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Gedanken-Experiment

Landen auf dem Jupiter: Das würde mit deinem Körper auf dem Planeten geschehen

  • Aktualisiert: 05.01.2024
  • 04:30 Uhr
  • Peter Schneider

Auf dem Jupiter zu landen, ist ein Problem. Der Riesenplanet besteht fast nur aus Wasserstoff und hat keine feste Oberfläche wie die Erde. Hier erlebst du, wie es sich anfühlen würde, auf dem riesigen Gasball zu landen.

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Das Wichtigste zum Thema Jupiter Landung

  • Wie man auf dem Mond landet, wissen wir. Neil Armstrong und sein Team haben es vorgemacht. Auch auf dem Mars dürfte es keine Probleme geben. Aber was ist mit Jupiter?

  • Der größte Planet des Sonnensystems besteht wie sein Nachbar Saturn hauptsächlich aus Wasserstoff. Daher wird er auch "Gas-Riese" genannt (hier findest du einen Steckbrief Jupiter).

  • Einfach die Landebeine ausfahren und aufsetzen geht also nicht. Stattdessen fällst du durch den Wasserstoff hindurch, bis ins Innere des Planeten. Was dir dabei - theoretisch - passiert, erfährst du unten.

  • Einer Landung am nächsten kam eine Landekapsel, die 1995 von der Raumsonde Galileo abgeworfen wurde. Sie fiel 160 Kilometer tief in die Jupiter-Atmosphäre und hörte erst beim 22-fachen des irdischen Luftdrucks und über 150 Grad Celsius Hitze auf zu funken.

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Fall ins Bodenlose

Wenn du Richtung Jupiter fällst, wirst du die Grenze zur Jupiteroberfläche kaum spüren. Wissenschaftler:innen haben sie willkürlich bei 1 bar Druck festgelegt. Kein Zufall: Das ist der Druck auf der Erdoberfläche.
Wenn du Richtung Jupiter fällst, wirst du die Grenze zur Jupiteroberfläche kaum spüren. Wissenschaftler:innen haben sie willkürlich bei 1 bar Druck festgelegt. Kein Zufall: Das ist der Druck auf der Erdoberfläche.© NASA / Bearbeitung: Peter Schneider

Flug durch einen Gasriesen: So fällst du auf Jupiter

Für eine Landung auf Jupiter brauchst du einen Raumanzug für Superhelden. Denn Wissenschaftler:innen haben anhand der Daten von Raumsonden wie Galileo ausgerechnet, was im Inneren von Jupiter vor sich geht. Sicher ist: Wenn du aus einem Raumschiff über Jupiter abspringst, wird es auf alle Fälle ungemütlich. Und es dauert, immerhin sind es mehr als 70.000 Kilometer von der Oberfläche bis zum Jupiterinneren. Los geht's!

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In 9 Stationen zum Mittelpunkt des Jupiter

🪂 Wie einst Felix Baumgartner fällst du zunächst im freien Fall. In deinem Fall allerdings 50.000 Kilometer durch die mächtige Atmosphäre von Jupiter. Es ist die größte des gesamten Sonnensystems. Noch ist es minus 100 Grad Celsius kalt und die Luft ist hauchdünn.

🤳 In 50 Kilometern Höhe folgt der erste planetare Sightseeing-Höhepunkt: der Flug durch die drei Wolken-Schichten der Jupiter-Troposphäre. Erst durchquerst du eine Schicht aus Ammoniak-Kristallen, dann folgt (vermutlich) eine Schicht Ammonium-Sulfat und schließlich Gewitterwolken aus Wasser.

🌬️ Der Ritt durch die Wolken ist allerdings ruppig: Der Wind bläst mit 500 km/h - das Doppelte der stärksten jemals gemessenen Hurrikane.

⛈️ Ach ja, an den Polen muss dein Anzug Megablitze aushalten - 1.000-mal stärker als auf der Erde.

☄️ Unter den Wolken dringst du endlich in den "echten" Jupiter ein. Die ersten 1.000 Kilometer sinkst du durch dichtes, fast pures Wasserstoff-Gas. Dann machen zunehmende Hitze und Druck den Wasserstoff "superkritisch": Er ist weder flüssig noch gasförmig.

💎 Edelregen: Dann erlebst du den zweiten Höhepunkt deiner Jupiter-Reise. In 10.000 Kilometer Tiefe fängt es an, Heliumtropfen- und vielleicht sogar Diamanten zu regnen.

⛏️ Bei drei Millionen Bar Druck, dem 3.000-fachen des tiefsten irdischen Ozeans, tauchst du in ein Meer aus metallischem Wasserstoff ein, so ähnlich wie Quecksilber.

🥵 Wenn du dich bisher nicht in deine Einzelteile aufgelöst hast, bekommst du in etwa 50.000 Kilometer Tiefe schließlich festen Boden unter die Füße: Du hast den Kern von Jupiter erreicht. Der Haken: Der Mix aus Gestein und Metallen ist über 20.000 Grad Celsius heiß.

🛳️ Willst du noch weiter? Dann bohre dich durch bis zum Mittelpunkt. Dort lasten auf jedem Quadratzentimeter deines Körpers etwa 54.000 Tonnen - etwa die Masse eines Öltankers.

Jupiter: Planet unter Hochdruck

Viele dürften den unangenehmen Druck aufs Trommelfell beim Tauchen in nur wenigen Meter Tiefe kennen. Im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Ozeane, presst das Wasser mit über 400 Kilogramm auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das ist etwa ein schweres Motorrad auf einem Fingernagel.
Viele dürften den unangenehmen Druck aufs Trommelfell beim Tauchen in nur wenigen Meter Tiefe kennen. Im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Ozeane, presst das Wasser mit über 400 Kilogramm auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das ist etwa ein schweres Motorrad auf einem Fingernagel.© Galileo
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist sprichwörtlich eine reine Fiktion. Im flüssigen Kern presst die Erdmasse mit einem Druck von 3.700 Tonnen auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das sind etwa 2.300 Autos auf einem Fingernagel.
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist sprichwörtlich eine reine Fiktion. Im flüssigen Kern presst die Erdmasse mit einem Druck von 3.700 Tonnen auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das sind etwa 2.300 Autos auf einem Fingernagel.© Galileo
In Sachen Hochdruck setzt Jupiter den Maßstab unter den Planeten. In seinem Inneren lastet auf jedem Quadratzentimeter ein Druck von über 50.000 Tonnen. Das entspricht einem mittelgroßen Öltanker.
In Sachen Hochdruck setzt Jupiter den Maßstab unter den Planeten. In seinem Inneren lastet auf jedem Quadratzentimeter ein Druck von über 50.000 Tonnen. Das entspricht einem mittelgroßen Öltanker.© Galileo
Viele dürften den unangenehmen Druck aufs Trommelfell beim Tauchen in nur wenigen Meter Tiefe kennen. Im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Ozeane, presst das Wasser mit über 400 Kilogramm auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das ist etwa ein schweres Motorrad auf einem Fingernagel.
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist sprichwörtlich eine reine Fiktion. Im flüssigen Kern presst die Erdmasse mit einem Druck von 3.700 Tonnen auf jeden Quadratzentimeter. Zur Anschauung: Das sind etwa 2.300 Autos auf einem Fingernagel.
In Sachen Hochdruck setzt Jupiter den Maßstab unter den Planeten. In seinem Inneren lastet auf jedem Quadratzentimeter ein Druck von über 50.000 Tonnen. Das entspricht einem mittelgroßen Öltanker.
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So ist Jupiter aufgebaut

Jupiter ist vor allem ein Gasball aus Wasserstoff. Nachdem der Planet sich geformt hatte, sanken seine schweren Bestandteile nach innen und bilden seither einen Kern aus Metall und Gestein, umgeben von fast reinem Wasserstoff. Umhüllt wird Jupiter von fast 100 Kilometer mächtigen, mehrschichtigen Atmosphäre (1 Bar ist etwa der Druck auf der Erdoberfläche).
Jupiter ist vor allem ein Gasball aus Wasserstoff. Nachdem der Planet sich geformt hatte, sanken seine schweren Bestandteile nach innen und bilden seither einen Kern aus Metall und Gestein, umgeben von fast reinem Wasserstoff. Umhüllt wird Jupiter von fast 100 Kilometer mächtigen, mehrschichtigen Atmosphäre (1 Bar ist etwa der Druck auf der Erdoberfläche).© NASA
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