Zeitarbeit stellt nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) für Jobsucher weiterhin ein wichtiges Sprungbrett in die Arbeitswelt dar. So hätten im Jahr 2017 Arbeitsagenturen und Jobcenter fast jeden dritten Arbeitslosen an ein Leiharbeitsunternehmen vermittelt, zeigen aktuelle BA-Statistiken. Allerdings habe die Leiharbeit bei der Vermittlung von Erwerbslosen in den vergangenen Jahren spürbar an Bedeutung verloren, zeigen aktuelle Bundesagentur-Zahlen. Über die Entwicklung hatte zuvor die «Rheinische Post» berichtet.

So gehe die Zahl der Jobsucher, die von Zeitarbeitsunternehmen angeheuert wurden, seit Jahren zurück. Seien es im Jahr 2013 noch gut 400.000 gewesen, so habe sie 2017 nur noch bei 355 000 gelegen. Auch bei der Job-Vermittlung der Arbeitsagenturen und Jobcentern spielt die Zeitarbeit inzwischen eine geringere Rolle als in der Vergangenheit: Die Zahl der von ihnen an Leiharbeitsunternehmen vermittelten Jobsucher sank zwischen 2013 und 2017 um 17.100 auf knapp 85.000. Dies entspricht 32,7 Prozent aller von der BA vermittelten Erwerbslosen (2013: 35,0 Prozent).

Grüne kritisieren fehlende Perspektive

Besorgt zeigen sich die Grünen im Bundestag darüber, dass die Beschäftigung bei einem Leiharbeitsunternehmen selten von langer Dauer sei. So wehrten 47 Prozent der Zeitarbeitsjobs im ersten Halbjahr nicht länger als drei Monate. Lediglich 24 Prozent dauerten ein Jahr und länger. Das gehe aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor, die die «Rheinische Post» zitiert.

Bundesagentur-Chef Detlef Scheele geht derweil davon aus, dass Zeitarbeit trotz Fachkräftemangels weiterhin seinen Platz in deutschen Unternehmen haben dürfte. Diese Beschäftigungsform habe etwa in Unternehmen mit instabiler Auftragslage ihre Berechtigung, hatte er bei der Arbeitsmarkt-Pressekonferenz Ende Februar gesagt. Zeitarbeit sei auch in Betrieben sinnvoll, in denen ein neues Geschäftsmodell ausprobiert werde und die deswegen nicht gleich Mitarbeiter unbefristet einstellen möchten. «Auch weil man jemandem eine Chance geben will, mag ein Grund sein, auf Zeitarbeit zu setzen», sagte Scheele.