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Das Wichtigste in Kürze:

  • Energiemix mit 30,5 Prozent weitgehend von Mineralöl geprägt, rund 26 Prozent Erdgas
  • Bis 2030 soll Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 Prozent steigen
  • Mit 25 Prozent Gaseinsparungen kommt Deutschland locker durch den Winter

Deutschland droht im Winter eine Gaskrise, auch beim Strom bestehen Risiken. Politiker und Experten rufen zum sparsamen Umgang mit Energie auf, damit die Speicher und Kraftwerkskapazitäten für den Fall weiterer russischer Lieferkürzungen ausreichen. Aber wie setzt sich die Energieverteilung in Deutschland überhaupt zusammen?

Verteilung der Energieträger in Deutschland

Tatsächlich war der deutsche Energiemix 2021 mit 30,5 Prozent weitgehend vom Mineralöl geprägt. Laut der AG Energiebilanzen deckte Erdgas noch rund 26 Prozent des Verbrauchs, auf Stein- und Braunkohle entfielen rund 17 Prozent. Kernenergie lag immer noch bei knapp fünf Prozent. Fast gleichauf ist die Verbrennung klimaschädlicher Biomasse mit knapp acht Prozent, während die erneuerbaren Energien ihren Anteil auf rund 17 Prozent steigern konnten.

Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland 2021
Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland 2021 © Energy Charts

Bundesregierung will Energiewende beschleunigen

Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 Prozent steigen, damit wird der Anteil am Bruttostromverbrauch innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt fast verdoppelt. Denn laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil der Erneuerbaren bei der Stromeinspeisung im zweiten Quartal 2022 bei knapp 40 Prozent.

Festgelegt wurde dieses Ziel von der Bundesregierung im April mit dem sogenannten "Osterpaket". Das Paket sei der "Beschleuniger für den Ausbau der erneuerbaren Energien", erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck damals. Auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern – und damit Russland – solle verringert werden. Zudem werde die Geschwindigkeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien verdreifacht – zu Wasser, zu Land und auf dem Dach.

Wie Deutschland durch den Winter kommt

"In den kalten Monaten 2022 werden die Bundesbürger allerdings noch nichts von dieser Energiewende haben. Zumal erneuerbare Energien bei der Wärmegewinnung nur einen unerheblichen Teil ausmachen. Geheizt wird hauptsächlich mit Gas ­­– nämlich 10.021 Gigawattstunden pro Jahr. Das war 2020. Zum Vergleich: 1270 Gigawattstunden wurden im selben Jahr durch erneuerbare Energien erzeugt."

Dennoch muss es kein Problem sein, sollte Russland uns diesen Winter das Gas komplett abdrehen. Wissenschaftler:innen der Universitäten Köln und Bonn haben in der Studie "Wie es zu schaffen ist" ein zuversichtliches Fazit für den Winter gezogen. Im Falle eines Stopps russischer Gasimporte würden weder Massenarmut noch Volksaufstände, sondern lediglich Produktionseinbußen drohen, so die Ökonom:innen. Und die habe Deutschland schon in der Vergangenheit bewältigt, wenn es sich Krisen stellen musste.

Der Studie zufolge müsse Deutschland bis zum Beginn des Winters ungefähr 25 Prozent seines Gasverbrauchs einsparen, um die kalte Jahreszeit ungefährdet zu überstehen. Das sei machbar, der Rückgang des Gasverbrauchs in den Monaten Mai und Juni dieses Jahres unterstreiche, dass Einsparpotenziale vorhanden sind, urteilen die Wissenschaftler:innen. Hinzu komme, dass sich die Gasspeicher stetig füllten und die ersten Terminals zum Import des Flüssiggases LNG im Winter betriebsfähig sein sollen. Das Fazit: "Panikmache ist fehl am Platz."

Verwendete Quellen: