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Das Wichtigste in Kürze:

  • DFB-Präsident Bernd Neuendorf reist in der kommenden Woche ins WM-Gastgeberland Katar.
  • Die Evangelische Kirche hat ihm einen Brief mit Forderungen für die Reise  geschrieben.
  • Neuendorf solle helfen, die "unselige Instrumentalisierung des Fußballs" zu beenden.

In weniger als einem Monat beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in Katar - und die Kritik an dem Turnier reißt nicht ab. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat nun einen offenen Brief an den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, gerichtet und ihn gebeten, "deutlich und klar" für Menschenrechte einzutreten. Neuendorf soll am Montag (31. Oktober) zusammen mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in das Gastgeberland reisen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Evangelische Kirche blickt mit "großer Sorge" auf die WM

"Mit großer Sorge und Skepsis" sehe man dem Beginn der WM entgegen, erklären die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus und der EKD-Sportbeauftragte Thorsten Latzel in dem am Freitag (28. Oktober) veröffentlichten Schreiben. Das Turnier finde "in einem Land statt, in dem Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften seit Jahren auf die entwürdigende Lage der Arbeitsmigrant:innen, die massiv eingeschränkten Rechte von Frauen, den fehlenden Schutz von sexuellen Minderheiten (LGBTQ+) oder die mangelnde Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit hinweisen".

Konkret fordert die EKD vom DFB-Präsidenten, sich vor Ort "ein eigenes Bild zu verschaffen", indem er die Arbeitsmigrant:innen in ihren Wohnquartieren besuche. Des Weiteren solle er dort "öffentlich für die Rechte von Frauen und sexuellen Minderheiten" eintreten und sich für Abdullah Ibhais einsetzen. Der ehemalige Kommunikationsdirektor des Organisationskomitees der Fußball-WM sei "letztlich wegen seines Engagements für Arbeiterrechte inhaftiert".

"Unselige Instrumentalisierung des Fußballs" soll beendet werden

Neuendorf solle außerdem helfen, "die unselige Instrumentalisierung des Fußballs zum Zwecke des sportswashing zu beenden", so die Forderung weiter. Der DFB-Chef habe bereits zuvor angekündigt, Menschenrechte zum Thema seiner Reise machen zu wollen, so die dpa. Außerdem dränge der 61-Jährige auf einen Entschädigungsfonds für Familien, welche beim Bau der WM-Stätten Angehörige verloren haben.

Kurschus und Latzel hoffen, dass der "Fußball als Ausdruck einer offenen, demokratischen Gesellschaft wieder zu einer echten Form der Völker-Verständigung" werde, schließen sie ihren Brief ab. Er solle "zu seinen eigentlichen sportlichen Wurzeln jenseits einer kommerziellen Vereinnahmung zurückfinden" können.

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