- Bildquelle: Getty Images © Getty Images

Fettabsaugung: Hier erfährst du alles über eine der beliebtesten Operationen der Schönheitschirurgie

Gut zu wissen: Fettabsaugung

Die Fettabsaugung (auch Liposuktion genannt) zählt zu den besonders häufig durchgeführten Schönheitsoperationen. Dabei werden Fettzellen über kleine Hautschnitte an bestimmten Körperpartien mit Kanülen abgesaugt. Der nötige Unterdruck entsteht durch eine Vakuumpumpe. Ist die gewünschte Fettmenge abgesaugt, werden die Schnitte vernäht und ein fester Verband angelegt, um Schwellungen entgegenzuwirken. Mögliche OP-Regionen sind: Oberarme, Gesicht- und Halsbereich, Hüften, Bauch, Ober- und Unterschenkel, Taille, Po oder Rücken. Die Fettabsaugung kann je nach Areal zwischen durchschnittlich 20 Minuten und zwei Stunden dauern. Der ästhetisch-chirurgische Eingriff wird entsprechend der gewählten Methode unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. 

Ausgangspunkt der Patienten ist meist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht. Denn, wer mehr als die benötigte Menge an Kalorien am Tag zu sich nimmt, speichert diese im Körper – ein Großteil davon wird als Fettzellen eingelagert. Wird im Laufe der Zeit eine zu hohe Menge an Kalorien aufgenommen, speichern die Fettzellen diese und vergrößern sich. Mit einer Fettabsaugung soll dieser Kreislauf durchbrochen werden, wenn Sport und gesunde Ernährung nicht mehr weiterhelfen.
Gut zu wissen: Im Gegensatz zur Fett-weg-Spritze wird beim Fettabsaugen keine Injektion zum Fettabbau eingesetzt, sondern auf eine Entnahme des Fetts gesetzt. 

Wie eine Fettabsaugung funktioniert – Diese Methoden gibt es

1. Basic-Methode

Bei der klassischen Fettabsaugung wird das Fettgewebe mittels einer Vakuumpumpe abgesaugt. Im Gegensatz zu anderen, modernen Schönheitsoperationen wird das Fett nicht mit Flüssigkeit verdünnt. Daher spricht man auch von der Trocken-Technik. Stattdessen setzt der Arzt einen oder mehrere kleine Hautschnitte. Über diese führt er die an die Vakuumpumpe angeschlossene Kanüle ein und löst mit der Hand die Fettzellen, die abgesaugt werden.

2. Tumeszenzverfahren (TLA)

Bei diesem Verfahren wird eine Stunde vor der Schönheits-OP eine spezielle Lösung eingespritzt, die das Fettgewebe schonend von Muskeln und Knochen löst. So kann der Chirurg das Fett mit der Kanüle absaugen, ohne dass anderes Gewebe und Gefäße verletzt werden.

3. Supernass-Methode

Diese Methode setzt genauso wie der TLA-basierte Eingriff auf eine Flüssigkeit, die in das Unterhautfettgewebe gespritzt wird, um das Fett leichter absaugen zu können. Jedoch wird hier weniger Flüssigkeit eingeführt. Nachdem sich die Fettzellen mit der Flüssigkeit vollgesogen haben, werden sie aus dem Gewebe gelöst und zusammen mit der Flüssigkeit durch eine Kanüle und Vakuumpumpe abgesaugt. 

4. Vibrationsassistierte Fettabsaugung (VAL)

Die VAL-Methode soll besonders schonend sein. Feine Vibrationen sorgen dafür, dass das Fett sanft abgelöst wird. Dadurch kann man beim Absaugvorgang besonders dünne Kanülen verwenden. Das reduziert die Narbenbildung. Außerdem regen die Rüttelbewegungen die Kollagenbildung an und unterstützen so einen Glättungseffekt der Haut.

5. Ultraschall-assistierte Liposuktion (UAL)

Diese Art der Fettabsaugung setzt ebenso auf ein voriges Verflüssigen der Fettzellen. Der Ultraschall soll sie ablösen und platzen lassen. Dann kann der Chirurg  sie mit der Kanüle absaugen.

6. Laserassistierte Fettabsaugung (LAL)

Die auch unter dem Namen Laser-Lipolyse bekannte Methode soll Fettzellen auf schonende Art anhand von starker Lichtenergie minimieren. Die Wärme des Lasers löst das Fettgewebe auf und verflüssigt es. Dann kann der Chirurg es mit feinen Kanülen absaugen. Vorteil: Bei kleinen Fettmengen kann der Körper die Flüssigkeit selbst abbauen. Zudem soll durch die Laseranregung das körpereigene Kollagen stimuliert werden, so dass sich die Haut ideal zusammenzieht und Cellulite ausgeglichen wird.

7. Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL)

Die Fettdepots werden hier mittels eines fächerförmigen, pulsierenden Wasserstrahls sanft vom Gewebe abgetrennt und gleichzeitig mit einer Kanüle abgesaugt. Das schont Gewebe, Nerven und Gefäße. 

Wie setzten sich die Kosten einer Fettabsaugung zusammen?

Eine Fettabsaugung ist nicht günstig. Die Kosten sind abhängig von der Methode, dem  betroffenen Körperareal, der zu entfernenden Fettmenge und der jeweiligen Schönheitsklinik. Im Durchschnitt liegt der Preis für die OP zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Die Kosten der Schönheitsoperationen setzen sich folgendermaßen zusammen: Beratungsgespräch, Einrichtung mit OP-Saal und spezieller Technik, Anästhesist, Facharzt, OP-Team, Aufenthalt in der Schönheitsklinik, Kompressionsmieder, Nachsorge.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Wenn die Fettabsaugung aus ästhetischen Gründen durchgeführt wird, musst du die Kosten selber übernehmen. Dies betrifft neben der eigentlichen Schönheitsoperation auch den Aufenthalt in der Schönheitsklinik und alle Zusatzkosten durch mögliche Nachbehandlungen. Die Kosten für eine Operationen im Bereich der Schönheitschirurgie tragen die Krankenkassen nur, wenn sie aus medizinischen Gründen als notwendig eingestuft wird.

Was du vor und nach einer Fettabsaugung beachten solltest

Davor:

Zwei Wochen vor der Schönheitsoperation sollten keine Schmerzmittel (z.B. Aspirin) eingenommen werden, da so die Blutgerinnung gestört werden kann. Natürlich solltest du auch auf Alkohol und Schlafmittel verzichten. Versuche zudem Stress zu vermeiden, um das körperliche und seelische Wohlbefinden während der OP zu stärken. Übrigens: Manchmal ist es auch nötig, sich selbst um Miederhose oder Stützstrümpfe zu kümmern. Im Vorgespräch kannst du klären, ob du dies selbst zum Termin beim Schönheitschirurgen mitbringen sollst.

Danach: 

Direkt nach der Schönheitsoperation kann es zu Schmerzen und Blutergüssen kommen. Nach wenigen Tagen nimmt beides jedoch ab. Schwellungen kannst du mit Eisbeuteln lindern. Kompressionskleidung verhindert in den kommenden vier bis sechs Wochen, dass sich Flüssigkeiten sammeln. Nach der Schönheits-OP kann es auch zu einer leichten Zunahme an Gewicht kommen. Durch das Tragen der Bandagen geht das aber nach ca. einer Woche wieder zurück. (Tipp: Die Kompressionskleidung lässt sich am besten mit kalter Salzlösung reinigen). Die Fäden sollten nach ca. sieben bis zehn Tagen gezogen werden.

Dann ist auch eine Kontrolluntersuchung ratsam. Je nach Eingriff kann es sein, dass du für ca. eine Woche arbeitsunfähig bist. Allgemein ist deine Beweglichkeit und das persönliche Befinden meist kaum eingeschränkt. In den ersten Wochen sind Sport, Baden, Anti-Cellulitecremes und Massagen am betroffenen OP-Areal tabu. Achte beim Duschen darauf, dass die Nahtstelle mit dem Pflaster nicht nass wird. Wichtig: Bei sämtlichen Komplikationen sofort den zuständigen Arzt aufsuchen.

Welche Risiken gibt es bei einer Fettabsaugung?

  • Schwellungen und Blutergüsse
  • Heilungsverzögerung bei Rauchern, Diabetikern und Patienten mit Blutgerinnungsstörungen
  • Infektionen können (selten) Zystenbildung oder Gewebeveränderungen nach sich ziehen
  • Veränderung der Berührungsempfindlichkeit mit Taubheitsgefühlen an der behandelten Region aufgrund der Durchtrennung von Hautnerven während der Schönheitsoperation. Die Sensibilität kehrt in der Regel wieder zurück.

Blutergüsse oder Narben bei Veranlagung oder falschem Anlegen der Bandage 
Fazit: Um die Risiken zu reduzieren, sollte man die Vorgaben des Arztes für das Verhalten nach der Schönheits-OP strikt einhalten.

Jenke von Wilmsdorff wagt das Schönheits-Experiment