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Wann ist die Bundestagswahl 2021?

Am Sonntag, 26. September 2021 öffnen die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr ihre Türen. Dann können Wahlberechtigte ihre Kreuze setzen, um den neuen Bundestag zu wählen.

Was wird bei der Bundestagswahl 2021 gewählt?

Es geht zwar auch um die Frage, wer die neue Kanzlerin oder der neue Kanzler wird, doch die Wählerinnen und Wähler haben nicht in der Hand, wer Merkels Nachfolge antritt. Vielmehr wählen sie mit ihrer Erst- und Zweitstimme den Bundestag. Dieser entscheidet dann darüber, wer die neue Bundeskanzlerin bzw. der neue Bundeskanzler wird.

Bundestagswahl 2021: Was sagen die momentanen Umfragen?

Noch dauert es, bis die Bundestagswahl ansteht, aber schon jetzt gibt es Umfragen, die das Stimmungsbild in der Bevölkerung abfragen. Besonders beäugt wird, welche Partei sich den Spitzenplatz sichern kann und welche:r Kandidat:in wohl Merkels Nachfolge antritt.

Die Grünen konnten zuletzt in der Wählergunst zulegen. Doch CSU/CDU liegen derzeit vorn.

Prognose für die Bundestagswahl 2021?

Laut der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA vom 27. Juni 2021 würden die Parteien auf folgende Prozentzahlen und Sitze kommen:

  • CSU/CDU: 28 % - 178 Sitze
  • Grüne: 19 % - 121 Sitze
  • SPD: 17 % - 108 Sitze
  • FDP: 12 % - 76 Sitze
  • AFD: 11 % - 70 Sitze
  • Linke: 7 % - 45 Sitze

Um die Regierung zu bilden, müssen die Parteien zusammen 50 Prozent der Sitze zusammenbekommen. Der Rest geht in die Opposition. Folgende Koalitionen wären also nach jetzigem Stand möglich, um eine Regierung zu bilden:

Schwarz-grün

Dadurch würden sich mit den Grünen und CSU/CDU die Parteien zusammenschließen, die jeweils die meisten Stimmen hinter sich haben. Annalena Baerbock oder Armin Laschet könnten in diesem Fall als Kanzlerin bzw. als Kanzler regieren.

Kenia-Koalition

Bei der sogenannten Kenia-Koalition bilden Grüne, SPD und CSU/CDU einen Zusammenschluss. Alle drei Parteien haben eine Kanzlerkandidatin bzw. einen Kanzlerkandidaten definiert. Annalena Baerbock, Olaf Scholz oder Armin Laschet wären also mögliche Kanzler:innen.

Jamaika-Koalition

Wenn sich Grüne, FDP und CSU/CDU zusammentun sollten, kommt es zur Jamaika-Koalition. Dabei wären Annalena Baerbock oder Armin Laschet mögliche Nachfolger:innen von Angela Merkel.

Ampel-Koalition

Bei der Ampel-Koalition kommen Grüne, SPD und FDP zusammen. Mögliche:r Kanzler:in wäre Annalena Baerbock oder Olaf Scholz, die für Grüne bzw. SPD antreten.

Deutschland-Koalition

Hierbei bilden FDP, SPD und CDU/CSU einen Zusammenschluss. Olaf Scholz oder Armin Laschet würden dann vermutlich die Kanzlerin-Nachfolge antreten.

Bundestagswahl 2021: Wer darf eigentlich wählen?

Wahlberechtigt ist jede:r deutsche Bürger:in, die oder der zum Wahltag mindestens 18 Jahre alt ist. Auch aus dem Ausland kann gewählt werden, dafür müssen Wählerinnen und Wähler die Briefwahl beantragen.

Das bedeuten bei der Bundestagswahl 2021 Erststimme und Zweitstimme

Bei der Bundestagswahl haben alle Wahlberechtigten zwei Stimmen, die Erst- und die Zweitstimme.

  • Die Erststimme wird direkt an eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus dem eigenen Wahlkreis vergeben, die oder der in den Bundestag einziehen soll.
  • Mit der Zweitstimme können Wähler:innen ihr Kreuz bei einer Partei setzen.

Wer sind die Spitzenkandidat:innen für die Bundestagswahl 2021?

Die Parteien haben bereits ihre Spitzenkandidat:innen definiert, die sie ins Rennen schicken:

Annalena Baerbock

Annalena Baerbock
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Seit 2005 ist Annalena Baerbock Mitglied bei den Grünen, damals ist sie 25 Jahre alt. Vier Jahre später übernimmt die studierte Politologin und Juristin den Landesvorsitz in Brandenburg und 2013 zieht sie in den Bundestag ein, wo sie sich als klimapolitische Fraktionssprecherin hervortut.

Inhalte ihrer Politik sind unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien und die Förderung von sauberen Autos. Die heute 40-Jährige fordert, dass schneller gehandelt wird, um der Klimakrise entgegen zu wirken und plant Reformen in der Familien- und Bildungspolitik, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung in Kitas. Zudem soll mehr Geld in die Ausrüstung der Bundeswehr investiert werden und Ausgaben sollen effizienter erfolgen.

Olaf Scholz

Olaf Scholz
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Der 62-Jährige Olaf Scholz ist von 2002 bis 2004 SPD-Generalsekretär, von 2007 bis 2009 Bundesminister für Arbeit und Soziales, seit 2018 ist er Bundesfinanzminister und Vizekanzler. Schon als 17-Jähriger engagiert er sich als Jungsozialist (Juso) in der Jugendorganisation der SPD.

Als Kanzler plant er zum Beispiel, in eine klimaneutrale Politik zu investieren und den Ausbau von Wind- und Solarkraft voranzutreiben. Zudem soll mehr Strom im Netz gespeichert werden können. Ein weiterer Punkt auf seiner Agenda ist die Digitalisierung. Bis 2030 soll jeder Privathaushalt und jedes Unternehmen Zugang zu einem 1 Gigabit schnellen Internetanschluss haben.

Armin Laschet

Armin Laschet
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Armin Laschet ist von 2005 bis 2010 Minister für Integration und Familie seit 2017 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und seit diesem Jahr ist der 60-Jährige der Bundesvorsitzende der CDU.

CDU und CSU stellten ihr Wahlprogramm als letzte Partei vor. Erst am 21. Juni war es soweit. Es beinhaltet unter anderem die Anhebung der Minijobgrenze auf 550 Euro, die Ausweitung des Elterngeldes und die Absicht, einen Fahrplan zur Klimaneutralität im Straßenverkehr aufzustellen. Allerdings wurde das gesetzte Ziel, bis Ende 2035 auf fossile Brennstoffe zu verzichten, aus dem Programm getilgt.

Christian Lindner

Christian Lindner
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Der Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, tritt schon mit 16 Jahren der Partei bei. Seit 1998 ist er Mitglied des Landesvorstandes der FDP in Nordrhein-Westfalen. Den Vorsitz hat er seit 2013 inne.

Ein Schwerpunkt der FDP liegt auf der Wirtschaft. So will die Partei zum Beispiel die Unternehmenssteuerlast auf 25 Prozent senken und die Gewerbesteuer abschaffen. In Sachen Klima will die FDP den Emissionshandel ausweiten. Ein weiterer Fokus nimmt die Digitalisierung ein. Dafür soll ein Bundesministerium für Digitale Transformation gegründet werden.

Diese Parteien treten zur Bundestagswahl an

Wählerinnen und Wähler haben auch in diesem Jahr zahlreiche Möglichkeiten, um ihre Stimmen zu vergeben. Neben den großen und etablierten Parteien gibt es auch kleinere und welche, die 2021 zum ersten Mal antreten. Diese Parteien sind dabei:

  • CDU/CSU (Christlich Demokratische Union/Christlich Soziale Union)
  • Grüne (Bündnis 90/Die Grünen)
  • SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
  • FDP (Freie Demokratische Partei)
  • Linke (Die Linke)
  • AfD (Alternative für Deutschland)
  • Freie Wähler
  • Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative)
  • Tierschutzpartei (Partei Mensch Umwelt Tierschutz)
  • NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschland)
  • Piratenpartei (Piratenpartei Deutschland)
  • ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
  • BGE (Bündnis Grundeinkommen)
  • V-Partei³ (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer)
  • Deutsche Mitte (DM)
  • DiB (Demokratie in Bewegung)
  • Bayernpartei (BP)
  • AD-D (Allianz Deutscher Demokraten)
  • Tierschutzallianz (Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz)
  • MLDP (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands)
  • Gesundheitsforschung (Partei für Gesundheitsforschung)
  • Menschliche Welt
  • DKP (Deutsche Kommunistische Partei)
  • Die Grauen (Die Grauen – Für alle Generationen)
  • Volksabstimmung
  • BüSo
  • Die Humanisten
  • Gartenpartei (MG)
  • Die Urbane. (du.)
  • Die Rechte
  • SGP
  • Bergpartei
  • Partei der Vernunft
  • AfDP (Antifaschistische Demokratische Partei)
  • dieBasis (Basisdemokratische Partei Deutschlands)
  • III. Weg (Der III. Weg)
  • Team Todenhöfer
  • Volt (Volt Deutschland)
  • W20 (WiR2020)

Bundestagswahl 2021: Diese Koalitionen sind möglich

Nach aktuellen Prognosen, wären derzeit fünf Koalitionen möglich:

  • Schwarz-grün (Grünen und CSU/CDU mit Annalena Baerbock oder Armin Laschet als Kanzler:in)
  • Kenia-Koalition (Grüne, SPD und CSU/CDU mit Annalena Baerbock, Olaf Scholz oder Armin Laschet als Kanzler:in)
  • Jamaika-Koalition (Grüne, FDP und CSU/CDU mit Annalena Baerbock oder Armin Laschet als Kanzler:in)
  • Ampel-Koalition (Grüne, SPD und FDP mit Annalena Baerbock oder Olaf Scholz als Kanzler:in)
  • Deutschland-Koalition (SPD, FDP und CDU/CSU mit Olaf Scholz oder Armin Laschet als Kanzler)

Sollte sich die Wählermeinung noch verändern, wären auch noch weitere Zusammenschlüsse denkbar:

  • Große Koalition oder GroKo (aus SPD und CDU/CSU)
  • Rot-rot-grün (SPD, Linke, Grüne)

Schlechte Karten hat hingegen die AfD. Die anderen Parteien kündigten bereits an, nicht mit ihr koalieren zu wollen.

Bundestagswahl 2021: Termine und Fristen für Wahlbenachrichtigung und Briefwahl

Etwa sechs Wochen vor der Wahl werden die Wahlbenachrichtigungen an die Wählerinnen und Wähler versendet. Wenn du per Briefwahl wählen möchtest, kannst du entweder den schriftlichen Vordruck darin verwenden, um deine Unterlagen zu beantragen oder du erstellst selbst ein formloses Schreiben mit deinem vollständigen Namen, deiner Adresse und deinem Geburtsdatum. In beiden Fällen ist es aber wichtig, dass du dich am besten so früh wie möglich darum kümmerst.

Du kannst deinen Antrag bis Freitag vor der Wahl, 18 Uhr, stellen. In diesem Jahr ist das der 24. September 2021. In einigen Ausnahmefällen, wie etwa einer plötzlichen Erkrankung, geht das noch bis zum Wahltag um 15 Uhr.

Sobald du deine Stimmen vergeben hast, solltest du deine Wahlunterlagen so zurückschicken, dass sie am Wahltag bis 18 Uhr ankommen. Der Bundeswahlleiter empfiehlt, den Brief spätestens drei Werktage vor der Wahl abzusenden.

Wann gibt es bei der Bundestagswahl 2021 ein Ergebnis?

Hochrechnungen und Prognosen folgen, nachdem die Wahllokale geschlossen werden. Die ersten Prognosen gibt es voraussichtlich schon um kurz nach 18 Uhr. Diese beruhen auf Umfragen, bei denen Wählerinnen und Wähler anonym nach ihrer Stimmabgabe befragt werden.

Aussagekräftiger sind die Hochrechnungen, die sich auf Zwischenstände bei der Auszählung beziehen. Die erste Hochrechnung gab es bei der letzten Wahl 2017 schon gegen 18:15 Uhr. Die amtlichen Ergebnisse werden verkündet, sobald alle Stimmen ausgezählt sind. Interessierte müssen sich jedoch bis in die Nacht oder bis zum nächsten Morgen gedulden, bis feststeht, wer den neuen Bundestag besetzen wird.