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Verhandlung im Bunker: Massive Sicherheitsvorkehrungen bei Wirecard-Prozess

09.12.2022 • 08:47

Es ist der größte Betrugsskandal in Deutschland seit 1945: In München fand nun der Auftakt im Wirecard-Prozess statt, der unter massiven Sicherheitsvorkehrungen abgehalten wird.

Es ist der größte Betrugsskandal in Deutschland seit 1945: In München fand nun der Auftakt im Wirecard-Prozess statt, wo sich ab sofort Markus Braun und zwei Mitangeklagte verantworten müssen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Vorstandschef vor, mit seinen mutmaßlichen Komplizen in Führungspositionen und externen Geschäftspartnern systematischen Betrug begangen zu haben. Außerdem sollen sie Bilanzen des mittlerweile abgewickelten Dax-Konzerns gefälscht und die Kreditgeber um 3,1 Milliarden Euro geprellt haben.

Der Gerichtsprozess wird unter massiven Sicherheitsvorkehrungen abgehalten. Die vierte Strafkammer des Landgerichts München I lässt den Prozess in einem bunkerartigen, unterirdischen Gerichtssaal verhandeln. Bisher sind 100 Verfahrenstage angesetzt.

Wirecard wickelte als Zahlungsdienstleister an der Schnittstelle zwischen Kreditkartenfirmen und Banken sowie Einzelhändlern und sonstigen Verkäufern elektronische Zahlungen ab.

Das Unternehmen meldete jahrelang rasant steigende Umsätze und stieg 2018 an der Frankfurter Börse in den Dax auf. Im Sommer 2020 brach der Konzern zusammen und meldete Insolvenz an.

Die britische "Financial Times" war zuvor in jahrelanger Recherche den mutmaßlichen Manipulationen auf die Spur gekommen. Das Urteil ist nach derzeitigem Stand Anfang 2024 zu erwarten.