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Falscher Hai-Alarm: Warum der Fisch gar kein Killer ist

  • Veröffentlicht: 05.04.2022
  • 20:45 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau
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Haie sind die größten Raubfische der Erde. Aber sind sie wirklich blutrünstige Menschenfresser? Alle Fakten dazu findest du in unseren Hai-Lights.

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Das Wichtigste zum Thema Haie

  • Filme wie "Der weiße Hai" oder "Meg" befeuern die Angst vor Haien als Killer und Menschenfresser.

  • Dabei haben Haie viel mehr Grund, uns zu fürchten. Jährlich sterben weltweit 5 bis 10 Personen durch Hai-Angriffe - durch uns Menschen mehr als 100 Millionen Haie im Jahr.

  • Der Grund: Ihre Flossen. In Asien gelten sie als potenzsteigernde Delikatesse. Bis zu 400 Euro kosten Haifischflossen-Suppen in Hongkong. Viele Haie verenden auch als Beifang in den Fischernetzen.

  • Haie spielen eine wichtige Rolle für die Ozeane. Sie stehen in der Nahrungskette ganz oben. Sterben sie aus, gerät das Ökosystem der Meere aus der Balance.

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Die Zahl der Haie in den Weltmeeren sinkt

Forschende der Simon Fraser University im kanadischen Burnaby fanden heraus, dass die Zahl der Haie und Rochen in den Weltmeeren in den vergangenen 50 Jahren um 71 Prozent gesunken ist.

  • Mehr als drei Viertel aller im Meer lebenden Arten von Haien und Rochen seien in ihrem Bestand gefährdet.
  • 3 Hai-Arten seien sogar akut vom Aussterben bedroht: der Weißspitzen-Hochseehai, der Bogenstirn-Hammerhai und der Große Hammerhai. Grund: die Überfischung. Die Anzahl der gefischten Haie und Rochen sei im Vergleich zur Gesamtpopulation dieser Tiere seit 1970 um das 18-Fache gestiegen.
  • Die Forschenden fordern, dass Regierungen weltweit dringend handeln, um das Aussterben zahlreicher Hai- und Rochenarten zu verhindern. Zum Beispiel müssten diverse Fang-Obergrenzen eingeführt werden.

Fakten mit Biss.

Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
© Thomas Schrimpf
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
© Thomas Schrimpf
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
© Thomas Schrimpf
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
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Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
© Thomas Schrimpf
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
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Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
Tierische Clips der Woche: Tanzende Fangschrecken und Kuschel-Haie
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Haie haben den 6. Sinn

Haie und Rochen besitzen "Lorenzinische Ampullen" (Elektro-Sensoren), mit denen sie elektrische Felder anderer Lebewesen wahrnehmen - wie den Herzschlag, Muskel-Bewegungen und sogar Gehirn-Aktivitäten. Besonders praktisch, wenn sich die Beute im Seegras oder Sand versteckt.

Die Sensoren sind aber auch ein eingebauter Kompass: Meeresströmungen erzeugen elektrische Magnetfelder, und die kann der Hai spüren. So gelingt es den Tieren auch, sich zur Paarung immer wieder am gleichen Ort zu versammeln.

Aber auch die anderen Sinne der Haie sind messerscharf

🦈 Geruchssinn: Haie riechen etwa 10.000 mal besser als du. Sie wittern einen Tropfen Blut aus rund 1.000 Metern Entfernung. Aber: Tests zeigten, dass Haie nicht auf Menschenblut reagieren. Warum? Du stehst nicht auf der natürlichen Speisekarte der Haie.

🦈 Sehsinn: Da viele Hai-Arten auf dem Meeresboden leben oder in der Tiefe jagen, haben sie ein gutes Sehvermögen. Sie sehen in der Dämmerung sogar besser als Katzen.

🦈 Hörsinn: Unter Wasser verbreiten sich Schallwellen viermal schneller als an Land. Haie nehmen besonders niedrige Frequenzen im 100-Hz-Bereich wahr - denn die strahlen kranke oder verwundete Tiere aus. Also die perfekten Beutetiere.

🦈 Tastsinn: Hai-Haut fühlt sich an wie Schleifpapier und besteht aus winzigen zahnförmigen Plättchen. Die verringern den Reibungswiderstand und machen den Hai zum schnellen, effektiven Schwimmer.

🦈 Geschmackssinn: Auf dem Speiseplan der Haie stehen Fische, Weich- und Krebstiere oder auch kleine Walarten wie der Schweinswal. Menschen schmecken den Haien nicht.

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Hai-Lights aus den Ozeanen

Sieht aus wie ein Wal, ist aber ein Hai: Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Er wird 14 Meter lang und frisst nur Plankton. Übrigens: Der kleinste Hai, der Zwerghai, ist nur 25 Zentimeter klein.
Sieht aus wie ein Wal, ist aber ein Hai: Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Er wird 14 Meter lang und frisst nur Plankton. Übrigens: Der kleinste Hai, der Zwerghai, ist nur 25 Zentimeter klein.© Getty Images
Der Riesenhai ist das zweitgrößte Tier dieser Gattung. Auch er ist trotz seiner bedrohlichen Erscheinung ein reiner Plankton-Fresser.
Der Riesenhai ist das zweitgrößte Tier dieser Gattung. Auch er ist trotz seiner bedrohlichen Erscheinung ein reiner Plankton-Fresser. © Getty Images
Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Welt. Seinen Namen verdankt er seinem hellen Bauch, der mit den Jahren immer weißer wird.
Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Welt. Seinen Namen verdankt er seinem hellen Bauch, der mit den Jahren immer weißer wird.© Getty Images
Hammer! Auch Haie haben ein soziales Netzwerk. Manche Arten wie diese Hammerhaie versammeln sie sich immer wieder zu Schwärmen und streifen gemeinsam durch die Ozeane.
Hammer! Auch Haie haben ein soziales Netzwerk. Manche Arten wie diese Hammerhaie versammeln sie sich immer wieder zu Schwärmen und streifen gemeinsam durch die Ozeane. © Getty Images
Diese mystische Erscheinung ist ein Ammenhai. Er ruht tagsüber in Felsenhöhlen und geht nachts auf die Jagd. Wie der Weiße Hai gehört auch der Ammenhai zu den lebendgebärenden Arten. Die Haifisch-Babys sind kleine Miniatur-Ausgaben ihrer Mama. Schon bei der Geburt sind sie perfekt entwickelt.
Diese mystische Erscheinung ist ein Ammenhai. Er ruht tagsüber in Felsenhöhlen und geht nachts auf die Jagd. Wie der Weiße Hai gehört auch der Ammenhai zu den lebendgebärenden Arten. Die Haifisch-Babys sind kleine Miniatur-Ausgaben ihrer Mama. Schon bei der Geburt sind sie perfekt entwickelt.© Getty Images
Na, siehst du den Hai? Einige Mitglieder der Raubfisch-Familie sind wahre Tarnungs-Künstler, wie dieser fransige Teppichhai.
Na, siehst du den Hai? Einige Mitglieder der Raubfisch-Familie sind wahre Tarnungs-Künstler, wie dieser fransige Teppichhai. © Getty Images
Sieht aus wie ein Wal, ist aber ein Hai: Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Er wird 14 Meter lang und frisst nur Plankton. Übrigens: Der kleinste Hai, der Zwerghai, ist nur 25 Zentimeter klein.
Der Riesenhai ist das zweitgrößte Tier dieser Gattung. Auch er ist trotz seiner bedrohlichen Erscheinung ein reiner Plankton-Fresser.
Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Welt. Seinen Namen verdankt er seinem hellen Bauch, der mit den Jahren immer weißer wird.
Hammer! Auch Haie haben ein soziales Netzwerk. Manche Arten wie diese Hammerhaie versammeln sie sich immer wieder zu Schwärmen und streifen gemeinsam durch die Ozeane.
Diese mystische Erscheinung ist ein Ammenhai. Er ruht tagsüber in Felsenhöhlen und geht nachts auf die Jagd. Wie der Weiße Hai gehört auch der Ammenhai zu den lebendgebärenden Arten. Die Haifisch-Babys sind kleine Miniatur-Ausgaben ihrer Mama. Schon bei der Geburt sind sie perfekt entwickelt.
Na, siehst du den Hai? Einige Mitglieder der Raubfisch-Familie sind wahre Tarnungs-Künstler, wie dieser fransige Teppichhai.

Was war vor 500 Jahren so los im Meer? Dieser Hai weiß es

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Dieser Hai hier schwamm womöglich durch mittelalterliche Seeschlachten, vorbei an Piratenschiffen und sinkenden Schätzen. Der Eishai oder Grönlandhai wird Schätzungen zufolge bis zu 500 Jahre alt. Ein fast 400-jähriges Tier fanden Forscher bereits im Eismeer. Trotz ihres hohen Alters werden sie dem Urzeit-Hai Megalodon wohl nicht mehr begegnet sein. Dieser starb schon vor etwa 3 Millionen Jahren aus.

Grönlandhaie sind vermutlich die langlebigsten Wirbeltiere der Welt. Sie werden acht Meter groß und tauchen bis zu 2.000 Meter tief in kühlen Gewässern wie dem Nordatlantik. Die Weibchen sind erst mit 150 Jahren geschlechtsreif.

Das Geheimnis ihres Alters? Wahrscheinlich Gemächlichkeit: Der lateinische Name "Somniosus" heißt so viel wie "Der Träumende" oder "Der Schlafende" - denn die Tiere gleiten im Energiespar-Modus mit rund einem Kilometer die Stunde durch die Meere.

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Nicole, der schnellste Weiße Hai der Welt

🏆 Die schnelle Weiße Hai-Dame Nicole (benannt nach Hai-Fan Nicole Kidman) durchquerte in 9 Monaten zweimal den indischen Ozean und legte dabei rund 20.000 Kilometer zurück.

🌴 Ihre Reiseroute: Südafrika - Australien. Die Wanderlust der Weißen Haie ist (noch) ein Rätsel für die Forschende. Sie vermuten aber die Paarung der Tiere dahinter.

💀 Killerwale sind Nicoles einziger Fressfeind. Sie sind besonders scharf auf Leber, Herz und Hoden der Weißen Haie. Die enthalten die meisten Nährstoffe. Den Rest lassen die Orcas oft einfach links liegen.

🐋 Nicole ist keine leichte Beute. Es gibt jedoch einen Trick, den die Orcas anwenden: Sie jagen im Clan. Durch einen kräftigen Stoß drehen sie ihr Opfer auf den Rücken.

😵 Ein Mechanismus, der eine Art Muskel-Lähmung in Nicole auslöst und sie bis zu 15 Minuten außer Gefecht setzt. Genug Zeit für die Orcas, sich an den Delikatessen zu bedienen.

💤 Nicole kann nie lang und tief schlafen, denn durch ihre Kiemen muss ständig Wasser fließen - sonst ertrinkt sie. Für ein Nickerchen schaltet sie auf Autopilot und lässt sich gemächlich treiben.

KW 12

Deep Blue: Der größte Weiße Hai der Welt

“Deep Blue“ - was nach einem Horrorfilm klingt, ist der Name des größten Weißen Hais, der jemals gesichtet wurde. Mit einer Länge von über 6 Metern stellt die Raubfisch-Dame ihre männlichen Artgenossen locker in den Schatten. Ein echter Koloss der Unterwas

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  • 02:24 Min
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