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Mikronovae: Astronomen entdecken eine neue Art von Sternexplosion

25.04.2022 • 16:54

Astronomen entdecken Mikronovae, eine neue Art von Sternexplosion.

„Wir haben erstmalig ein Phänomen entdeckt und identifiziert, das wir als Mikronova bezeichnen.“ Mit diesen Worten beschreibt Simone Scaringi, Astronom von der Durham University in Großbritannien, eine neue Art von Sternenexplosion, die er und sein Team entdeckt haben. Die Wissenschaftler:innen veröffentlichten ihre Erkenntnisse im Fachblatt „Nature“.

Mikronovae sind kleiner als bisher bekannte Novae

Mikronovae sind laut einer Mitteilung des European Southern Observatory (ESO) extrem starke Ereignisse, aber in astronomischen Maßstäben klein. Ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem kann seinem Begleitstern Material, vor allem Wasserstoff, entreißen, wenn sie nahe genug beieinander sind. Wenn dieses Gas auf die sehr heiße Oberfläche des Weißen Zwergsterns fällt, werden die Wasserstoffatome explosionsartig zu Helium fusioniert. Bei „regulären“ Novae finden diese thermonuklearen Explosionen auf der gesamten Sternoberfläche statt. Mikronovae, wie sie nun beobachtet wurden, sind ähnliche Explosionen, die jedoch kleiner und schneller sind und nur einige Stunden dauern. Sie treten bei einigen Weißen Zwergen mit starken Magnetfeldern auf, die Material in Richtung der magnetischen Pole des Sterns schleudern.

Die Entdeckung erweitert das Repertoire der bereits bekannten Sternexplosionen

„Wir haben jetzt zum ersten Mal gesehen, dass die Wasserstofffusion auch lokal begrenzt stattfinden kann. An der Basis der Magnetpole einiger Weißer Zwerge kann der Wasserstoffbrennstoff festgehalten werden, so dass die Fusion nur an diesen Magnetpolen stattfindet“, sagt Paul Groot, Astronom an der Radboud Universität in den Niederlanden und Mitautor der Studie.
Die Entdeckung der Mikronovae erweitert das Repertoire der bereits bekannten Sternexplosionen. Sie kommen möglicherweise häufiger vor als bisher angenommen.