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Trumps Wahlsieg 2016

Am 8. November 2016 wurde zuletzt in den USA ein Präsident gewählt. Noch am Wahltag selbst gingen die meisten Beobachter davon aus, dass die Demokratin Hillary Clinton die Wahl für sich entscheiden wird. Doch am Abend des Wahltages jubelte der, der in Umfragen immer hinten gelegen hatte: Republikaner Donald Trump. Der Grund für den unerwarteten Sieg Trumps findet sich in den Swing States.

Auch in diesem Jahr deutet sich wieder ein sehr enges Wahlergebnis an – wieder schauen die Wahlbeobachter gespannt auf die Swing States. Gemeint sind damit die US-Bundesstaaten, in denen die Wahl besonders knapp und die Zahl der unentschlossenen Wähler hoch ist.

Blaue und rote Staaten

Neben den Swing States gibt es Bundesstaaten, in denen ist der Ausgang der Wahl relativ klar:

  • In Kalifornien, New York oder Massachusetts wird traditionell der demokratische Kandidat gewählt.
  • Im Mittleren Westen und auf dem Land entscheiden sich die Wähler schon seit vielen Jahren meist für den Republikaner.

Wie viel Einfluss die Bundesstaaten haben, in denen noch kein Kandidat klar in Führung liegt, erklärt sich beim Blick auf das Wahlsystem der USA. Die US-Amerikaner wählen ihren Präsidenten nur indirekt. Sie stimmen über Wahlleute ab – das Electoral College. Das entscheidet dann letztlich über den US-Präsidenten.

Der Sieger braucht 270 Wahlmänner 

Jeder Bundesstaat stellt unterschiedlich viele Wahlleute, ihre jeweilige Zahl hängt von der Bevölkerungsgröße des Bundesstaates ab. In der Regel gilt das "Winner takes all"-Prinzip: Der Präsidentschaftskandidat, der in einem Bundesstaat die Mehrheit der Stimmen bekommt, erhält alle Wahlleute dieses Bundesstaates.

Es wird also nicht der Kandidat US-Präsident, der die meisten Wählerstimmen bekommt. Sondern der, der bei insgesamt 538 Wahlleuten zuerst 270 Wahlmänner auf seine Seite ziehen kann.

Wahlkampf fokussiert sich auf Swing States

Hier kommen die Swing States in Spiel. Ein US-Bundesstaat, bei dem das Ergebnis schon mit sehr großer Wahrscheinlichkeit feststeht, spielt im Wahlkampf keine so große Rolle, denn die Kandidaten wissen schon, wem die Wahlleute aller Voraussicht nach zufallen werden.

Umso mehr Fokus legen die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden auf die Bundesstaaten, in denen beide noch realistische Chancen haben, die Mehrheit der Stimmen zu gewinnen.

In diesem Jahr gelten unter anderem Florida, Pennsylvania, Ohio, Georgia und Michigan als Swing States.

  • In Florida geht es um 29 Wahlleute – der Bundesstaat hat 21,5 Millionen Einwohner.
  • Pennsylvania bringt 20 Wahlleute.
  • In Ohio kann der Kandidat mit der Mehrheit der Stimmen 18 Wahlleute bekommen.
  • In Georgia und Michigan geht es um jeweils 16 Wahlmänner.

Warum sich Umfragen irren

Die Umfragen lagen 2016 auch deswegen falsch, weil in den Swing States nur eine kleine Zahl an Stimmen die Mehrheit gesichert hat – damit aber alle Wahlmänner dieser Bundesstaaten an einen Kandidaten gingen. 2016 bekam Trump in allen genannten Swing States die Mehrheit der Stimmen.

Entsprechend anfällig sind auch die Prognosen. Durch das "Winner takes all"-Prinzip genügen schon wenige tausend Stimmen, damit sich die Vorhersage für einem Bundesstaat als falsch herausstellt. Gleichzeitig gehen dann alle Wahlleute entgegen der Prognosen an den Kontrahenten – und schon endet eine US-Präsidentschaftswahl ganz anders als erwartet.

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