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Die Commerzbank gibt im Rechtsstreit um den Rauswurf von Personalvorstand Ulrich Sieber auch nach der Niederlage vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt nicht auf. «Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat zur Fristwahrung die Nichtzulassungsbeschwerde gegen das OLG-Urteil eingelegt», sagte ein Sprecher der Bank auf Anfrage. Damit zieht sich das Verfahren weiter in die Länge.

Das OLG hatte Mitte Februar in zweiter Instanz geurteilt, der Anfang November 2013 verkündete Beschluss des Commerzbank-Aufsichtsrates zu Siebers Abberufung sei unwirksam. Eine Bank dürfe Manager nicht allein deshalb vor die Tür setzen, weil es für sie vorteilhaft sei. Der vom Aktiengesetz für solche Fälle verlangte «wichtige Grund» liege hier nicht vor.

Top-Manager nicht sicher

Die Commerzbank hatte Ende 2013 nach monatelangem Gezerre ihren Vorstand von neun auf sieben Mitglieder verkleinert. Außer Sieber verlor Jochen Klösges seinen Posten, der gemeinsam mit Sieber für die konzerneigene Abbausparte verantwortlich war. Klösges ging damaligen Angaben zufolge freiwillig. Der Dax-Konzern begründete den Schritt mit der eingeleiteten Streichung Tausender Stellen: Der Sparkurs könne nicht spurlos am Top-Management vorbeigehen.

Sieber klagt auf Erfüllung seines Vertrags, der noch bis Mai 2017 gelaufen wäre. Sollte das OLG-Urteil Bestand haben, ist eine Abfindung wahrscheinlich. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte knapp eine Woche vor dem OLG-Urteil deutlich gemacht, er könne sich eher nicht vorstellen, dass Sieber wieder in der Bank arbeite.