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Grashüpfer: So unterscheiden sie sich von Heuschrecken

  • Veröffentlicht: 15.08.2023
  • 08:00 Uhr
  • Claudia Frickel

Sie sind giftgrün und können meterweit hopsen: Grashüpfer sind in unseren Gärten weitverbreitet. Trotzdem wirst du sie eher hören als sehen, denn die Insekten können laut zirpen. Was sie davon haben und wofür sie ihren langen Stachel benutzen, erklären wir hier. Außerdem erfährst du, wie du Grashüpfer und Heuschrecken unterscheidest.

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Grashüpfer: Die wichtigsten Fakten zu den Insekten

  • Grashüpfer sind meist grüne Insekten aus der Ordnung der Heuschrecken. 26 Arten tummeln sich in Mitteleuropa. Am bekanntesten ist der Gemeine Grashüpfer.

  • Wie alle Heuschrecken kommunizieren Grashüpfer über verschiedene zirpende Töne - und das ziemlich laut. Den Gemeinen Grashüpfer kannst du noch in zehn Metern Entfernung hören.

  • Um Klänge zu erzeugen, nutzen Grashüpfer ihre Hinterbeine. Daran sitzen kleine Zähne, die sie an ihrem Körper reiben - so ähnlich wie ein Geigenbogen auf einer Geige. Wohl deshalb hat der bekannte Grashüpfer Flip aus der Zeichentrickserie Maja oft eine Geige dabei.

  • Die kräftigen Hinterbeine haben noch einen anderen Zweck: Mit ihnen springen die Insekten meterweit. Das ist notwendig, um Feinden zu entkommen, denn fliegen können sie trotz ihrer Flügel nicht.

  • An Ende ihres langen Körpers sitzt bei Grashüpfern ein großer Stachel. Aber den benutzen sie nicht, um Menschen zu stechen. Er kommt bei der Fortpflanzung zum Einsatz.

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Alles zu Grashüpfern auf einen Blick

Fakten zum gemeinen Grashüpfer
Fakten zum gemeinen Grashüpfer© Galileo

Der Steckbrief des Gemeinen Grashüpfers

Wissenschaftlicher Name: Gemeiner Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus)

Unterordnung: Kurzfühlerschrecken

Familie: Feldheuschrecken

Lebensraum: in Europa fast überall, zudem bis nach Sibirien und Nordafrika

Größe: circa ein bis zwei Zentimeter

Farbe: meist hellgrün, außerdem bräunlich oder mit rötlichen Anteilen

Lebenserwartung: circa sechs Monate

Nahrung: Süßgräser, darunter Mais, Weizen oder Gerste

Feinde: Vögel, Igel, Mäuse, Spinnen, Maulwürfe, Füchse, Marder, Wildschweine

Verhalten: tagaktiv

Aktueller Bestand: nicht gefährdet

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Galileo

Insektenmythen

Endlich ist der Sommer wieder da, die Sonne scheint länger und das mögen nicht nur wir, sondern auch all die kleinen Krabbeltiere und Insekten, die uns in den warmen Monaten tagtäglich begegnen und begleiten: Marienkäfer und Grillen, Glühwürmchen und Weberknechte. Wir kennen sie alle schon seit unserer Kindheit, aber wissen wir wirklich, wie die kleinen Biester ticken?

  • Video
  • 12:34 Min
  • Ab 12

Wie sehen Grashüpfer aus und wofür brauchen sie Sprungbeine und Stachel?

  • Grashüpfer besitzen wie alle Insekten Fühler sowie sechs Beine. Das hintere Beinpaar ist etwas besonders: Es handelt sich um kräftige Sprungbeine.
  • Diese Beine setzen die Tiere wie Katapulte ein - und können damit bis zu zwei Meter weit hopsen. Ein Gemeiner Grashüpfer ist circa 1,5 bis 2 Zentimeter lang. Die Weibchen sind dabei größer als die Männchen.
  • Zum Vergleich: Ein 1,70 Meter großer Mensch müsste im Verhältnis zur Größe 170 Meter weit springen. Das entspricht anderthalb Fußballfeldern.
  • Der längliche Körper mit dem harten Außenskelett ist in die drei Teile Kopf, Brust und Hinterleib unterteilt. Am spitzen Kopf befinden sich die Facettenaugen.
  • Am hinteren Ende des Leibs sitzt ein langer Stachel. Der Körperteil ist für die Fortpflanzung wichtig: Die Insekten bohren damit Löcher in den Boden, in die die Weibchen dann ihre Eier legen.
  • Grashüpfer können mit ihren Mundwerkzeugen zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen. Gefährlich ist das nicht, kann aber wehtun.
Ein Gemeiner Grashüpfer
Ein Gemeiner Grashüpfer© picture alliance / blickwinkel/F. Hecker
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Grashüpfer und Heuschrecken: Das ist der Unterschied zwischen den Insekten

🔍 Heuschrecken sind eine Ordnung der Insekten mit weltweit 28.000 Arten. Sie unterteilen sich in Langfühler- und Kurzfühlerschrecken.

🦵 Auf den ersten Blick sehen sich die einzelnen Vertreter der Heuschrecken-Unterordnungen ziemlich ähnlich. Sie alle haben zum Beispiel die charakteristischen, hinteren Sprungbeine.

📏 Grashüpfer gehören zu den Kurzfühlerschrecken. Sie besitzen zwar zwei Fühler, aber die sind im Vergleich zu den Langfühlerschrecken viel kürzer.

📐 Bei Grillen dagegen reichen die Fühler bis zum Ende des Körpers - sie werden zu den Langfühlerschrecken gezählt.

🪰 Es gibt noch einen weiteren Unterschied: Bei Grashüpfern liegen die Flügel nicht übereinander. Sie sind wie bei einem Dach nebeneinander angeordnet. Sitzt der Grashüpfer ruhig da, überlappen sich die Flügelpaare nicht.

Grashüpfer-Lebensraum: Wo hüpften die Heuschrecken herum?

🌿 Grashüpfer wie die Gemeinen Grashüpfer mögen Gras - am liebsten, wenn es so hoch wie möglich ist, also selten oder nie gemäht wird.

🛣 Die Insekten leben etwa auf Wiesen und in Gärten, auf Verkehrsinseln, auf Grünstreifen an der Straße oder am Waldrand.

☀ Die wechselwarmen Tiere benötigen Sonne und warme Flächen, damit sie sich wohlfühlen.

💧 Einige seltener vertretene Grashüpfer-Arten haben damit zu kämpfen, dass ihre Lebensräume schwinden. Sie bevorzugen zum Beispiel Feuchtgebiete oder nährstoffarme Wiesen.

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Grashüpfer-Fortpflanzung: Diese Rolle spielt der Gesang

🔊 Grashüpfer kommunizieren über Töne - aber nur die Männchen. Sie locken dadurch die Weibchen an, wenn sie sich paaren wollen. Hörbar ist das Zirpen im Umkreis von zehn Metern! Die Flügel stellen die Grashüpfer dabei auf, so entsteht ein Resonanzkörper.

🎻 Damit die Töne entstehen, nutzen Gemeine Grashüpfer einen Kamm aus Sägezähnen an der Innenseite beider Hinterbeine. Sie reiben diese winzigen Zähne wie einen Geigenbogen in bestimmten Abständen an den Flügelkanten entlang.

🎶 Jede Abwärtsbewegung steht für eine Silbe. Die Tiere schaffen fünf Silben pro Sekunde. Es gibt sogar einzelne Strophen, zu der bis zu zehn Silben gehören. Zwischen den Strophen lassen die Insekten Pausen von bis zu zehn Sekunden.

🎙 Grashüpfer können noch andere Lieder anstimmen. Eins mit weniger und schnell aufeinanderfolgenden Silben soll Rivalen abschrecken.

🥚 Kommt es zur Paarung, setzt sich das Männchen auf das Weibchen. Dieses legt später die Eier in der Erde ab. Erwachsene Tiere sterben im Herbst.

📆 Die Eier überwintern und die Jungtiere schlüpfen im kommenden Frühjahr. Sie werden Nymphen genannt und sehen aus wie Mini-Grashüpfer. Anschließend häuten sie sich mehrfach - bis sie ausgewachsen sind und sich paaren können.

Grashüpfer-Nahrung: Was fressen die Insekten?

  • Grashüpfer wie der Gemeine Grashüpfer leben nicht nur im Gras, sie ernähren sich auch davon - besser gesagt von grasartigen Pflanzen und deren Halmen, Stängeln und Blüten.
  • Die Insekten knabbern an Süßgräsern, von denen es weltweit 12.000 Arten gibt. Das umfasst Gräser etwa auf dem Rasen oder Ziergräser wie Pampasgras.
  • Zu Süßgräsern werden ebenfalls Kulturpflanzen wie Mais, Weizen, Gerste, Reis, Hirse oder Bambus gezählt.
  • Andere Heuschrecken vertilgen zudem kleine Insekten. Unter den Grashüpfer-Arten sind das aber nur ganz wenige.
  • Wasser finden die Insekten vor allem in Form von Regenwasser, das sich an Blättern sammelt.

Grashüpfer in der Wohnung halten: Darauf solltest du achten

Möchtest du Grashüpfer als Haustiere halten, benötigst du ein Terrarium. Achte darauf, dass es genug Platz bietet, damit die Insekten klettern und vor allem springen können. 20 bis 40 Liter sollten es in jedem Fall sein - je nachdem, wie viele Tiere darin leben und ob sie sich fortpflanzen sollen.

Streue am Boden Sand aus und statte das Terrarium mit Ästen aus. Biete außerdem Möglichkeiten zum Verstecken. Im Inneren sollte tagsüber eine für die Insekten angenehme Temperatur vorherrschen, also 25 bis 30 Grad Celsius. Nachts kann es etwas kühler sein. Die Luft darf nicht zu trocken sein.

Grashüpfer fressen fast alle Gräser. Biete ihnen jeden Tag unterschiedliche Wild- und Ziergräser an, also etwa von der Wiese im Garten und vom Wegesrand. Besprühe das Futter mit etwas Wasser, bevor du es ins Terrarium legst. Zu nass darf es darin aber nicht sein.

Die wichtigsten Fragen zu Grashüpfern auf einen Blick

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