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Deutschland drohen wegen Gaskäufen hohe Verluste

09.12.2022 • 10:18

Die schnelle Befüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr könnte für Gaskunden noch teurer werden. Experten werfen dem verantwortlichen Unternehmen "Anfängerfehler" vor, die zu Milliardenverlusten auf Kosten der Endkunden führen könnten.

Die schnelle Befüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr könnte für Gaskunden noch teurer werden. Experten werfen dem verantwortlichen Unternehmen "Anfängerfehler" vor, die zu Milliardenverlusten auf Kosten der Endkunden führen könnten.

Um die Gasversorgung nach Ausbruch des Ukrainekriegs zu sichern, hatte die Firma Trading Hub Europe (THE) im Auftrag der Bundesregierung bis Ende November knapp 50 Terrawattstunden Erdgas gekauft. Und das wohl zu deutlich erhöhten Preisen, wie "Tagesspiegel Background" berichtet.

Durchschnittlich 175 Euro habe THE für die Terrawattstunde ausgegeben – weit mehr als der aktuelle Preis von 145 Euro. Bei einem Verkauf im Großhandel würde die Bundesregierung damit ein dickes Minus von rund 1,5 Milliarden Euro einfahren. Das würde letztlich wohl an die deutschen Gaskunden weitergegeben.

Schuld daran seien Fehler des THE: "THE hat sich angestellt wie ein Energiemarkt-Anfänger, der nichts von Risikomanagement versteht.", erklärte Lion Hirth, Professor für Energiepolitik an der Hertie School.

Hanns Koenig vom Analysehaus Aurora Energy Research bemängelte, THE habe "noch Monate nach Start der Gasbeschaffung ausschließlich am Spotmarkt agiert und die Positionen weiterhin nicht abgesichert".

"Das lässt sich nur mit mangelnden technischen und ökonomischen Fähigkeiten erklären und das hätte in einem so langen Zeitraum behoben werden müssen."