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Mythos im Süden Englands

Stonehenge: Das wissen wir über den mysteriösen Steinkreis

  • Aktualisiert: 28.05.2024
  • 13:40 Uhr
  • Sven Hasselberg

Das Monument Stonehenge in Süd-England gibt uns seit tausenden Jahren Rätsel auf. Einige konnten inzwischen mit Hilfe lang verschollener Bohrproben gelöst werden. Welchen Sinn der Steinkreis hat, ist bis heute unklar. Theorien gibt es viele. Die Faszination über den Mythos Stonehenge bleibt also bestehen.

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Das Wichtigste zum Thema Stonehenge

  • Rund 2.500 vor Christus errichteten Menschen der Jungsteinzeit Stonehenge in Südengland. Erste Gräben und Wälle schaufelten sie sogar schon vor 5.000 Jahren. In einem Erdwall standen 30 Steinquader, die wiederum mit 30 Decksteinen zu einem Kreis verbunden waren. Darin standen nochmals 5 Steintore, angeordnet wie ein Hufeisen.

  • Wozu das Monument genau diente, ist unklar. Fest steht, dass die Steine auf die Sonne ausgerichtet sind. Einige Theorien sehen in Stonehenge einen religiösen Kultort, andere eine Begräbnisstätte oder einen Kalender. Wahrscheinlich stimmt von allem etwas. Genutzt wurde der Ort wohl bis in die Bronzezeit, 1.500 vor Christus.

  • Die Steine wiegen jeweils bis zu 30 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von acht Nashörnern.

  • 1958 entnahmen Restauratoren mithilfe von Bohrern Kernproben von den Megalithen. Die Proben verschwanden auf mysteriöse Weise, bevor sie untersucht werden konnten. Nach der Widerentdeckung liefern sie spannende neue Erkenntnisse.

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Stonehenge - Das Geheimnis der Steine

Forschende bezeichnen die aufgerichteten Steine als Sarsen. Auf ihnen ruhen wie ein Dach die horizontalen Lintels. Diese Tore ergaben den äußeren Kreis und das innere Hufeisen. Hinzu kommen die kleineren Bluestones. Sie stehen zwischen Sarsen-Kreis und Hufeisen und bilden eigene Formationen.

1958 fanden Restaurationsarbeiten statt. Dabei entnahmen Arbeiter aus einem Sarsen drei gut ein Meter lange Bohrkerne. Bevor sie untersucht werden konnten, verschwanden sie auf mysteriöse Weise. Bis einer der Restauratoren sich kurz vor seinem Tod aus den USA meldete und einen Bohrkern zurückgeben wollte. Dieser hatte den Bohrkern erst in seinem Büro in der Firma ausgestellt - und durfte ihn später als Andenken mit nach Hause nehmen.

1958 wurde Stonehenge restauriert.
1958 wurde Stonehenge restauriert.© Imago Images / ZUMA/Keystone

Somit konnte der Bohrkern 60 Jahre nach seiner Entnahme untersucht werden. Ein Team der Universität Brighton veröffentlichte eine Studie über die Zusammensetzung. Die Ergebnisse:

  • Die Kolosse stammen aus West Woods, 25 Kilometer nördlich von Stonehenge.
  • Die Steine bestehen aus einer Art natürlichem Quarz-Zement mit ineinandergreifenden Kristallen. Das macht die Sarsen hart, widerstandsfähig und zu idealen Tragsteinen.
  • Einige Sandkörner, aus denen sich die Sarsen zusammensetzen, sind 1,6 Milliarden Jahre alt.

Die Geschichte regte die Suche nach den anderen verschollenen Bohrkernen an. Einer wurde 13 Kilometer entfernt im Museum von Salisbury gefunden. Kurios: Er lag als "Bohrkern von Stonehenge" beschriftet im Lager - ohne dass sich jemand je darum gekümmert hatte. Wo der dritte Bohrkern geblieben ist, bleibt ein Rätsel.

So untersuchte Forscher David Nash die Steine

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Der Grundriss von Stonehenge

Grundriss und Ausrichtung von Stonehenge
Grundriss und Ausrichtung von Stonehenge

Die Funktion der Steine

🩸 Opferstein: Der "Slaughter Stone" liegt dort, wo die "Avenue" durch den Erdwall auf das Monument zuführt. Den Namen verdankt er einem Mythos. Ende des 18. Jahrhunderts ging man davon aus, dass Druiden dort früher Opferzeremonien veranstalteten. Heute sehen Forschende in ihm eher einen Eingang zum Monument.

💥 Altarstein: Dieser Sandsteinblock lag genau auf der Sonnenachse im Hufeisen. Am Tag der Wintersonnenwende fiel die untergehende Sonne durch das größte Steintor an der Stirn des Hufeisens genau auf diesen Stein. Er stammt wohl aus Südost-Wales. Seinen Namen erhielt er, weil er direkt in der Mitte positioniert war.

🌞 Fersenstein: Der "Heel Stone" steht aufrecht nordöstlich auf der Avenue. Er bildet eine Achse mit dem Steinkreis. Wer in der Mitte des Kreises steht, sieht am Tag der Sommersonnenwende die Sonne links vom Heel Stone aufgehen. Hier könnte noch ein zweiter Stein gestanden haben. Zusammen bildeten die Steine einen Rahmen für die Sonne.

🚧 Station Stone: Diese zwei Steine positionieren sich diagonal gegenüber am inneren Rand des Erdwalls. Denken sich Betrachtende von jedem der Steine gerade Linien am Steinkreis vorbei, ergeben diese ein exaktes Rechteck. Im Zentrum liegt der Steinkreis. Während die Station Stones zwei Ecken bilden, bilden Nord- und Südgrabhügel die anderen. Die Station Stones wurden vielleicht schon vor dem Steinkreis aufgestellt - und dienten als Markierung bei dessen Bau.

💀 Nord- und Südgrabhügel: Auf ihnen standen wahrscheinlich zwei Station Stones. Sie bilden die anderen zwei Ecken des gedachten Rechtecks. Obwohl sie im Englischen "Barrow" heißen, was auch Grabhügel bedeutet, befanden sich darunter nie Gräber. Spätere Generationen hielten sie irrtümlich dafür - und kamen so auf die Namen.

🔥 Aubrey-Löcher: Die 56 Löcher sind nach ihrem Entdecker John Aubrey benannt. Sie bilden einen Kreis am inneren Rand des Erdwalls. Es steckten Holzpfähle oder Steine darin. In und um die Aubrey-Löcher wurde Asche von Feuerbestattungen gefunden. Insgesamt sollen 64 Aschestellen von 150 Toten gefunden worden sein. Das macht Stonehenge zum größten Steinzeit-Friedhof, der in Großbritannien entdeckt wurde.

🕳 Y- und Z-Löcher: Sie gehören zu den letzten Elementen, die die Erbauer 1800 bis 1500 vor Christus hinzufügten. In zwei Ringen umgeben sie den Steinkreis. Den inneren Ring bilden die Z-Löcher, den äußeren Ring die Y-Löcher. Eine Theorie besagt, dass sie für ein neues Arrangement der Steine benutzt werden sollten, zu dem es aber nie kam.

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So wurde Stonehenge erbaut

Stonehenge: weitere Rätsel um den mysteriösen Steinkreis gelöst

Vor gut 5.000 Jahren entstand eine Art Erstversion
von Stonehenge. Damals war es jedoch ganz ohne Steine ein einfacher runder
Graben. Zum Ausschaufeln bauten sich die Menschen Werkzeuge aus Geweih.
Vor gut 5.000 Jahren entstand eine Art Erstversion von Stonehenge. Damals war es jedoch ganz ohne Steine ein einfacher runder Graben. Zum Ausschaufeln bauten sich die Menschen Werkzeuge aus Geweih.© Lion Fleischmann
Gut 2.500 Jahre vor Christus kamen dann die
Steine ins Spiel. Forschende gehen davon aus, dass die Erbauer sie mit
Holzrollen über Kilometer weit transportiert haben. Wo es ging, wurden auch
Flöße benutzt.
Gut 2.500 Jahre vor Christus kamen dann die Steine ins Spiel. Forschende gehen davon aus, dass die Erbauer sie mit Holzrollen über Kilometer weit transportiert haben. Wo es ging, wurden auch Flöße benutzt.© Lion Fleischmann
Die Erbauer bearbeiteten die
Steine mit Hilfe anderer Schlagsteine, die sie wie Hammer benutzten. Wie
genau sie die Sarsen-Steine aufstellten, ist nicht klar. Expert:innen gehen davon
aus, dass Seile, Rampen, Gerüste und Gegengewichte benutzt wurden. Beim
Auflegen der horizontalen Steine, Lintels, halfen wahrscheinlich Hebel und eine Art von einfachem Kran.
Die Erbauer bearbeiteten die Steine mit Hilfe anderer Schlagsteine, die sie wie Hammer benutzten. Wie genau sie die Sarsen-Steine aufstellten, ist nicht klar. Expert:innen gehen davon aus, dass Seile, Rampen, Gerüste und Gegengewichte benutzt wurden. Beim Auflegen der horizontalen Steine, Lintels, halfen wahrscheinlich Hebel und eine Art von einfachem Kran.© Lion Fleischmann
Die Steine sind ineinander
verzahnt. Aus den aufrechten Sarsen stehen herausgearbeitete Zapfen hervor.
In den Lintels befinden sich passende Löcher. Untereinander wurden die Lintels durch eine Art Nut-und-Feder-System verbunden. So, wie wir das von einer Holzdecke kennen.
Die Steine sind ineinander verzahnt. Aus den aufrechten Sarsen stehen herausgearbeitete Zapfen hervor. In den Lintels befinden sich passende Löcher. Untereinander wurden die Lintels durch eine Art Nut-und-Feder-System verbunden. So, wie wir das von einer Holzdecke kennen.© Lion Fleischmann
Allein das Aufstellen der Steine soll 50 Jahre gedauert haben. Insgesamt gab es über 1.500 Jahre verteilt 6 verschiedene Baustadien, also Versionen. "Henge" ist ein Fachausdruck aus der Archäologie, der ein "Erdwerk" bezeichnet. Also ein Monument, dass aus Wällen, Gräben und manchmal auch Palisaden besteht.
Allein das Aufstellen der Steine soll 50 Jahre gedauert haben. Insgesamt gab es über 1.500 Jahre verteilt 6 verschiedene Baustadien, also Versionen. "Henge" ist ein Fachausdruck aus der Archäologie, der ein "Erdwerk" bezeichnet. Also ein Monument, dass aus Wällen, Gräben und manchmal auch Palisaden besteht.© Lion Fleischmann
Vor gut 5.000 Jahren entstand eine Art Erstversion
von Stonehenge. Damals war es jedoch ganz ohne Steine ein einfacher runder
Graben. Zum Ausschaufeln bauten sich die Menschen Werkzeuge aus Geweih.
Gut 2.500 Jahre vor Christus kamen dann die
Steine ins Spiel. Forschende gehen davon aus, dass die Erbauer sie mit
Holzrollen über Kilometer weit transportiert haben. Wo es ging, wurden auch
Flöße benutzt.
Die Erbauer bearbeiteten die
Steine mit Hilfe anderer Schlagsteine, die sie wie Hammer benutzten. Wie
genau sie die Sarsen-Steine aufstellten, ist nicht klar. Expert:innen gehen davon
aus, dass Seile, Rampen, Gerüste und Gegengewichte benutzt wurden. Beim
Auflegen der horizontalen Steine, Lintels, halfen wahrscheinlich Hebel und eine Art von einfachem Kran.
Die Steine sind ineinander
verzahnt. Aus den aufrechten Sarsen stehen herausgearbeitete Zapfen hervor.
In den Lintels befinden sich passende Löcher. Untereinander wurden die Lintels durch eine Art Nut-und-Feder-System verbunden. So, wie wir das von einer Holzdecke kennen.
Allein das Aufstellen der Steine soll 50 Jahre gedauert haben. Insgesamt gab es über 1.500 Jahre verteilt 6 verschiedene Baustadien, also Versionen. "Henge" ist ein Fachausdruck aus der Archäologie, der ein "Erdwerk" bezeichnet. Also ein Monument, dass aus Wällen, Gräben und manchmal auch Palisaden besteht.

Häufige Fragen zu Stonehenge

Wenn du Stonehenge besuchen möchtest

Hier findest du alle Infos über Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintrittspreise von Stonehenge.

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