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Ein bisschen mussten sich die Spieler von Borussia Mönchengladbach nach der bitteren Europa-Cup-Schmach am Donnerstag fühlen wie ihre bisherige Gegner. Beim bitteren und völlig unnötigen 1:2 (1:1) gegen Basaksehir Istanbul im entscheidenden Gruppenspiel schlug das bisherige Last-Minute-Glück ins Gegenteil um. Das erstmalige Aus in einer Europa-League-Vorrunde war durch das Siegtor von Istanbuls Enzo Crivelli (90. Minute) erst spät perfekt. "Vielleicht hatten wir unser Glück in diesem Wettbewerb schon aufgebraucht", sagte Rechtsverteidiger Stefan Lainer.

Zuvor hatten die Gladbacher in der Europa League in Istanbul beim 1:1 und zweimal gegen den AS Rom (1:1 und 2:1) erst spät gepunktet. Zudem wurde der Bundesliga-Spitzenreiter gerade erst für seine Mentalität beim 2:1-Sieg durch Ramy Bensebainis Elfmetertor in der Nachspielzeit im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München gefeiert. Und nun das.

Lainer: "War komplett unnötig"

"Das war komplett unnötig", klagte Lainer und Patrick Herrmann meinte: "Das ist schwer in Worte zu fassen." Gegen die lange völlig ungefährlichen Türken war Gladbach klar besser und deutlich spielbestimmend. Mehr als die Führung von Marcus Thuram (33.) wollte aber einfach nicht gelingen, weil oftmals der entscheidende Pass vor dem Tor unsauber geriet. Dennoch war der Gruppensieg zum greifen nah, weil gleichzeitig AS Rom gegen Wolfsberg nur 2:2 spielte.

Anders als in vielen Spielen bislang in dieser Saison ging danach aber vieles schief. Der bislang in dieser Saison so starke Torhüter Yann Sommer patzte vor dem Ausgleich durch Irfan Can Kahveci (44.) entscheidend. Dem späten 1:2 ging wohl ein Foulspiel Istanbuls voraus, danach wurde den Borussen noch ein Handelfmeter verweigert.

"Wir haben ein Ziel verpasst. Das fühlt sich nicht gut an und ist eine Riesen-Enttäuschung", klagte Trainer Marco Rose, der mit seinem Team schon früh im DFB-Pokal an Borussia Dortmund gescheitert war. In beiden Wettbewerben war das Überwintern das Ziel.

Frankfurt und Wolfsburg weiter

Entscheidend für die Liga dürfte nun sein, ob das Team am Sonntag beim VfL Wolfsburg wie schon mehrfach in dieser Spielzeit nach einem Rückschlag zurück kommt. Sollten die Gladbacher in Wolfsburg, gegen den SC Paderborn und bei Hertha BSC bis zur Winterpause auch in der Liga noch zurückfallen, könnte die zuletzt entstandene Euphorie schnell in Enttäuschung umschlagen. Immerhin sind 2 Ziele in den Pokal-Wettbewerben bereits verspielt. "Wir haben das in dieser Saison schon gezeigt, dass wir zurückschlagen können", meinte Herrmann.

In der Europa League weiter sind hingegen die beiden anderen Bundesligisten Eintracht Frankfurt und VfL Wolfsburg. Die Eintracht verlor zwar gegen Vitoria Guimarães aus Portugal 2:3 (2:1). Durch das 2:2-Unentschieden im Parallelspiel des FC Arsenal bei Standard Lüttich zogen die Hessen aber dennoch in die Zwischenrunde ein. Danny da Costa (31. Minute) und Daichi Kamada (38.) trafen für die Gastgeber. Rochinha (8.), Al Musrati (85.) und Marcus Edwards (87.) waren vor 47.000 Zuschauern in der ausverkaufen WM-Arena für die Portugiesen erfolgreich.

Wolfsburg beendete die Gruppenphase durch einen 1:0-Sieg gegen AS Saint-Etienne als Tabellen-1. Den entscheidenden Treffer erzielte Paulo Otavio in der 52. Minute.