- Bildquelle: Jovana Stojanovic © Jovana Stojanovic

Selbstbräuner: Wie funktioniert die Bräune ohne Sonne?

Die meisten Selbstbräuner enthalten den Bräunungsstoff Dihydroxyaceton, kurz DHA. Das Zuckermolekül verbindet sich nach dem Auftragen mit Proteinen der obersten Hautschicht, dabei entsteht ein Farbstoff, der unserer Haut die sommerliche Färbung verleiht. Die Intensität der Bräune hängt dabei von der Dicke der Hornschicht ab, Bereiche mit dicker Hornschicht, wie beispielsweise Knie oder Ellenbogen, verfärben sich deutlich dunkler. Auch der Gehalt an DHA in Selbstbräunerprodukten bestimmt die Intensität: Leichte Produkte enthalten etwa 2 % DHA, Turbo-Selbstbräuner enthalten etwa 5 %. Manche Menschen sind gegen DHA resistent und bekommen durch den Wirkstoff keine sommerliche Bräune. Ein alternativer Wirkstoff ist Erythrulose, eine stabilere Form von DHA, die langsamer wirkt, abwer dafür länger anhält. Manche Produkte enthalten beide Wirkstoffe.

Gebräunte Haut
DHA: Ein Farbstoff, welcher für einen sommerlichen Teint auf der Haut sorgt – wir berichten über Selbstbräuner: Creme, Tropfen, Spray und mehr. © Tassii

Selbstbräuner: Wie unterscheiden sich Creme, Mousse, Tropfen und Spray?

Selbstbräuner als Creme, Mousse, Spray, Tropfen oder Tücher: Was ist der Unterschied und was ist der beste Selbstbräuner? Wir geben einen Überblick, stellen die verschiedenen Selbstbräuner vor und geben Tipps zur Anwendung.

Selbstbräuner als Creme oder Lotion

Bräunungscremes oder -lotionen weisen eine ähnliche Struktur wie eine klassische Gesichtscreme oder Bodylotion auf und sind damit ein super Einstiegsprodukt. Die Creme lässt sich leicht mit der Hand auftragen und ist meist nicht so hoch dosiert, sodass kleine Anwendungsfehler nicht direkt auffallen. Bräunungscremes und -lotionen enthalten häufig pflegende Bestandteile und versorgen die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit. Wenn ihr sensible oder trockene Haut habt, seid ihr mit einer Creme oder Lotion gut beraten.

Creme
Eine Gesichtscreme, die der Haut eine leichte Bräune verleiht – das Einsteigermodell: Die klassische Bräunungscreme. © YakobchukOlena

Selbstbräunermousse

Selbstbräunermousse ist ein leichter Schaum, der sich besonders gut auf die Haut auftragen und verteilen lässt. Am besten gelingt das mit einem Waschlappen oder einem speziellen Handschuh. Der Schaum zieht schnell in die Haut ein und kann sehr dünn aufgetragen werden. Für eine intensivere Bräune könnt ihr die Mousse mehrmals über die Haut streichen, so vermeidet ihr auch Streifen und Flecken. Mit Selbstbräunermousse erzielt ihr eine natürliche und langanhaltende Bräune und pflegt gleichzeitig eure Haut. Mousse eignet sich besonders gut für trockene Haut.

Selbstbräunerspray

Selbstbräunersprays punkten mit ihrer einfachen Anwendung: Sie werden einfach gleichmäßig auf die Haut gesprüht und müssen nicht verrieben oder einmassiert werden. Dadurch werden eure Hände nicht braun oder fleckig. Selbst schwer erreichbare Stellen wie die Rückseite der Oberschenkel oder der Rücken lassen sich damit gut bräunen. Mit etwas Übung erreicht ihr mit einem Selbstbräunerspray sogar eine gleichmäßigere Bräunung als mit einer Lotion.

Spray
Einfach Sprühen ohne dabei Flecken auf den Händen zu hinterlassen – welche Vorteile ein Bräunungsspray mit sich bringt, lest ihr im Beauty-Artikel. © miodrag ignjatovic

Selbstbräunergel

Selbstbräunergel hat eine etwas festere Textur als Lotionen oder Cremes. Es eignet sich gut bei fettiger Haut, da das Gel keinen öligen Film auf der Haut hinterlässt. Da ein Selbstbräunegel besonders schnell in die Haut einzieht, solltet ihr bereits Erfahrung im Umgang mit Selbstbräunern haben. Denn viel Zeit zum Korrigieren bleibt euch nicht, für eine flecken- und streifenfreie Bräune ist ein schnelles, gleichmäßiges und präzises Auftragen des Gels notwendig. Die meisten Selbstbräunergels bewirken eine intensive Bräune und sind nicht für euch geeignet, wenn ihr eher ein heller Hauttyp seid.

Selbstbräuneröl

Ein Selbstbräuneröl lässt sich gut auf der Haut verteilen und eignet sich besonders gut für trockene Haut. Das Öl sollte zügig verteilt werden und die Anwendung erfordert etwas Übung, sodass Erfahrung im Umgang mit Selbstbräunern auf jeden Fall von Vorteil ist. Besonders schön: Das Öl hinterlässt abgesehen von der Bräune einen schönen seidigen Schimmer auf der Haut.

Selbstbräuner-Öl
Ein pflegendes Öl, welches sommerliche Frische auf der Haut hinterlässt – ein Selbstbräuner-Öl eignet sich vor allem bei trockener Haut. © puhhha

Selbstbräunertuch

Bräunungstücher sind superpraktisch, besonders für unterwegs. Die solo verpackten Tücher aus Zellstoff sind in Selbstbräuner getränkt und reichen genau für eine Anwendung. Das Auftragen ist einfach, sollte jedoch zügig durchgeführt werden, da die Tücher schnell austrocknen. Es gibt jeweils spezielle Tücher für das Gesicht und den Körper. Die Tücher enthalten meist keine pflegenden Wirkstoffe, sodass ihr am besten anschließend eine Gesichtscreme oder Bodylotion auftragt. 

Bräunungstropfen

Die Tanning-Drops sind besonders praktisch, ihr mischt sie nämlich einfach in eure Tagespflege oder Bodylotion und tragt den Mix auf. Je nach gewünschter Bräunungsintensität fügt ihr mehr oder weniger Selbstbräunertropfen zur Pflege hinzu, richtet euch dabei nach den Angaben auf der Verpackung. Zur Anwendung: Gebt die gewohnte Menge eurer Pflege auf euren Handrücken und gebt ein paar Tropfen der Tanning-Drops dazu, vermischt beides miteinander und tragt es auf die Haut auf. Die Anwendung ist einfach, erfordert keine Übung und pflegt die Haut gleich mit.

Gel, Mousse und Tropfen - Produkte, die für eine sommerliche Bräune sorgen
Von Gel, Mousse und Tropfen – im Beauty-Artikel verraten wir euch die Vielzahl an Kosmetik-Produkten, die eine schöne sommerliche Bräune auf der Haut versprechen. © Polina Lebed

Bräunungscreme ohne Selbstbräuner        

Diese Creme legt sich wie ein Make-up auf die Haut, bräunt sie jedoch nicht nachhaltig. Die speziellen Cremes oder Sprays für Beine oder Gesicht verschaffen in kürzester Zeit braune Haut und lassen sich anschließend ganz easy wieder abduschen oder abwaschen. Eine tolle Alternative, wenn es mal schnell gehen muss.

Selbstbräuner ohne Flecken anwenden: so geht’s!

Eine optimale Wirkung erzielt ihr nur beim gleichmäßigen Auftragen des Selbstbräuners, denn sonst können leicht Streifen und Flecken. Wir zeigen euch, wie ihr Schritt für Schritt eine schöne, gleichmäßige Bräune bekommt.

  1. Bereitet eure Haut auf eine gleichmäßige Bräune vor, indem ihr sie reinigt und glättet. 24 Stunden vor dem Auftragen eines Selbstbräuners sollter ihr euer Gesicht und euren Body peelen, damit sich der Selftanner gleichmäßig verteilen kann und lange auf der Haut bleibt. Entfernt auch Haare, damit die Bräune ebenmäßig aussieht. Achtet auf raue Stellen an den Knien und Ellenbogen, dort sitzt meist eine dickere Hornschicht auf der Haut, die beim Bräunen dunkle Flecken hinterlassen.
  2. Cremt die Haut nach dem Peelen unbedingt mit einer reichhaltigen Creme ein, damit sie gut mit Feuchtigkeit versorgt ist.
  3. Nun geht’s an den Selbstbräuner: Verwendet zum Auftragen einen Selbstbräuner-Handschuh oder -schwamm. Damit lässt sich Gel, Creme, Lotion oder Mousse ganz easy und gleichmäßig verteilen. Arbeitet euch von den Füßen langsam nach oben und schließt die Anwendung mit den Händen ab.
  4. Massiert den Selbstbräuner mit kreisenden Bewegungen in die Haut ein, verwendet das Produkt sparsam und arbeitet präzise und zügig.
  5. Der eigene Rücken oder die Schulterblätter lassen sich schlecht erreichen, hier könnt ihr jemanden um Hilfe bitten oder ein Bräunungsspray verwenden.
  6. Wascht anschließend die Hände und wischt mit einem feuchten Wattepad über Körperstellen mit starker Hornschicht, wie Ellenbogen oder Knie.
  7. Jetzt wird das Gesicht behandelt: Verwendet hierzu eine spezielle Bräunungscreme für das Gesicht oder ein Produkt, was ausdrücklich für Körper und Gesicht geeignet ist.
  8. Schützt den Haaransatz und die Augenbrauen mit einer Feuchtigkeitscreme, um unregelmäßige Bräunung an diesen Stellen zu vermeiden. Verteilt die Bräunungscreme anschließend gleichmäßig auf dem Hals und im Gesicht. Beginnt dabei in der Gesichtsmitte und verstreicht den Selbstbräuner mit streichenden Bewegungen zuerst über den Nasenrücken, dann über die Wangenknochen und schließlich über Stirn und Kinn.
  9. Für alle Anwendungen gilt: Beginnt immer mit einer sanften Dosierung und haltet euch an die Angaben der Brand. Wenn euch die Bräune nicht intensiv genug ist, könnt ihr nach ein paar Tagen die Anwendung wiederholen.
  10. Nehmt euch Zeit für das Auftragen des Selbstbräuners, damit ihr in Ruhe und ohne Hektik die Anwendung durchführen könnt. Manche Produkte können direkt nach dem Auftragen die Kleidung verfärben, tragt deshalb am besten alte und weite Kleidung.
  11. Bräunungsunfall? Keine Panik: Flecken und Streifen lassen sich mit einem Peeling entfernen. Ein heißes Bad lässt die oberen Hautschichten aufquellen, anschließend könnt ihr sie mit einem Peeling-Schwamm oder -handschuh entfernen. Kleine Bereiche lassen sich mit Zitronensaft entfernen, einfach etwas von der Säure auf einen Lappen geben und damit die Haut abreiben. Anschließend den Zitronensaft abwaschen und die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme pflegen.
FAQ: Selbstbräuner für die Haut
Was ist bei einem Selbstbräuner zu beachten? Was versprechen die einzelnen Produkte der Kosmetik-Industrie? Wir haben die Fakten! © recep-bg

Selbstbräuner: Wie lange hält die Bräune?

Die Wirkung eines Selbstbräuners ist nicht von Dauer und je nach Produkt und eurem Hauttyp unterschiedlich. Die meisten Selbstbräuner halten etwa eine Woche. Ihr könnt die Bräune jedoch verlängern, indem ihr die Anwendung auffrischt, sobald sie anfängt zu verblassen. Verwendet Selbstbräuner jedoch nicht täglich, denn besonders helle Haut kann durch die Bräunung sehr künstlich und unnatürlich wirken.

Selbstbräuner selber machen – so geht‘s

Selbstbräuner lässt sich ganz einfach selber herstellen, ganz frei von Konservierungsstoffen und anderen Zusätzen! Ihr benötigt dazu folgende Zutaten:

  • Erythrulose (bekommt ihr in der Apotheke)
  • Aloe-vera-Saft
  • destilliertes Wasser
  • eine Sprühflasche für 100 Milliliter Lösung

Die Erythrulose wird so dosiert, dass die fertige Lösung 2 bis 5 % davon enthält: 2 % für einen Gesichtsbräuner, 5 % für einen Selbstbräuner für den Körper.

So stellt ihr einen Selbstbräuner für das Gesicht her:

  1. Füllt einen Esslöffel Aloe-vera-Saft in die Sprühflasche.
  2. Gebt 40 Tropfen Erythrulose dazu.
  3. Füllt die Sprühflasche mit destilliertem Wasser auf 100 Milliliter auf.
  4. Schüttelt das Gemisch gut durch.
  5. Die Lösung ist im Kühlschrank etwa 2 Wochen haltbar.

Wenn ihr lieber einen Selbstbräuner für den Körper herstellen möchtet, erhöht ihr einfach die Menge Erythrulose auf 100 Tropfen. Der Selbstbräuner lässt sich ganz easy auf den Körper aufsprühen, im Gesicht könnt ihr die aufgesprühte Lösung sanft mit den Fingern verteilen. Das Ergebnis zeigt sich nach etwa 3 Tagen mit einer schönen, natürlichen Bräune.

Sind Selbstbräuner schädlich?

Hautärztinnen und Hautärzte ziehen Selbstbräuner auf jeden Fall einem Sonnenbad vor, denn die Inhaltsstoffe werden allgemein als unproblematisch eingestuft. Trotzdem können Zusatzstoffe zu Hautreizungen und Allergien führen. Außerdem solltet ihr beachten, dass DHA keine stabile Verbindung ist. Nach einer gewissen Zeit oder durch zu viel Wärme kann sich DHA zersetzen und das krebserregende Formaldehyd freisetzen. Schon geringe Mengen Formaldehyd reizen die Schleimhäute. Achtet deshalb darauf, Selbstbräuner kühl und dunkel zu lagern und verwendet ihn nicht nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Der alternative Wirkstoff Erythrulose ist eine stabilere und langsamer zerfallende Form vom DHA.

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