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Impfreisen: Wie stehst du dazu?

  • Veröffentlicht: 25.02.2021
  • 19:20 Uhr
  • Galileo
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Bis zum Ende des Sommers sollen sich alle Deutschen impfen lassen können. Einigen geht das aber nicht schnell genug. Sie wollen im Ausland früher an das kostbare Vakzin kommen. Das Interesse an sogenannten Impfreisen steigt. Experten sehen den Impf-Tourismus kritisch.

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Das Wichtigste zum Thema Impfreisen

  • Deutschland fährt zusammen mit seinen Partnern in der Europäischen Union (EU) eine gemeinsame Impf-Strategie. Im Gegensatz zu etwa Notzulassungen wie in Großbritannien setzt die Bundesregierung auf bedingte Zulassungen durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Eine Verordnung legt die Impf-Reihenfolge fest.

  • Für Kritiker läuft diese Impfstrategie trotz der schnellen Impfstoffentwicklung zu langsam. Gewiefte Unternehmer sehen darin ein mögliches Geschäftsfeld: Sie wollen Reisen in Länder anbieten, wo sich Touristen schneller impfen lassen können.

  • Vor allem für Wohlhabendere könnten solche Impfreisen ein reizvolles Schlupfloch sein. Experten kritisieren den Impf-Tourismus nicht zuletzt aus moralischen Gründen.

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Urlaub + Impfung? Das steckt hinter den Impfreisen

In Deutschland regelt die Corona-Impfverordnung, wer in welcher Reihenfolge geimpft wird. Risikogruppen sind demnach zuerst dran. Bis zum Ende dieses Sommers soll jedoch jeder ein Impf-Angebot bekommen.

Einige möchten scheinbar nicht so lange warten. Zuletzt gab es Berichte über Impfreisen: Manche Reiseveranstalter stellen offenbar Urlaube in Aussicht, in denen Touristen eine Corona-Impfung im Ausland erhalten könnten, um früher als geplant geimpft nach Hause zurückzukehren.

🛫 Fürs Impfen nach Dubai, Indien oder Russland?

Berichten zufolge sollen bald weltweit Impfreisen beispielsweise nach Großbritannien, Indien, Russland, in die USA oder die Vereinigten Arabischen Emirate möglich sein. Auch bei einigen deutschen und österreichischen Anbietern können Interessierte zunächst unverbindlich ihre Reise- und Impf-Bereitschaft hinterlegen.

Wer über eine Impfreise nachdenkt, sollte aber nicht zuletzt auch das notwendige Kleingeld mitbringen: Für Impfreisen sind Preise von mehreren Tausend Euro im Gespräch, zuzüglich der Corona-Impfung.

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Wie stehst du zu Impfreisen?

Sind Impfreisen überhaupt erlaubt?

Grundsätzlich rät das Auswärtige Amt nach wie vor von nicht notwendigen touristischen Reisen ab. Bedingt durch die Corona-Pandemie gelten weltweit noch immer unzählige Reisewarnungen.

Zurzeit handelt es sich beim Impf-Tourismus um ein eher undurchsichtiges Feld mit zwielichtigen Angeboten. Wirklich seriöse Reise-Angebote suchen ungeduldige Impfwillige vergeblich.

Unklar ist zudem, wie Juristen über rechtliche Konsequenzen für Impf-Touristen entscheiden würden.

Innerhalb Deutschlands droht Impf-Vordränglern im Zuge einer geplanten Gesetzesänderung bald womöglich eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro. Zuletzt gab es Berichte unter anderem über Bürgermeister und Polizisten, die offenbar mit Impfstoffresten gespritzt wurden, obwohl sie nicht zu den derzeit priorisierten Gruppen gehörten.

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Sollten wir bald alle Impfreisen buchen?

Im US-Bundesstaat Florida gab es bereits Aufregung um Impf-Drängler. Weil sich dort zeitweise nicht nur Anwohner impfen lassen konnten, reisten Menschen aus anderen Teilen der USA sowie dem Ausland zum Impfen nach Florida.

Befürworter von Impfreisen meinen: Impf-Touristen könnten Vorbilder für Skeptiker und Verweigerer sein. Außerdem sollten Impfstoff-Reste lieber so verwertet werden als übrig zu bleiben und entsorgt zu werden.

Experten haben Zweifel, ob tatsächlich ausschließlich übriggebliebene Impfdosen an die zahlungskräftigen Touristen verimpft würden. Überhaupt sollten nicht diejenigen mit dem meisten Geld die Rest-Impfdosen bekommen, sondern die Menschen in den Ländern, die diese am dringendsten benötigen.

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