- Bildquelle: Adrien Fillon/ZUMA Press Wire/dpa © Adrien Fillon/ZUMA Press Wire/dpa

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elon Musk startet seine Ära bei Twitter mit einem Paukenschlag.
  • Der Tech-Milliardär feuert die bisherige Chefetage.
  • Musk will zunächst selbst Twitter-Chef werden.

Ein typischer Tweet und knallharte Personalentscheidungen: So ist Elon Musk die offenbar vollzogene Twitter-Übernahme angegangen. Die Ära des Tech-Milliardärs beim US-Kurznachrichtendienst soll mit zahlreichen Entlassungen begonnen haben. Am Donnerstag (27. Oktober) seien etwa der bisherige Firmenchef Parag Agrawal und Finanzchef Ned Segal gefeuert worden, berichteten unter anderem der Sender CNBC und das "Wall Street Journal".

Musk übernimmt und feuert Twitter-Chefetage

Musk will nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg zunächst selbst den Chefposten bei Twitter übernehmen. Erst mit der Zeit könnte er den Job an jemand anderen abgeben. Der 51-Jährige ist bereits Chef unter anderem beim Elektroauto-Hersteller Tesla und seiner Weltraumfirma SpaceX.

Bloomberg zufolge will Musk auch seine Ankündigung umsetzen, lebenslange Sperren für Nutzer bei Twitter abzuschaffen. Von einer solchen - nach bisherigen Angaben unumkehrbaren Verbannung - ist unter anderem der amerikanische Ex-Präsident Donald Trump betroffen. Ob die Abschaffung der lebenslangen Sperren auch die Position von Trump verändern würde, sei noch unklar, hieß es bei Bloomberg.

Darf Trump zurück auf Twitter?

Trump hatte sich noch als US-Präsident in einem Twitter-Video lobend über seine Anhänger geäußert, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. Daraufhin wurde er von der Plattform verbannt. Unter den am Donnerstag entlassenen Topmanager:innen war den Berichten zufolge auch die für den Kampf gegen Hassrede und falsche Informationen zuständige Vijaya Gadde.

Den vollzogenen Übernahme-Deal deutete Musk in seiner typischen Art an. Er twitterte kryptisch: "Der Vogel ist befreit." Das Twitter-Logo ist ein blauer Vogel - und Musk hatte stets betont, die Plattform von aus seiner Sicht zu starken Einschränkungen der Meinungsfreiheit zu befreien. Kritiker befürchten, dass er damit Hassrede und Hetze Vorschub leisten könnte, gegen die Twitters Teams seit Jahren ankämpfen.

Chefjurist aus Firmenzentrale heraus begleitet

Musk hatte Agrawal und die Twitter-Führung in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert. Mindestens einer der Manager soll aus der Firmenzentrale sogar heraus begleitet worden sein, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf informierte Personen. Bloomberg zufolge war es der Chefjurist Sean Edgett. Eine offizielle Mitteilung zum Abschluss der rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme stand immer noch aus.

Die Transaktion muss bis Freitag um 17.00 Uhr Ostküsten-Zeit (23.00 Uhr MESZ) durch sein, sonst landet der Deal doch noch vor Gericht. Eine Richterin setzte Musk und Twitter diese Frist, um die Übernahme nach monatelangem Hin und Her endlich zu regeln. Die Aktie sollte laut einer Ankündigung am Freitagmorgen US-Ostküstenzeit vom Handel ausgesetzt werden - ein Hinweis auf eine bevorstehende Ankündigung.

Verwendete Quellen: