet unrechtmäßig, verboten. Haram ist es für Muslima und Muslime zum Beispiel, Alkohol zu trinken, Drogen zu konsumieren oder auch, andere Menschen zu bestehlen oder zu beleidigen.

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Erste weibliche Imamin: So kämpft sie für Gleichberechtigung im Islam

Die Rolle der Frau im Islam

🧕 Wie Frauen im Islam leben und welche Rolle sie in der Familie und in der Gesellschaft haben, hängt davon ab, in welchem Land sie leben und wie dort der Islam ausgelegt wird.

👫 Viele Muslime sagen: Vor Gott sind Männer und Frauen gleich und gleichberechtigt. Gott hat ihnen jedoch unterschiedliche Aufgaben zugewiesen. Für den Unterhalt der Familie sorgt der Mann, die Aufgabe der Frau ist es, sich um die Kinder zu kümmern und für ihr Wohl zu sorgen.

🤵 Ein Mann darf mehrere Frauen haben, eine Frau darf nur einen Mann heiraten. Den darf sie sich aber aussuchen. Das soll Prophet Mohammed so gesagt haben.

📚 Wie in anderen Religionen ist es aber so, dass Frauen in religiösen Gesellschaften in vielen Bereichen des Lebens eingeschränkt werden. Das sind teilweise jahrhundertealte Traditionen, die das Leben der Frauen noch heute beeinflussen. Zum Beispiel erhalten muslimische Mädchen oft eine deutlich schlechtere Schulbildung als muslimische Jungen.

💪 Doch es gibt Protest: Ein junges Mädchen aus Pakistan, Malala Yousafzai, setzt sich seit sie elf Jahre alt ist, dafür ein, dass Mädchen in islamischen Ländern zur Schule gehen dürfen. Im Jahr 2012 schoß ihr ein Talibankämpfer im Schulbus in den Kopf. Sie überlebte und setzt sich bis heute dafür ein, dass auch Mädchen eine Schulbildung bekommen. Im Jahr 2014 hat sie im Alter von 17 Jahren den Friedensnobelpreis erhalten.

👚 Gläubige Männer und Frauen sollen Kleidung tragen, in der sie nicht das Interesse des anderen Geschlechts auf sich ziehen. Frauen sollen außerdem ihr Haar mit einem Schleier, einem Hijab, bedecken. Es gibt Frauen, die gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen, andere tun es freiwillig. Und manche lassen es bleiben und zeigen ihr Haar in der Öffentlichkeit.

👰 In vielen muslimischen Familien ist es sehr wichtig, dass die Töchter als Jungfrauen in die Ehe gehen. Bei den jungen Männern ist es nicht so wichtig, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben.

👨‍🦰 In Saudi-Arabien zum Beispiel gelten sehr strenge Regeln: Eine Frau steht ihr Leben lang unter der Vormundschaft eines Mannes. Ihres Vaters, ihres Bruders, ihres Ehemannes - oder sogar ihres Sohnes. Die Frau braucht seine Erlaubnis, um sich beispielsweise von einem Arzt untersuchen zu lassen oder zu verreisen.

🚗 Bis zum Jahr 2018 durften Frauen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren. Inzwischen ist es ihnen erlaubt.

🙏 In den meisten Moscheen beten Männer und Frauen getrennt. Männer beten vorne, Frauen hinter ihnen. Oder die Frauen beten in einem Nebenraum. Frauen sollen die Männer nicht vom Gebet ablenken. In Mekka allerdings beten Männer und Frauen gemeinsam.

🕌 Es gibt weltweit Frauen, die sich für einen liberalen Islam einsetzen. In Berlin zum Beispiel hat die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş im Jahr 2017 eine Moschee gegründet, in der Männer und Frauen gemeinsam beten.

Islam: Feiertage und Feste

Der Ramadan ist der muslimische Fastenmonat. Ihn einzuhalten ist eine der fünf Säulen des Islam. Gläubige dürfen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht essen, trinken, rauchen oder Sex haben.
Der Ramadan ist der muslimische Fastenmonat. Ihn einzuhalten ist eine der fünf Säulen des Islam. Gläubige dürfen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht essen, trinken, rauchen oder Sex haben.© Imago Images / epd
Einen Tag nach Ramadan feiern Muslime das Eid al-Fitr (arabisch: Id Al-Fitr), hierzulande auch als Zuckerfest bekannt. Die Kinder bekommen Süßigkeiten und Geschenke.
Einen Tag nach Ramadan feiern Muslime das Eid al-Fitr (arabisch: Id Al-Fitr), hierzulande auch als Zuckerfest bekannt. Die Kinder bekommen Süßigkeiten und Geschenke.© Imago Images / Xinhua
Das Opferfest nach der Pilgerfahrt nach Mekka ist das wichtigste Fest im Islam. Vorher gibt es große Viehmärkte, denn zum Opferfest wird ein Tier geschlachtet.
Das Opferfest nach der Pilgerfahrt nach Mekka ist das wichtigste Fest im Islam. Vorher gibt es große Viehmärkte, denn zum Opferfest wird ein Tier geschlachtet.© Imago Images / Pacific Press Agency
Anhänger:innen des Islam feiern in Indonesien den Neujahrstag mit einem Fackelzug. Muslima und Muslime gedenken an diesem Tag Mohammeds Auswanderung aus seiner Geburtsstadt Mekka.
Anhänger:innen des Islam feiern in Indonesien den Neujahrstag mit einem Fackelzug. Muslima und Muslime gedenken an diesem Tag Mohammeds Auswanderung aus seiner Geburtsstadt Mekka. © Imago Images / ZUMA Wire
Aschura wird am zehnten Tag nach Neujahr gefeiert, es ist der wichtigste schiitische Feiertag. Hier eine Szene aus Istanbul. Schiiten gedenken an diesem Tag dem Enkel von Mohammed, Husain.
Aschura wird am zehnten Tag nach Neujahr gefeiert, es ist der wichtigste schiitische Feiertag. Hier eine Szene aus Istanbul. Schiiten gedenken an diesem Tag dem Enkel von Mohammed, Husain. © Getty Images
In Pakistan feiern Schiiten den Geburtstag des Propheten Mohammed. Der Feiertag heißt Mevlid Kandili oder auch Maulid an-Nabi.
In Pakistan feiern Schiiten den Geburtstag des Propheten Mohammed. Der Feiertag heißt Mevlid Kandili oder auch Maulid an-Nabi.© Imago Images / Pacific Press Agency
Der Ramadan ist der muslimische Fastenmonat. Ihn einzuhalten ist eine der fünf Säulen des Islam. Gläubige dürfen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht essen, trinken, rauchen oder Sex haben.
Einen Tag nach Ramadan feiern Muslime das Eid al-Fitr (arabisch: Id Al-Fitr), hierzulande auch als Zuckerfest bekannt. Die Kinder bekommen Süßigkeiten und Geschenke.
Das Opferfest nach der Pilgerfahrt nach Mekka ist das wichtigste Fest im Islam. Vorher gibt es große Viehmärkte, denn zum Opferfest wird ein Tier geschlachtet.
Anhänger:innen des Islam feiern in Indonesien den Neujahrstag mit einem Fackelzug. Muslima und Muslime gedenken an diesem Tag Mohammeds Auswanderung aus seiner Geburtsstadt Mekka.
Aschura wird am zehnten Tag nach Neujahr gefeiert, es ist der wichtigste schiitische Feiertag. Hier eine Szene aus Istanbul. Schiiten gedenken an diesem Tag dem Enkel von Mohammed, Husain.
In Pakistan feiern Schiiten den Geburtstag des Propheten Mohammed. Der Feiertag heißt Mevlid Kandili oder auch Maulid an-Nabi.

Islamisch oder islamistisch: Das ist der Unterschied

Als Islamisten werden Anhänger:innen des Islam bezeichnet, die wollen, dass in einem Land nur die Regeln des Koran und der Scharia gelten. Sie wollen einen islamischen Staat errichten, wollen also keine Trennung zwischen Staat und Religion. Islamische Fundamentalisten lehnen es ab, den Koran auszulegen, für sie ist er das Wort Gottes.

Die Ursprünge des Islamismus gehen auf Reform-Bewegungen des Islam im 18. Jahrhundert zurück, die eine Rückbesinnung auf den Islam des 7. Jahrhunderts anstrebten. Aus den verschiedenen Reformbewegungen, die bis in die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts reichten, ist der moderne Islamismus entstanden. Innerhalb des Islamismus gibt es verschiedene Strömungen und Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen vom politischen System. Es gibt Gruppen, die Gewalt ablehnen, und solche, die ihn als Mittel sehen, ihre Ziele zu erreichen. Im Jahr 1928 wurde in Ägypten die erste und eine bis heute sehr einflussreiche islamistische Gruppierung gegründet: die Muslimbruderschaft. Islamisten verübten die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA und sie verübten auch in Europa immer wieder Anschläge, etwa in Paris oder in Brüssel. Es gibt aber auch gemäßigte Islamisten, wie beispielsweise die Partei AKP in der Türkei.

In Deutschland leben etwa 5,6 Millionen Muslima und Muslime. Nur ein ganz kleiner Teil von ihnen kann als Islamisten bezeichnet werden. Der größte Teil der Anhänger:innen des Islam leben ihre Religion friedlich.

Häufige Fragen zum Islam

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