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Du willst deinen Namen in den Nachrichten hören? Kauf' dir ein Tief

  • Veröffentlicht: 11.02.2020
  • 09:30 Uhr
  • Galileo
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© picture alliance/Swen Pförtner/dpa

"Sabine" ist derzeit wohl der meistgenannte Vorname in Deutschland. Aber warum hieß das Sturmtief so? Und wie kannst du ein Tief oder Hoch taufen?

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Das Wichtigste zum Thema Wetter-Patenschaften

  • Das Sturmtief Sabine erreichte bis über 170 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit. Die Folgen: stillstehende Züge und Flugzeuge, gesperrte Straßen und Zehntausende Haushalte ohne Strom.

  • Wieso heißt es eigentlich Sabine? Sabine Kaufmann hat es sich für 199 Euro gekauft. Ob sie das immer noch tun würde?

  • Wer nicht mit Sturmschäden in Verbindung gebracht werden will, dem sei empfohlen ein Hoch zu benennen. Das kostet 299 Euro.

  • Das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin bietet solche Wetterpatenschaften seit 2002 an. So werden im Schnitt jedes Jahr 50 bis 60 Hochs und etwa 150 Tiefs benannt.

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Wie du das Wetter taufen kannst

📆 Schnell sein: Gegen Ende September beginnt die Namensvergabe bei dem Institut für Meteorologie für das folgende Jahr.

🔄 Geduldig sein: Damit Frauen nicht immer für das schlechte Wetter der Tiefs "verantwortlich" sind (so wie in diesem Jahr), sind nächstes Jahr die Männer für den Regen zuständig. Da kann sich warten lohnen.

🔠 Kreativ sein: Weil die Tiefs und Hochs in alphabetischer Reihenfolge benannt werden und es nach "Z" wieder von vorne los geht, kommen Namen mit "A" öfter dran.

💲 Nicht geizig sein: Tiefs sind häufiger (etwa 150 im Jahr) und bringen schlechtes Wetter. Deswegen kannst du sie schon für 199 Euro kaufen. Hochs sind seltener (um die 50 bis 60) und kosten dich 299 Euro.

🚫 Vorsicht: Nachnamen, Doppelnamen oder Firmennamen sind nicht erlaubt.

🎰 No risk, no fun: Schließe eine Risiko-Patenschaft ab. Für die musst du erst zahlen, wenn es wirklich zur Taufe kommt. Dein Name kommt dann aber erst gegen Ende des Jahres in den Nachrichten - wenn überhaupt.

📄 Time to say goodbye: Wenn sich dein Hoch oder Tief aufgelöst hat, schickt dir das Meteorologie-Institut ein "Abschlusspaket". Darin kannst du nachlesen, was es so erlebt hat.

Wetterpatenschaften für den guten Zweck

Wer ein Hoch oder Tief kauft, spendet an Studenten der Freien Uni Berlin. Denn mit den Erlösen finanziert sich die einzige Wetterstation eines studentischen Instituts in Deutschland.

Wie kam's? 2002 stand die Wetterstation vor dem Aus, weil es am Geld fehlte. Damals kamen die Studenten auf die Idee mit den Patenschaften. Bis heute ein Erfolg.

Seit mehr als 100 Jahren wird in Berlin das Wetter minutengenau und rund um die Uhr beobachtet und analysiert.

Karla Wege führte 1954 als Studentin Namen für Hochs und Tiefs in Deutschland ein. Später wurde sie Meteorologin beim ZDF.
Karla Wege führte 1954 als Studentin Namen für Hochs und Tiefs in Deutschland ein. Später wurde sie Meteorologin beim ZDF.© picture alliance / dpa
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Andere Länder, andere Namen: Warum Sturmtief "Sabine" in England "Ciara" heißt

In anderen Ländern bestimmen die Wetterdienste die Namen. Und nicht jedes Tief oder Hoch wird getauft.

In Großbritannien zum Beispiel erst dann, wenn das Tief eine Sturmwarnung auslösen könnte. Weil bei den Briten das Geschlecht jedes Mal (und nicht jährlich) wechselt, ist der nächste Sturm nach Ciara wieder männlich und heißt Dennis.

Zwar können auch Briten mitreden, wie ihr Wetter heißen soll. Aber mehr als eine unverbindliche Umfrage veranstaltet das "Met Office", so heißt der britische Wetterdienst, nicht.

Dagegen ist Sturmtief "Sabine" nur ein laues Lüftchen

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Der Orkan Kyrill zog im Januar 2007 über Deutschland, mit zuvor unerreichten 225 Stundenkilometern. Es starben 13 Menschen hierzulande. In Europa entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10 Milliarden Euro.
Der Orkan Kyrill zog im Januar 2007 über Deutschland, mit zuvor unerreichten 225 Stundenkilometern. Es starben 13 Menschen hierzulande. In Europa entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10 Milliarden Euro. © picture alliance / dpa / Bernd Thissen
125 Milliarden Dollar (etwa 114,3 Milliarden Euro) Schaden richtete der Hurrikan Katrina 2005 in Amerika an. Laut dem Versicherer Munich Re der teuerste Sturm der Geschichte.
125 Milliarden Dollar (etwa 114,3 Milliarden Euro) Schaden richtete der Hurrikan Katrina 2005 in Amerika an. Laut dem Versicherer Munich Re der teuerste Sturm der Geschichte.© picture-alliance / dpa / dpaweb
Taifun Bilis kostete im August 2000 trotz seiner Stärke nur 11 Taiwanesen das Leben - auch weil die Evakuierung - wie auf dem Bild zu sehen - gut funktionierte. Anders bei Taifun Nina, der 1975 allein in China 500.000 Menschen getötet hat.
Taifun Bilis kostete im August 2000 trotz seiner Stärke nur 11 Taiwanesen das Leben - auch weil die Evakuierung - wie auf dem Bild zu sehen - gut funktionierte. Anders bei Taifun Nina, der 1975 allein in China 500.000 Menschen getötet hat.© picture-alliance / dpa / Johnson Liu
Von oben sehen Taifune und Hurrikane gar nicht so schnell aus. Doch der Schein trügt: 1961 erreichte Taifun Nancy 345 Stundenkilometer. Noch immer Rekord.
Von oben sehen Taifune und Hurrikane gar nicht so schnell aus. Doch der Schein trügt: 1961 erreichte Taifun Nancy 345 Stundenkilometer. Noch immer Rekord.© picture alliance / newscom / Nasa
Zum Schluss noch ein subjektiver Rekord: Das vermutlich lustigste Tief der vergangenen Jahre zog im Dezember 2019 über Bremen. Ein Fußballmagazin ließ es "Ailton" taufen, nach einem Ex-Profi von Werder Bremen.
Zum Schluss noch ein subjektiver Rekord: Das vermutlich lustigste Tief der vergangenen Jahre zog im Dezember 2019 über Bremen. Ein Fußballmagazin ließ es "Ailton" taufen, nach einem Ex-Profi von Werder Bremen. © picture alliance / nordphoto / Paetzel
Der Orkan Kyrill zog im Januar 2007 über Deutschland, mit zuvor unerreichten 225 Stundenkilometern. Es starben 13 Menschen hierzulande. In Europa entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10 Milliarden Euro.
125 Milliarden Dollar (etwa 114,3 Milliarden Euro) Schaden richtete der Hurrikan Katrina 2005 in Amerika an. Laut dem Versicherer Munich Re der teuerste Sturm der Geschichte.
Taifun Bilis kostete im August 2000 trotz seiner Stärke nur 11 Taiwanesen das Leben - auch weil die Evakuierung - wie auf dem Bild zu sehen - gut funktionierte. Anders bei Taifun Nina, der 1975 allein in China 500.000 Menschen getötet hat.
Von oben sehen Taifune und Hurrikane gar nicht so schnell aus. Doch der Schein trügt: 1961 erreichte Taifun Nancy 345 Stundenkilometer. Noch immer Rekord.
Zum Schluss noch ein subjektiver Rekord: Das vermutlich lustigste Tief der vergangenen Jahre zog im Dezember 2019 über Bremen. Ein Fußballmagazin ließ es "Ailton" taufen, nach einem Ex-Profi von Werder Bremen.
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