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Bundesliga-Stadien wieder offen: Doch Fußballfans kommen nicht mehr

16.10.2021 • 10:12

Fußball-Klubs dürfen wieder deutlich mehr Zuschauer in ihre Vereine lassen. Doch der Ansturm der Fans bleibt aus.

Fans wieder im Fußballstadion willkommen, doch viele Plätze bleiben leer

  • Fußballstadien in Bayern dürfen wieder voll ausgelastet werden
  • NRW erlaubt wieder fast voll besetzte Fußballstadien
  • Doch Fußballfans scheinbar in Corona-Starre
  • Ticket-Ansturm für Fußballspiele bleibt aus

Nach langen Monaten ganz ohne Fußballspiele, folgten die Geisterspiele. Die Bundesligaspiele fanden vor leeren Zuschauerrängen statt. Die Corona-Pandemie verlangte nach ungewöhnlichen Maßnahmen. Erst nach und nach sorgten Tests und Impfungen wieder für Fans in den Fußballstadien.

Fußballstadien dürfen teils wieder voll besetzt werden

Nach langem Warten ist nun ein Besuch im Stadion, sogar manchmal mit fast voller Zuschauerstärke, wieder möglich. Im Borussia-Park in Mönchengladbach dürfen wieder rund 46.000 Besucher die Heimspiele verfolgen. Mit rund 54.000 Zuschauern wäre das Stadion voll besetzt.

In Bayer Leverkusen dürfen von möglichen 30.210 Zuschauern, wieder rund 28.000 Besucher ins Stadion der "Werkself". Beim 1. FC Köln dürfen 46.000 Fußballfans ins "Geißbock"-Stadion, in das 50.000 Besucher passen. Der Signal Iduna Park in Dortmund ist mit Platz für 81.365 Fußballfans Deutschlands größtes Fußballstadion. Hier dürfen aktuell 67.000 Zuschauer auf den Rängen Platz nehmen.

In Bayern fällt die Obergrenze bei Fußballspielen sogar komplett, wenn die 2G- oder 3G-Regel angewandt wird. Das heißt in München, Augsburg und Fürth kann wieder in voll besetzten Stadien gespielt werden.

Fan-Andrang auf Fußballstadien bleibt aus

Endlich wieder Fußball live erleben! Nichts wie rein ins Fußballfantrikot und ab ins Stadion! Denkt das nicht jeder echte Fußballfan gerade? Könnte man meinen. Doch der Ansturm auf die Stadien bleibt aus, die Ränge sind in vielen Zuschauerräumen halb leer.

Fangesänge von den Rängen, der Duft der obligatorischen Stadionwurst in der Luft – für viele gehört das gemeinsame Erleben eines Fußballspiels einfach zum Wochenende dazu. Doch Corona scheint auch hartgesottene Fans verändert zu haben.

Corona hat Verhalten der Fußball-Fans verändert

Die Zeit ohne Stadionbesuch hat scheinbar auch zu einem veränderten Freizeitverhalten geführt. Das Geld, das bei den Tickets eingespart wurde, haben einige in Pay-TV investiert und schauen nun die Spiele zu Hause auf dem Sofa oder mit Gleichgesinnten in der Fußballkneipe an.

Viele schrecken wahrscheinlich auch die Vorgaben beim Besuch des Stadions ab. Oder die Regeln sind nicht eindeutig und sorgen für Verwirrung. Muss ich die ganze Zeit über eine Maske tragen? Brauche ich einen 3-G-Nachweis oder kommen sogar nur geimpfte und genesene Fans ins Stadion?

Gerade Ultra-Gruppierungen stört das eingeschränkte Angebot von Stehplätzen. Ultras auf einem Tribünen-Sitzplatz, das scheint nicht für viele undenkbar. Und dann bleibt natürlich die Angst vor einer Ansteckung mit Corona. Und das nicht nur im Stadion, sondern auch auf dem Hin- und Rückweg zum Stadion, beim Gedränge in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den Bahnsteigen.

Fußball bei BVB-Fans nicht mehr an erster Stelle

Generell scheint auch der Stellenwert des Fußballs bei vielen Fans gesunken zu sein. Darauf deutet eine Studie des Fußballclubs BVB in Zusammenarbeit mit der TU Dortmund und der FH Dortmund hin. Demnach gaben vor der Pandemie 80 Prozent der befragten BVB-Fans an, dass Fußball in ihrem Leben einen hohen Stellenwert habe. Im Frühjahr 2021 gaben dies nur noch 50 Prozent an.

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