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Für Zugreisende in Deutschland gibt es ein immer bunteres Angebot. Auf vielen Regionalstrecken fährt nicht mehr die Deutsche Bahn, sondern die Konkurrenz des deutschen Staatskonzerns. Die Wettbewerber leisten heute 35 Prozent des Angebots, für 2024 rechnen sie mit 45 Prozent, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die Verbände Mofair und Netzwerk Europäischer Eisenbahnen am heutigen Dienstag vorlegen wollen. Sie stützen sich dabei auf entsprechende Vergabeentscheidungen.

Mit der Bahn-Tochter DB Regio konkurrieren kommunale und landeseigene Bahnen, Töchter ausländischer Staatsbahnen und Privatbahnen. Die Nummer Zwei in Deutschland ist die deutsche Tochter des französischen Trandev-Konzerns, die etwa die Nordwestbahn und die Bayerische Oberlandbahn betreibt. Es folgen Ableger der Staatsbahnen Italiens und der Niederlande, Netinera und Abellio.

Steigende Auslastung erwartet

Die Rivalen hatten zunächst kleinere Ausschreibungen mit Nebenstrecken gewonnen, deshalb ist ihre Auslastung noch geringer als die der Deutschen Bahn. 25 Prozent der gefahrenen Kilometer je Fahrgast entfallen auf die Konkurrenten, wie aus dem "Wettbewerber-Report Eisenbahnen 2019/20" hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine steigende Auslastung wird erwartet.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte die Bahn erst kürzlich unter Druck gesetzt: Bis Mitte November soll sie unter anderem erklären, wie sie wieder mehr Ausschreibungen gewinnen will. Der Regionalverkehr wird von Organisationen der Ländern und Kommunen ausgeschrieben, bestellt und finanziert.

Im Fernverkehr fährt die Bahn dagegen auf eigene Rechnung. Bis auf vereinzelte Züge der Flixbus-Schwestermarke Flixtrain haben die ICE und Intercity keine Konkurrenz. Im Güterverkehr transportieren Wettbewerber dagegen schon heute die Hälfte des Gutes. Auch hier rechnen die Verbände damit, dass sie dem deutschen Staatskonzern weiter Marktanteile abnehmen.