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Hochsee-Abkommen: So will die UN die Weltmeere schützen

  • Veröffentlicht: 07.03.2023
  • 17:48 Uhr
  • André Marston Alvarez

Seit mehr als einem Jahrzehnt haben die UN-Mitgliedsstaaten um eine Abkommen zum Schutz der Hochsee gerungen. Nun kam es endlich zum historischen Durchbruch. Wir erklären dir, welche Folgen das für die Weltmeere haben soll. Im Clip: Was wird gegen Plastikmüll im Meer unternommen?

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Das Wichtigste zum Thema Hochsee-Abkommen

  • "Das Schiff hat das Ufer erreicht". Mit diesen Worten verkündete Rena Lee, die Leiterin der UN-Konferenz am 4. März in New York das Ergebnis einer zuletzt 36-stündigen Verhandlungssitzung.

  • Vertreter aus mehr als 100 UN-Staaten haben sich hierbei auf den völkerrechtlich bindenden Vertrag über die "Biodiversität jenseits nationaler Gesetzgebung" (BBNJ) zum Schutz der Meere geeinigt.

  • Die Staatengemeinschaft schafft mit dem BBNJ-Vertrag den rechtlichen Rahmen für ein Vorhaben, das beim UN-Biodiversitätsgipfel im Dezember 2022 in Montreal beschlossen wurde: Bis zum Jahr 2030 sollen 30 Prozent der weltweiten Hochsee unter Schutz gestellt werden.

  • Das Abkommen führt damit erstmals verpflichtende Vorschriften für den Schutz der Hohen See ein. Diese umfassen auch Umweltverträglichkeits-Prüfungen sowie weitere Maßnahmen, die darauf abzielen, gefährdete Arten und ihre Lebensräume effektiver zu schützen.

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Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, äußert sich zum UN-Abkommen

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Was genau gilt als Hochsee?

  • Als Hochsee, oder auch Hohe See, wird der Teil der Meere bezeichnet, der nicht unter der Kontrolle eines bestimmten Staates steht. Dazu zählen circa 60 Prozent der Weltmeere.
  • Geografisch gesehen beginnt die Hochsee abseits der Wirtschaftszone eines Landes, also ab 370 Kilometer (200 Seemeilen) Entfernung zur Küste.
  • Bisher war die Hochsee ein weitgehend rechtsfreier Raum. Daher stand nur rund ein Prozent des internationalen Gewässers unter Schutz. Das neue UN-Abkommen macht es nun möglich, die Schutzgebiete erheblich auszuweiten.
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Info-Grafik zum UN-Hochsee-Abkommen: Hier beginnt die Hohe See

Dort fängt die Hochsee an und so viel Anteil macht die Hochsee aus.
Dort fängt die Hochsee an und so viel Anteil macht die Hochsee aus. © Galileo

UN-Abkommen zum Schutz der Hochsee: Das wurde beschlossen

🌊 Neben der Möglichkeit zur Ausweisung neuer Schutzzonen schafft das Abkommen auch Regeln für Umweltverträglichkeits-Prüfungen. Dadurch sollen negative Auswirkungen durch neue Meeresnutzungen vermieden werden.

🗳️ Als ein weiterer wichtiger Erfolg des Abkommens gilt: Viele Entscheidungen, wie die Bestimmung neuer Schutzgebiete, können künftig schon mit einer Dreiviertelmehrheit getroffen werden.

🛑 Aufgrund des Konsens-Prinzips konnten einzelne Nationen bislang solche Beschlüsse blockieren. Vor allem China und Russland hatten sich bis jetzt dafür ausgesprochen, dass solche Abstimmungen einstimmig entschieden werden müssen.

🧬 Eine weitere Einigung gab es beim bis zuletzt heiß diskutierten Ausgleich für den Zugang und die Nutzung von marinen genetischen Ressourcen.

💊 Hintergrund ist der Fund bisher unbekannter Tiefsee-Lebewesen, die möglicherweise zur Gewinnung neuer Medikamente genutzt werden könnten.

🔬 Da viele Entwicklungsländer nicht die Technologien besitzen, diese Ressourcen für sich zu nutzen, sollen sie in Zukunft stattdessen einen finanziellen Ausgleich erhalten.

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Darum ist das Schutz-Abkommen so wichtig

🐠 Fast zehn Prozent aller im Meer lebenden Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Gründe dafür sind zum Beispiel Überfischung, Verschmutzung und die fortschreitende Zerstörung von Lebensräumen durch den Klimawandel.

🌎 Dabei produzieren die im Ozean lebenden Lebewesen die Hälfte des von uns benötigten Sauerstoffs. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet bei-spielsweise Plankton.

🌡️ Zudem absorbieren unsere Ozeane einen Großteil der menschengemachten Treibhausgase. Sie wirken wie Puffer gegen den Klimawandel, da sie einen Großteil der zusätzlichen globalen Erhitzung aufnehmen.

🍴 Die Weltmeere sind auch für die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln wichtig. Für über drei Milliarden Menschen stellen Fische und Meeresfrüchte die wichtigsten Proteinquellen dar.

UN-Abkommen: So geht es nun weiter

Noch ist der Vertrag nicht in Kraft getreten. Dafür muss er erst noch von genügend UN-Mitgliedern anerkannt und in nationales Recht übersetzt werden. Dass sich der ausgehandelte Vertrag noch einmal in Verhandlungen ändert, schließt UN-Konferenzleiterin Lee aus. "Es wird keine Wiederaufnahme oder inhaltlichen Diskussionen mehr geben", erklärte sie.

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Häufig gestellte Fragen zum Hochsee-Abkommen

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