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Silbermenschen: Warum sich Bettler in Indonesien silbern anmalen

16.05.2022 • 12:28

Ihr Anblick kann einen zunächst erschreckend: In vielen indonesischen Städten gehören die Silbermenschen mittlerweile zum Stadtbild. Die sogenannten "Manusia Silver" oder Silbermenschen sind Bettler:innen. Ihre außergewöhnliche Erscheinung verdanken sie einer dicken Schicht aus silberner Sprühfarbe, die sie auftragen, bevor sie auf die Straße gehen.

Ihr Anblick kann einen zunächst erschreckend: In vielen indonesischen Städten gehören die Silbermenschen mittlerweile zum Stadtbild.

Hohe Arbeitslosigkeit lässt die Menschen zur silbernen Farbe greifen

Die sogenannten "Manusia Silver" oder Silbermenschen sind Bettler:innen. Ihre außergewöhnliche Erscheinung verdanken sie einer dicken Schicht aus silberner Sprühfarbe, die sie auftragen, bevor sie auf die Straße gehen.
Mit ihrem Aussehen stechen sie vor allem aus der Menge, was ihre Chancen erhöht, Geld zu bekommen. Und das ist wichtig, denn seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Arbeitslosen in Indonesien laut "theguardian.com" um knapp 2,7 Millionen angestiegen. Mehr als die Hälfte von ihnen wurden in die Armut gerissen. Seitdem explodierte die Zahl der Silbermenschen.
Für viele ist es die einzige verbleibende Möglichkeit, ihre Familie zu ernähren. Dafür sind sie auch bereit, giftige Farbe für Stunden auf der Haut zu tragen. Die schwer abwaschbare Farbe juckt auf der Haut. Bei vielen erscheinen die Augen gerötet von der Irritation.

Die Polizei greift hart gegen die Manusia Silver durch

Auch viele Kinder posieren in Silber auf den Straßen. 2021 wurde eine Frau in Gewahrsam genommen, nachdem ihr Nachbar ihr zehn Monate altes Baby silbern bemalt und zum Betteln "ausgeliehen" hatte. Laut dem Generalsekretär der Indonesischen Frauen-Koalition (KPI) Mike Verawati soll gegen die Ausbeutung der Kinder stärker vorgegangen werden. Die indonesische Polizei greift mittlerweile hart gegen die Silbermenschen durch. Seitdem sinkt die Zahl laut "theguardian.com" wieder leicht.