Wo fängt Fremdgehen an? 

Es ist eine Frage, auf die du wohl viele unterschiedliche Antworten bekommen wirst. Das merkst du sehr wahrscheinlich, wenn du dich mal in deinem Freundeskreis dazu umhörst. Ab wann geht man fremd? Für einige fängt das Fremdgehen erst an, wenn der Partner Sex mit einer anderen Person hatte. Für andere gilt man bereits als Fremdgeher, wenn der Partner zum Beispiel heimlich mit einer Person schreibt oder sich auf ein Date trifft. Laut Definition finden beim Fremdgehen sexuelle Handlungen statt. 

Von einer Affäre spricht man dann, wenn sich der Fremdgeher mehrmals heimlich mit ein und derselben Person zum Sex trifft. Es handelt sich also bei einer Affäre nicht um einen einmaligen Ausrutscher, sondern um viele Dates über einen längeren Zeitraum, die oft geplant werden und für die Fremdgeher ihre Partner nicht selten belügen müssen. Deshalb gilt eine Affäre als ein besonders schwerer Vertrauensbruch, den nur wenige verzeihen können. 

Wir raten dir, mit deiner Freundin oder deinem Freund ehrlich darüber zu sprechen, wann für euch das Fremdgehen beginnt. Ganz egal ob beim Sex, beim Küssen oder schon damit, dass sich der Partner ohne das Wissen des anderen bei Tinder anmeldet: Es ist wichtig klar zu stellen, welches Handeln ein Beziehungs-No-Go für euch ist.

Warum geht man fremd? 5 Gründe für einen Seitensprung

Das große "Wieso" ist bei einem Seitensprung vor allem für Betrogene wichtig. Sie wollen verstehen, warum ihr Partner sie betrogen hat. Das Wissen hilft vielen Betroffenen beim Verarbeiten und bei der Heilung. Laut einer ElitePartner-Studie aus dem Jahr 2020 sind das die fünf häufigsten Gründe fürs Fremdgehen:

1. Unglücklich in der Partnerschaft: 29 Prozent der Männer und 52 Prozent der Frauen geben als Grund für ihre Untreue an: "Ich war unglücklich in meiner Partnerschaft". Wer unzufrieden mit seinem Liebesleben ist, ist logischerweise gefährdeter fürs Fremdgehen als derjenige, der mit seinem Schatz auf Wolke sieben schwebt und keine Augen für andere hat. Bei Fremdgeher-Frauen ist das "Unglücklichsein in der Beziehung" der häufigste Grund!

2. Der Reiz des Neuen: 38 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen geben an, dass sie aus diesem Grund fremdgegangen sind. Gerade wenn man seit Jahren oder Jahrzehnten mit ein und demselben Partner zusammen ist, kann sich der Alltag wie eine Routine anfühlen – das kann zu Langeweile führen. Statt daran zu arbeiten und wieder Abwechslung in die Beziehung zu bringen, stürzen sich Fremdgeher aber lieber in ein neues Abenteuer.

3. Sexuelle Begierde: 32 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen geben an, dass sie sich sexuell stark zu der Person, mit der sie fremdgegangen sind, hingezogen gefühlt haben. Deshalb haben sie der Versuchung nicht standgehalten. 

4. Fehlende Zuwendung: "Ich habe in meiner Partnerschaft zu wenig Zuwendung bekommen": Diesen Grund geben 17 Prozent der männlichen Fremdgeher und 33 Prozent der Fremdgeherinnen an. Wer sich nicht geschätzt und geliebt fühlt, entwickelt früher oder später Frust. Und der kann dazu führen, dass man unglücklich wird und sich die Zuwendung und Aufmerksamkeit bei einem anderen Menschen sucht. 

5. Gelegenheit genutzt:  17 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer sind laut der Studie fremdgegangen, weil sich ihnen spontan die Gelegenheit dazu geboten hat. Gelegenheit macht also nicht nur Diebe, sondern offensichtlich auch Fremdgeher. 

Erstes Anzeichen fürs Fremdgehen: Dein Partner kann seine Abwesenheit nicht erklären

Die Freundin war noch länger arbeiten, der Freund nach dem Training mit den Kumpels einen trinken – alles scheinbar unschuldige Begründungen für die spontane Abwesenheit deines Partners. Das muss natürlich kein Anzeichen fürs Fremdgehen sein. Viele Menschen erfinden Ausreden, weil sie einfach etwas Freiraum brauchen und den Partner nicht verletzten möchten. Wenn das aber öfter vorkommt, solltest du seine oder ihre Erklärungen etwas genauer überprüfen.

Zweites Anzeichen fürs Fremdgehen: Dein Partner ist plötzlich super großzügig

Früher waren allein verbrachte Samstagabende immer ein Problem. Aber plötzlich will dein Freund, dass du "doch mal mehr mit deinen Mädels unternimmst". Das heißt noch lange nicht, dass er ein Fremdgeher ist. Vielleicht hat er einfach mal Lust auf einen Abend vor der Glotze mit schlechten Actionfilmen. Vielleicht will er sich aber auch etwas Zeit für eine Affäre freischaufeln – und nebenbei sein schlechtes Gewissen beruhigen. Mit mehr Freiraum will er dir eine Freude machen. Das gleiche gilt für einen plötzlich aufblühenden Geschenke-Eifer, wenn dein Freund dir früher nicht mal Blumen zum Geburtstag geschenkt hat.

Drittes Anzeichen fürs Fremdgehen: Die Sexvorlieben deines Partners haben sich verändert

Sie will plötzlich viel mehr Sex als früher oder eine neue Stellung ausprobieren? Das ist erst mal ein gutes Zeichen, denn vielleicht möchte sie einfach nur euer Sexleben neu beleben. Vielleicht ist sie aber auch eine Fremdgeherin und hat sich von einer heißen Affäre inspirieren lassen. Oder sie will mit mehr sexueller Aufmerksamkeit ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Ebenso sollten die Alarmglocken angehen, wenn dein Partner auf einmal gar keinen Sex mehr möchte – die völlige Verweigerung körperlicher Nähe könnte ebenfalls ein Anzeichen fürs Fremdgehen sein.

Viertes Anzeichen fürs Fremdgehen: Der Geruch stimmt nicht

Der Klassiker unter den Anzeichen fürs Fremdgehen: Dein Freund riecht nach einem fremden Frauenparfüm. Es geht aber auch subtiler: Wenn dein Freund behauptet, aus der Arbeit zu kommen, aber so frisch geduscht riecht wie der junge Frühlingsmorgen, ist er vielleicht ein Fremdgeher. Also vertraut öfter mal auf euer Näschen und sucht bei einem Verdacht das Gespräch mit eurem Partner.

Fünftes Anzeichen fürs Fremdgehen: Freunde verhalten sich anders

Da muss er oder sie schon sehr abgebrühte Freunde haben, wenn sie von einer Affäre wissen und sich trotzdem dir gegenüber noch genauso wie früher verhalten. Meist sind die Freunde des Partners aber ein guter Indikator, ob in eurer Beziehung etwas nicht stimmt. Fremdgeher haben meist das Bedürfnis, über ihren Seitensprung zu sprechen, sei es, um anzugeben, sei es, um sich Verständnis zu holen. Wenn die Freunde des Partners plötzlich sehr verhalten sind und nichts mehr gemeinsam mit euch als Paar unternehmen wollen, dann kann das daran liegen, dass sie ins Vertrauen gezogen wurden. Dann versuch aber nicht, die Freunde ins Kreuzverhör zu nehmen. Sprich lieber gleich mit deinem Partner.

Arten von Fremdgehen: Wo liegt der Unterschied? 

Fremdgehen ist nicht gleich Fremdgehen! Es gibt tatsächlich mehrere Arten von Untreue, die sich allesamt unterscheiden. Die Art des Fremdgehens spielt vor allem dann eine Rolle, wenn sich der Betrogene entscheiden muss, ob er seinem Partner die Untreue verzeihen kann. Wir stellen dir die unterschiedlichen Arten vor und geben dir außerdem eine Empfehlung, ob es sich lohnt, weiter an der Beziehung festzuhalten.

Emotionales Fremdgehen: Bei dieser Art des Fremdgehens kommt es nicht zu sexuellen Handlungen in Real Life. Die Affäre oder der Sex spielen sich nur im Kopf ab. Obwohl man vergeben ist, schwärmt man heimlich für eine andere Person, sucht ihre Nähe und stellt sich vor, wie es im Bett oder in einer Beziehung mit ihr wäre. Ganz klar: Emotionales Fremdgehen ist kein echtes Fremdgehen, doch es kann der Start dafür sein. Emotionales Fremdgehen ist oft ein Hinweis, dass etwas in der Partnerschaft nicht in Ordnung ist. Wer sich jetzt beim "emotionalen Fremdgehen" ertappt fühlt, sollte sich fragen, was in der aktuellen Partnerschaft schief läuft – und auch handeln!

Notorischer Fremdgeher: So werden Menschen bezeichnet, die immer wieder fremdgehen. Jap, immer und immer wieder – auch wenn sie schwören, es nie wieder zu tun. Die Gründe für dieses Verhalten sind unterschiedlich: Von Sexsucht bis hin zu einem unstillbaren Drang nach sexueller Abwechslung und Bestätigung ist alles dabei. Die Chance, dass sich die Person ändert, ist leider sehr gering. Solltest du es mit einem notorischen Fremdgeher zu tun haben und absolut nicht mit Untreue klarkommen, raten wir – dir zuliebe – die Sache zu beenden. 

Affäre: Hat ein Mensch in einer Beziehung oder Ehe eine andere Affäre, heißt es, dass er oder sie sich über einen längeren Zeitraum immer wieder mit der dritten Person trifft: Zum Sex, zum Quatschen, für Dates oder sogar Urlaube. Manche Affären gehen nur ein paar Wochen, andere wiederum können über Jahre dauern, nicht selten werden dabei sogar "uneheliche" Kinder gezeugt. Ob du deinem Partner eine Affäre verzeihen kannst, ist schwer zu beantworten und kommt sehr wahrscheinlich darauf an, wie lange und wie intensiv die Affäre war. Für die meisten ist eine Affäre jedoch ein Trennungsgrund, da das Vertrauen dadurch in Tausend Teile zerschmettert wird.

Einmaliges Fremdgehen: Das einmalige Fremdgehen kann überall und mit jedem passieren: mit einem Kollegen aus dem Büro oder mit einer Unbekannten auf einer Party. Auch die Gründe für das Fremdgehen können sich bei dem einmaligen Ausrutscher von Person zu Person unterscheiden. In den meisten Fällen bereut der Fremdgeher diesen Fehler sehr und weiß, dass er seinem Partner damit Unrecht getan hat. Die Übeltäter werden oft von einem schlechten Gewissen geplagt und möchten ihre Beziehung retten. Aber geht das überhaupt? Das kommt darauf an! Für viele ist Fremdgehen, egal in welcher Form, unverzeihlich. Wer sich doch dazu entscheidet, an der Beziehung mit dem Fremdgeher weiter festzuhalten, sollte sich um ein paar Dinge im Klaren sein: Das Vertrauen muss wieder aufgebaut werden und das wird nicht einfach! Der Fremdgeher sollte sich dafür ordentlich ins Zeug legen und sich sehr bemühen, dass die Beziehung wieder in Balance kommt. 

Schlechtes Gewissen nach Fremdgehen 

Egal, ob ein einmaliger Ausrutscher oder eine längere Affäre: Die Wenigsten können einfach so tun, als sei der Seitensprung nie passiert. Das schlechte Gewissen kommt früher oder später hochgekrochen. Es meldet sich, wenn wir etwas tun, das in der Gesellschaft als etwas Schlechtes empfunden und nicht akzeptiert wird. Wir fühlen uns schuldig, schämen uns für unser Fehlverhalten. Das trifft auch beim Fremdgehen zu. Viele Fremdgeher haben Gewissensbisse, weil ihnen bewusst ist, wie unfair sie zu ihrem Partner sind. Eine Beichte wird das Verhalten aber nicht wieder gut machen. Bist du fremdgegangen, solltest du dir erstmal selbst folgende Fragen stellen:

  • Warum bin ich fremdgegangen? 
  • Empfinde ich etwas für die Person, mit der ich fremdgegangen bin?
  • Liebe ich meinen Partner noch? 
  • Bin ich glücklich? 
  • Was fehlt mir in der Beziehung? 
  • Will ich überhaupt noch in dieser Partnerschaft sein?

Bist du grundsätzlich unglücklich oder hast dich in deine Affäre verliebt, solltest du deine aktuelle Beziehung beenden. Insgeheim weißt du sicher schon, dass es besser wäre – für deinen Partner und auch für dich!

Möchtest du hingegen die Beziehung weiterführen und hast nach wie vor starke Gefühle für deinen Liebsten oder deine Liebste, empfiehlt es sich, mit offenen Karten zu spielen - auch wenn es hart ist, eine Fremdgeh-Beichte abzulegen. Mach dir bewusst: Es kann passieren, dass dein Partner nicht damit klar kommt und Schluss macht. Und selbst wenn er oder sie trotz des Ausrutschers bei dir bleibt, wird es verdammt hart sein! Du wirst viel arbeiten müssen, um das Vertrauen wieder aufzubauen und es wird viel Zeit brauchen, bis zwischen euch alles wieder so ist, wie es vor dem Fremdgehen war.

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