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Mit dem ersten WM-Sieg gegen Norwegen seit 14 Jahren hat Deutschlands Eishockey-Nationalteam den unangenehmen Auftakt mit zwei Spielen binnen 20 Stunden eindrucksvoll gemeistert. Nach dem 9:4-Torspektakel gegen nicht wettbewerbsfähige Italiener fertigte die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm am Samstag in Riga das ausgeruhte Norwegen mit 5:1 (1:0, 3:1, 1:0) ab.

Wie zum Auftakt gegen die corona-geplagten Italiener entschied ein starkes Mitteldrittel die Partie. In der Defensive mit dem diesmal spielenden Berliner Meister-Torhüter Mathias Niederberger zeigten sich die Deutschen zudem verbessert - und sie präsentierten sich erneut in Tor-Laune. Der Olympia-Zweite Matthias Plachta (20. Minute), die Nordamerika-Profis Leon Gawanke (24.) und Lean Bergmann (45.) sowie die Eisbären-Stürmer Leo Pföderl (27.) und Lukas Reichel (31.) sicherten mit ihren Treffern die nächsten wichtigen drei Punkte. Für Norwegen war lediglich Emil Lilleberg erfolgreich (37.).

Viertelfinale vor Augen

Die Vorrunde der ersten Weltmeisterschaft seit zwei Jahren unter den Top Vier abzuschließen und damit ins Viertelfinale einzuziehen, soll für die ambitionierte, verjüngte deutsche Mannschaft nur ein Zwischenziel sein. Vor der Aufgabe gegen Kanada am Pfingstmontag (19.15 Uhr) liegt der WM-Sechste von 2019 zunächst optimal im Rennen. Die unbekanntere Auswahl Kanadas hatte mit dem 0:2 gegen Gastgeber Lettland zudem gezeigt, dass sie verwundbar ist.

Gegen die aggressiven Norweger war harte Arbeit gefragt. Die deutsche Auswahl war ganz anders gefordert als gegen die aufgrund von insgesamt 15 Corona-Fällen ersatzgeschwächten Italiener, erzielte aber nach anfänglichen Problemen die wichtige Führung. 16 Sekunden vor der ersten Pausensirene lenkte der Mannheimer Stürmer Plachta einen Schuss von Kapitän Moritz Müller entscheidend ab.

Anders als die Deutschen waren die Norweger am Eröffnungstag des Turniers spielfrei gewesen und ausgeruht in das Duell gegangen. Sorgen hatte sich Söderholm aber deswegen nicht gemacht. "Ich spüre, dass die Jungs morgen zum Spielbeginn bereit sind. Die Spieler warten darauf, weiter zu marschieren", hatte der 43 Jahre alte Finne nach dem Erfolg gegen die Italiener gesagt. Und sollte recht behalten.

Norweger ausgeruht

In Überzahl legte Verteidiger Gawanke per Direktschuss nach einem Pass von Straubings Brandt nach und erzielte sein erstes Länderspieltor. Danach glückte vieles. Pföderl und der als künftiger NHL-Stürmer geltende Reichel mit einem Solo legten nach.

Torhüter Niederberger, der eine glänzende Saison mit Meister Eisbären Berlin hinter sich hat, war beim Gegentreffer machtlos. Der 28-Jährige hatte diesmal den Vorzug vor Mannheims Torhüter Felix Brückmann erhalten. Ansonsten vertraute Söderholm auf die Aufstellung des Vortags, die für die weiteren WM-Aufgaben weiter Selbstvertrauen sammelte. «Leicht ist es nicht. Wir arbeiten hart dafür, die Tore zu schießen. Ich glaube, dass der Spielstand gerechtfertigt ist», kommentierte Plachta bei Sport1 vor dem Schlussdrittel, in dem Bergmann der Endstand gelang.

Gegen Norwegen war den deutschen Eishockey-Cracks zuvor lange kein Erfolgserlebnis geglückt. Von den drei WM-Niederlagen in Serie blieb insbesondere die 4:12-Klatsche von 2012 in schlechter Erinnerung. Der bis dato letzte Sieg stammte von der WM 2007 in Russland.