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Bananenspinnen im Supermarkt: So schützt du dich vor den giftigen Tieren

  • Veröffentlicht: 25.08.2023
  • 08:33 Uhr
  • Claudia Frickel

Dass Spinnen zwischen Bananen rumkrabbeln, ist keine Seltenheit. Und in der Regel sind sie harmlos. Außer es ist Brasilianische Wanderspinne: die weltweit giftigste Spinne, die aggressiv ist und springen kann. Gibt es sie auch in deutschen Supermärkten? Hier erfährst du es.    

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Bananenspinne: Das musst du zu den Achtbeinern wissen

  • Bananenspinnen ist ein Sammelbegriff 'für alle möglichen Spinnen, die zwischen Bananen entdeckt werden - auch in deutschen Supermärkten. Nicht nur für Menschen mit Spinnenphobie klingt das wie ein Albtraum.

  • Die meisten Bananenspinnen sind harmlos, aber eine nicht: Der Biss der Brasilianischen Wanderspinne (Phoneutria nigriventer) kann im schlimmsten Fall sogar einen Menschen töten. Ihr Gift ist 20-mal tödlicher als das einer Schwarzen Witwe. Damit ist sie die giftigste Spinne weltweit.

  • Die größte Spinne der Welt ist die Wanderspinne zwar nicht, aber ihre Ausmaße dürften viele Menschen erschrecken. Ihr lateinischer Name bedeutet übersetzt "Mörderin". In Brasilien werden die Tiere Armadeira genannt, was für "bewaffnete Spinnen" steht.

  • Dass die gefährliche Spinne in Bananenkisten unbemerkt nach Deutschland reist, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Die Spinne lebt in vier Ländern Südamerikas. Aber nur eines davon exportiert überhaupt Bananen in die Europäische Union - und nur wenige.

  • Zwar werden immer mal wieder Achtbeiner in Supermärkten entdeckt. Fast immer handelt es sich dabei um zwar gruselige, aber ungefährliche Spinnen - exotische Exemplare oder einheimische Tiere, die zufällig zwischen Bananen gelandet sind.

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Bananenspinne: Die wichtigsten Fakten über die Brasilianische Wanderspinne

Bananenspinnen im Supermarkt: So schützt du dich vor den giftigen Tieren

Fakten zur brasilianischen Wanderspinne
Fakten zur brasilianischen Wanderspinne© Galileo
Hier kommt die Bananenspinne vor
Hier kommt die Bananenspinne vor© Galileo
Fakten zur brasilianischen Wanderspinne
Hier kommt die Bananenspinne vor

Die bekannteste Bananenspinne Brasilianische Wanderspinne im Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Phoneutria nigriventer

Ordnung: Webspinnen

Familie: Kammspinnen

Lebensraum: vor allem in Brasilien, außerdem in Argentinien, Paraguay und Uruguay

Größe: Körper bis 5 Zentimeter, Beinspannweite 15 bis 18 Zentimeter

Farbe: hellbraun, braun oder grau, mit schwarzen und gelben oder weißen Streifen an der unteren Seite der vorderen Beine

Lebenserwartung: 4 Jahre

Nahrung: Insekten wie Schaben, Fliegen, andere Spinnen, FröscheMäuseFledermäuse

Feinde: Vögel, Reptilien, Amphibien

Verhalten: nachtaktiv

Aktueller Bestand: nicht bekannt, nicht bedroht

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Giftige Bananenspinne: Was ist die Brasilianische Wanderspinne und wie sieht sie aus?

💬 Die braun-graue und haarige Brasilianische Wanderspinne heißt auch Brasilianische Kammspinne oder Giftige Bananenspinne.

📏 Ihre bis fünf Zentimeter langen Körper sind ungefähr so lang wie AA-Batterien. Dazu kommen aber die langen Beine mit Spannweiten von 15 bis 18 Zentimetern. Das ist etwas kürzer als eine Gabel.

🐸 Die Wanderspinne baut kein Netz. Sie versteckt sich und lauert auf ihre Beute. Frösche, Mäuse oder Insekten springt sie dann an und attackiert sie mit einem Giftbiss.

⚔ Die Spinne gilt als sehr aggressiv, sie ist schnell und kann 50 Zentimeter weit springen. Wenn sie sich bedroht fühlt, beißt sie lieber, als zu fliehen. Zur Abschreckung richten sich die Tiere auf den Hinterbeinen auf, strecken den Oberkörper in die Höhe und zeigen ihre rötlichen Giftklauen. Häufig beißen sie dann.

🕷 Die Brasilianische Wanderspinne gehört zur Gattung Phoneutria mit insgesamt neun Arten. Die anderen Vertreter sehen zwar ebenfalls gruselig aus, sind aber nicht so gefährlich.

Hier siehst du eine Brasilianische Wanderspinne auf einem Blatt

Die Brasilianische Wanderspinne ist sehr giftig, aggressiv und kann zudem springen.
Die Brasilianische Wanderspinne ist sehr giftig, aggressiv und kann zudem springen.© picture alliance / blickwinkel/G. Kunz |
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Der Biss der Brasilianischen Wanderspinne: So gefährlich ist er und das sind die möglichen Folgen

☠ Die Brasilianische Wanderspinne ist eine der wenigen Spinnen-Arten, deren Gift für Menschen tödlich sein kann.

🚨 Aber die Spinne beißt Menschen nur, wenn sie Gefahr abwehren will - und das nicht immer. Insgesamt kommen Bisse laut Staatlichem Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK) nicht oft vor. Zudem sind die Folgen nur selten schwer oder sogar tödlich. Der Grund: Häufig injizieren die Tiere wenig oder gar kein Gift.

🧓 Weniger als fünf Prozent der Bisse hatten schwerwiegende Folgen, heißt es beim SMNK. Jährlich sterben in den vier Herkunftsländern der Spinne maximal drei Menschen. Gefährdet sind vor allem Risikogruppen wie Kinder sowie ältere und kranke Menschen.

🤢 Der Biss der Phoneutria nigriventer tut sehr weh. Abhängig von der Menge des injizierten Gifts wird den Opfern übel und schwindelig, sie haben Schweißausbrüche und müssen brechen. Außerdem kann der Blutdruck steigen und das Herz rasen.

🏥 Bei Männern kann es durch den Spinnenbiss zu einer schmerzhaften Dauer-Erektion kommen. In besonders schlimmen Fällen verursacht das Gift Durchblutungsstörungen, ein Lungenödem oder einen lebensgefährlichen Schock-Zustand.

Woher kommt der Name Bananenspinne eigentlich?

Der Name Bananenspinne ist keine Bezeichnung für eine Spinnen-Art. Genannt werden so verschiedene Achtbeiner, die eher zufällig zwischen Bananen gefunden wurden.

Spinnen, die an oder in Bananen leben, gibt es nicht. Die Tiere befinden sich zwischen den Früchten, weil sie sich dort verstecken und auf Beute lauern.

Bei jeder Spinne, die in einem Supermarkt entdeckt wird, ist von einer Bananenspinne die Rede. Gefährlich wird es nur, wenn es sich um die giftige Brasilianische Wanderspinne handelt.

Der Mythos hält sich hartnäckig, dass diese Tiere sich oft zwischen Bananen tummeln. Das stimmt aber nicht.

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Wie kommen Bananenspinnen nach Deutschland - und warum ausgerechnet auf Bananen?

Spinnen halten sich da auf, wo sie Nahrung finden können - zum Beispiel in Bananen-Plantagen. Dass sie dort leben, hat aber nichts mit den Früchten selbst zu tun. Die Stauden bieten den Tieren nur gute Versteckmöglichkeiten, um auf Beute zu lauern.

Das nutzen neben Brasilianische Wanderspinnen viele andere Spinnen-Arten aus. Keine davon lebt ausschließlich an Bananen.

Bananen in einer Kiste: Die Früchte wachsen in sogenannten Händen, also mit mehreren zusammenhängenden Früchten.
Bananen in einer Kiste: Die Früchte wachsen in sogenannten Händen, also mit mehreren zusammenhängenden Früchten.© picture alliance / Russian Look | Maksim Konstantinov

Bananen werden in sogenannten Händen verkauft und transportiert: Eine Staude bildet in der Mitte einen Fruchtstand mit vielen Blüten. Aus jeder Blüte entwickelt sich eine Banane, auch "Finger" genannt. Jeweils zehn bis 20 davon stehen in einer Hand zusammen.

Bananen-Hände bieten ideale Schlupfwinkel. Darum tauchen Spinnen öfter an diesen Früchten auf als an anderen. Mangos etwa werden laut Niedersächsischem Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit einzeln in Kartons gelegt. Die Tiere können sich schlechter verstecken.

In Bananenkisten können die Achtbeiner bis nach Europa reisen - theoretisch. Denn die Früchte kommen unreif zu uns und bleiben zuerst in einer Reiferei, wo sie gelb werden. Dort werden nach Angaben der Behörde "so gut wie nie" lebende Spinnen entdeckt.

Zudem werden alle Früchte vor und auf der Reise gekühlt, gereinigt sowie mit Insektenschutzmitteln behandelt. Das überleben die wenigsten Tiere. Dass exotische Insekten oder Spinnen in den Kisten hocken, ist also unwahrscheinlich. Einheimische Tiere können sich trotzdem einschleichen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass eine giftige Spinne in den Bananen sitzt?

Pro Jahr importiert Deutschland laut Statista eine Million Tonnen Bananen. Dass beim Transport eine exotische Spinne als blinde Passagierin nach Europa reist, kommt selten vor (siehe oben). Noch unwahrscheinlicher ist es, dass eine Brasilianische Wanderspinne zu uns kommt.

Das liegt daran, dass die Giftspinne nur in Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay zu Hause ist. Nur Brasilien exportiert Bananen in die Europäische Union - und nur wenige. Weniger als ein Prozent des Imports kommen von dort, heißt es beim Naturkundemuseum Karlsruhe.

Der Großteil der aus Übersee in die EU importierten Bananen stammen aus Ecuador, Kolumbien und Costa Rica, so die EU-Kommission.

Manchmal werden zwar Supermärkte geschlossen, weil jemand eine Spinne in den Bananen entdeckt hat. Die Behörden müssen dann sicherstellen, dass es sich nicht um eine Giftspinne handelt - und das Tier suchen. Überwiegend handelt es sich allerdings um falschen Alarm und die Spinne ist harmlos.

Können Spinnen ihre Eier an Bananen ablegen?

🥚 Spinnen können ihre Eier an Bananen legen - genau wie Insekten. Das erkennst du an Kokons und Gespinsten.

🦋 Meist handelt es sich dabei um Puppen und Gespinste von Schmetterlingen: Die Raupen haben sich verpuppt und hängen an der Schale.

🕷 Falls es doch Spinneneier sind, schlüpfen daraus viele kleine Spinnen. Sollte es sich um giftige Exemplare handeln, können sie noch nicht beißen.

🌡 Wasche die befallene Banane mit kochendem Wasser oder lege sie mehrere Tage in den Gefrierschrank. Beides tötet den Spinnen-Nachwuchs, so das Niedersächsische Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Was mache ich, wenn ich eine Spinne an den Bananen entdeckt habe?

  • Hilfe, eine Spinne sitzt zwischen den Bananen im Supermarkt oder daheim? Jetzt solltest du Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das Tier harmlos. Für Laien ist das aber schwer einzuschätzen, weil sich die Achtbeiner so ähnlich sehen.
  • Daheim kannst du versuchen, die Spinne einzufangen. Gehe aber sicherheitshalber vorsichtig vor und nimm sie nicht die Hand. Ziehe Gummihandschuhe an und verwende ein Glas, eine Plastikdose oder einen anderen Behälter. Eine Plastiktüte geht ebenfalls.
  • Anschließend informierst du am besten die Behörden, zum Beispiel Feuerwehr, Polizei oder Ordnungsamt.
  • Hat dich die Spinne gebissen, solltest du zu Arzt oder Ärztin gehen - vor allem, wenn du nicht weißt, um welche Art es sich handelt.

Spinnen an Bananen: Diese Arten wurden schon an Früchten gefunden

  • Die Brasilianische Wanderspinne ist zwar die giftigste der Arten der Gattung. Aber die anderen Phoneutria-Exemplare sehen ihr ähnlich - und können theoretisch ebenfalls auf die Reise nach Europa gehen. Sie kommen in Ländern vor, die viele Bananen zu uns liefern.
  • Die Phoneutria depilata oder boliviensis ist mit einer Körperlänge von vier Zentimetern etwas kleiner und ebenfalls giftig. Allerdings wirkt der Stoff weniger stark auf Menschen.
Eine Spinne der Art Cupiennius getazi mit einem Ei-Ball.
Eine Spinne der Art Cupiennius getazi mit einem Ei-Ball.© picture alliance / blickwinkel/G. Kunz
  • Große Fischerspinnen der Gattung Cupiennius gelten als ungefährlich und nicht aggressiv. Mit bis zu 3,8 Zentimeter sind ihre Körper ebenfalls groß. Zu ihnen gehören Cupiennius getazi, Cupiennius connineus oder die Große Wanderspinne. Wenn sich bisher Spinnen zwischen Bananen versteckten, handelte es sich oft um diese Arten. Falls sie beißen, ist die Wirkung ähnlich wie bei einem Bienenstich.
  • Die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne hat eine Körperlänge bis 3,4 Zentimetern und eine Beinspannweite von bis zwölf Zentimetern. Sie wird oft mit der viel gefährlicheren Brasilianischen Wanderspinne verwechselt, weil sie eine ähnliche Farbe hat - und groß ist. Auch sie wurde schon in deutschen Supermärkten entdeckt. Ihr Biss ist harmlos.
  • Zwischen den Bananen haben sich zudem schon einheimische Spinnen verborgen. Dazu gehören die Hauswinkelspinne, die Nosferatu-Spinne oder die Sechsaugenspinne.

Häufige Fragen zu Bananenspinnen

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