- Bildquelle: ProSieben/Benedikt Müller © ProSieben/Benedikt Müller

Müde, besorgt und angestrengt sieht er aus, der Musiker Gil Ofarim im #ZOL-Studio. Hinter ihm liegt eine harte Woche. "Ich habe mich zur Zielscheibe gemacht", erzählt er bei "Zervakis & Opdenhövel. Live.". Was ist passiert?

Ofarim wollte vergangene Woche in einem Leipziger Hotel einchecken. Doch das wurde ihm zunächst verweigert - weil er den David-Stern an einer Kette um den Hals trug. Ofarim hatte den Vorfall über Social Media publik gemacht. Jetzt wird er abends von der Polizei vom Theater zum Hotel eskortiert und macht sein Handy gar nicht mehr an, seit er Nachrichten wie diese erhält: "Bei der nächsten Säuberung bist du ganz vorne mit dabei, mein Freund."

Im Clip: Gil Ofarim über Antisemitismus und Toleranz in Deutschland

Der Fall Gil Ofarim: ein Einzelfall? Oder doch Beispiel für einen wachsenden Antisemitismus und Rassismus? Was ist los mit Deutschland im Jahr 2021?

"Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, und zwar weltweit", sagt der Journalist und Podcaster Michel Abdollahi bei "Zervakis & Opdenhövel. Live.". Auf die Straße zu gehen gegen solche Missstände: Das sei richtig und wichtig. Doch Zivil-Courage alleine reiche leider nicht, meint Abdollahi. Hier sei der Gesetzgeber gefragt.

"Zervakis & Opdenhövel. Live." fragt nach: Wie tolerant ist Deutschland?

In einer Vorab-Umfrage über die #ZOL-App haben sich 67 Prozent der Befragten als einen stets toleranten Menschen bezeichnet; 30 Prozent gestehen sich zumindest eine situationsbedingte Toleranz zu. Und nur drei Prozent sagen über sich: "Nein, ich bin kein toleranter Mensch."

Fragt man allerdings danach, wie tolerant der Rest von Deutschland ist, glauben 86 Prozent der Befragten, da sei noch "Luft nach oben". Und knapp jeder Zehnte hält Deutschland für "überhaupt nicht tolerant".

"Wir müssen aufhören, über Toleranz zu sprechen und mehr über Rechte, Gerechtigkeit, über Respekt", findet allerdings die gebürtige Französin Dr. Emilia Roig, Politologin und Aktivistin. Denn die Vokabel Toleranz setze eine Störung voraus, die man tolerieren müsse: "Menschen in unserer Gesellschaft werden de facto als Störung gesehen." Wer hingegen andere toleriert, der habe die Macht.

Das große #ZOL-Sozialexperiment belegt die Macht der Vorurteile

Jeder Mensch ist anders – doch manche "Andersartigkeit" ist besonders klischeebelastet. Um das zu verdeutlichen, hat "Zervakis & Opdenhövel. Live." das große #ZOL-Sozialexperiment gestartet. Versuchspersonen sollen drei unterschiedlichen Personen – der schwarzen Studentin Perla, der im Rollstuhl sitzenden Valeska und dem homosexuellen Nasser – alleine aufgrund ihres Aussehens bestimmte Aussagen zuordnen: Wem drohte die Zwangsverheiratung? Wer arbeitet ehrenamtlich bei der Feuerwehr? Wer hat jahrelang sein Aussehen verändert, um dazuzugehören?

Im Clip: "I am what I am" - Das Sozialexperiment über Toleranz & Vorurteile

Anhand von Äußerlichkeiten in Schubladen gesteckt zu werden: Das tut weh. Sich dabei zu ertappen, in Klischees zu denken, schmerzt allerdings auch. Sie nehme aus dem #ZOL-Sozialexperiment mit, sich künftig stärker vorab zu informieren, sagt eine der Experiment-Teilnehmer:innen danach.

Sie wolle mehr aufklären über sich und ihr Leben: Das nimmt sich die auf den Rollstuhl angewiesene Valeska vor. Doch was sie sich vor allem wünscht: "Dass jeder von Anfang an als Mensch gesehen wird" - und nicht als jemand mit einem bestimmten Handicap, einer bestimmten Hautfarbe oder einer bestimmten sexuellen Vorliebe.

Im Clip: Nach dem Sozialexperiment - was nehmen die Betroffenen mit?

Sänger Gil Ofarim allerdings blickt nicht nur müde und abgespannt, sondern auch etwas pessimistisch in die Zukunft. Dass Deutschland jetzt über den Vorfall in einem Leipziger Hotel diskutiert, sage leider noch nichts aus über eine mögliche gesellschaftliche Veränderung: "Passiert ein Umdenken? Ich weiß es nicht."

Im Clip: Rassismus und Diskriminierung - Emilia Roig, Michel Abdollahi und Gil Ofarim im Talk

Madame Moneypenny macht Frauen zu Millionärinnen

Frauen sind keine Minderheit in Deutschland, sie stellen gut die Hälfte der Bevölkerung und sind auf Grund ihrer längeren Lebenserwartung in den höheren Alterskohorten sogar noch häufiger vertreten. Doch einen schönen Lebensabend können sich viele von ihnen nicht leisten. "75 Prozent der heute 30- bis 55-jährigen Frauen sind akut von Altersarmut bedroht", sagt Finanz-Mentorin Natascha Wegelin, auch bekannt als Madame Moneypenny. Eine bittere Wahrheit.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zunächst einmal verdienen Frauen im Schnitt weniger als Männer und zahlen dadurch nicht nur weniger ein in die gesetzliche Rentenversicherung, sondern können auch weniger Geld sparen für das Alter. Mütter legen auch oft eine längere Familienpause ein, arbeiten danach Teilzeit oder kehren gar nicht mehr zurück in einen bezahlten Job. Und leisten stattdessen unbezahlte Familienarbeit.

Im Clip: Finanzielle Unabhängigkeit in der Zukunft - So können Frauen Altersarmut vermeiden

Mit der goldenen Gans gegen Altersarmut

Finanzexpertin Natascha Wegelin legt Frauen dringend ans Herz, das Thema Finanzen nicht beiseite oder in die Hände des Gatten zu schieben, sondern sehr ernst zu nehmen. Sie redet vom Prinzip der Goldenen Gans: Damit diese eines Tages goldene Eier legt, müsse sie frühzeitig gemästet werden. Wer beispielsweise als 18-Jährige anfängt, jeden Monat 300 Euro klug zu investieren, der kann 50 Jahre später Millionärin sein.

Madame Moneypenny rät hier zum Schritt aufs Börsenparkett, genauer gesagt zu ETFs (Exchanged Traded Funds): Das Geld wird investiert in Aktienfonds, die Börsenindizes abbilden wie den Dax oder den Dow Jones. Wird das Geld langfristig angelegt, machen auch Börsenschwankungen weniger aus – und die Gans legt am Ende tatsächlich goldene Eier.

Im Clip: Natascha Wegelin über mangelnde finanzielle Absicherung für Frauen

Faszination NFL – bald auch in Deutschland?

Extrem breite Schultern. Ein Helm mit Frontalgitter, die Zähne darunter gesichert durch einen speziellen Mundschutz. Außerdem Rippenschützer, Ellenbogenschützer, Beinschützer. Die sehr markante Ausrüstung im American Football verleiht den Playern ein extrem martialisches Aussehen. American Football gilt als einer der härtesten und unfallträchtigsten Sportarten. Aber auch als eine der faszinierendsten.

Ihr globales Aushängeschild ist die National Football League (NFL), also die US-amerikanische Profi-Liga im American Football. Seit 2005 trägt die NFL einen Teil der Pflichtspiele auch außerhalb der USA aus, vergangenes Wochenende beispielsweise in London. "Zervakis & Opdenhövel. Live." hat dort versucht, das Geheimnis der Faszination NFL zu ergründen.

Im Clip: NFL - Woher kommt der Hype für American Football?

Der jährliche Super-Bowl: Mehr Show geht nicht

Die Antworten sind vielfältig: Da sind etwa der Super Bowl und die Riesen-Show um das Mega-Ereignis – 800 Millionen Menschen weltweit verfolgen jährlich dieses Spektakel. Die Stars der NFL zählen zu den bestbezahlten Sportlern der Welt. Dazu Cheerleader, große Fan-Nähe und natürlich die leicht kryptischen Spielregeln in einem extrem körperbetonten Sport. Wer könnte so einem Mix widerstehen?

Gute Nachricht für hiesige NFL-Fans: Auch deutsche Städte stehen inzwischen auf der Liste der möglichen Spielorte jenseits der USA. Bereits 2022 oder 2023 könnte es also zum Touchdown der NFL auf deutschem Boden kommen.

Jetzt die gesamte Folge ansehen

"Zervakis & Opdenhövel. Live." als Wiederholung zum Nachschauen.

Welche Themen werden Linda und Matthias in der nächsten Folge am 18. Oktober 2021 aufgreifen? Das siehst du am kommenden Montag bei "Zervakis & Opdenhövel. Live." um 20:15 Uhr auf ProSieben und auf Joyn.