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Bayer Leverkusen hat einen wichtigen Sieg im Kampf um Europa und damit auch einen Traumstart für Trainer Hannes Wolf vergeben. Die Werkself kam zum Abschluss des 28. Bundesliga-Spieltags nicht über ein höhepunktarmes 0:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim hinaus und verharrt damit als Sechster zwei Punkte hinter Borussia Dortmund.

"Wir haben auswärts einen Punkt geholt", sagte Wolf und bezeichnete die Bilanz von vier Punkten aus zwei Spielen als "sehr ordentlich". Seinen Auftakt hatte Trainer Wolf noch mit 2:1 gegen den FC Schalke 04 gewonnen. "Das war ein sehr intensives Spiel. Es hat bisschen wehgetan. Dass es 0:0 ausgeht, ist natürlich ein bisschen schade", sagte Bayer-Profi Sven Bender bei DAZN und bezeichnete den einen Punkt als "in unserer Situation nicht ganz glücklich". Sein Teamkollege Nadiem Amiri sagte: "Für unsere Ziele ist das auf jeden Fall zu wenig. Wir wollten in die Champions League, jetzt sind es neun Punkte, das wird sehr, sehr schwierig." Tatsächlich dürfte die ersehnte Rückkehr in die Königsklasse nach dem 0:0 im vorerst letzten Bundesliga-Montagsspiel vor der Abschaffung im Sommer vom Tisch sein.

Schwache Offensive

Hoffenheim und der immer mehr in der Kritik stehende Cheftrainer Sebastian Hoeneß verhinderten immerhin die vierte Liga-Niederlage in Serie, müssen sich aber im Saisonendspurt steigern, um nicht doch noch in den Abstiegskampf zu geraten. Die Offensivdarbietungen beider Teams - vor allem aber die der Gastgeber - waren auf einem ganz schwachen Niveau. Dabei hatte Hoeneß angekündigt: "Wir wollen aktiv sein." Seine Mannschaft aber startete passiv und defensiv - und schaffte es auch nicht mehr aus der Harmlosigkeit und Lethargie.

Nach den jüngsten Niederlagen fing in Ihlas Bebou nur ein nomineller Stürmer an. Andrej Kramaric, Ishak Belfodil und Munas Dabbur saßen anfangs auf der Bank. Doch selbst die erzwungene frühe Hereinnahme des kroatischen WM-Zweiten Kramaric änderte nichts am tristen Bild.

Hoffenheim mit Fehlern

Aktiver und engagierter als seine Spieler zeigte sich Hoeneß, der in einer Szene den Schiedsrichter-Assistenten verbal anging ("Klar im Abseits! Nicht auf der Höhe, mein Freund"). Auf dem Rasen wirkten die Hoffenheimer eher uninspiriert. Vereinzelte Steilpässe nach vorne endeten zu oft im Nichts. Bei der noch besten und einzigen halben Chance der ersten Hälfte verpasste Christoph Baumgartner aus vielversprechender Position eine Flanke von Pavel Kaderabek (30.).

Mit der Einwechslung von Kramaric (38.) reagierte Hoeneß zwar auf die Verletzung von Nationalspieler Sebastian Rudy, versuchte damit aber natürlich auch die Offensive zu beleben. Insgesamt aber blieben die Gastgeber zu blass und leisteten sich zu viele Fehler.

Kein einziger Torschuss in Halbzeit eins war in Hoffenheims Bundesliga-Historie nach Angaben des Datendienstleisters Opta zuvor erst einmal vorgekommen: im April 2010 gegen Borussia Dortmund.

Die etwas bessere von zwei fahrigen Mannschaften waren die Leverkusener, die immerhin zu ein paar wenigen Möglichkeiten kamen. Das zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw nominierte Top-Talent Florian Wirtz schlug im Strafraum einen Haken zu viel (19.), Moussa Diaby zögerte zu lange (24.). Charles Aranguiz scheiterte mit seinem Linksschuss am gut reagierenden TSG-Schlussmann Oliver Baumann (25.).

Bailey prüft Keeper

Erst seien die "Basics" dran, dann komme "das Spielerische oben drauf", hatte es der zunächst bis zum Saisonende vom DFB ausgeliehene Bayer-Coach Hannes Wolf formuliert. Doch auch nach einer Stunde war nicht allzu viel als spielerisches Sahnehäubchen dazugekommen.

Sein erstes Spiel für Bayer hatte Peter-Bosz-Nachfolger Wolf gegen den Tabellenletzten FC Schalke 04 noch gewonnen, doch auch die nächste Möglichkeit zur Führung konnte Diaby nicht nutzen (57.). Wendells Schuss stellte Baumann nicht vor Probleme (72.). In der Nachspielzeit prüfte der eingewechselte Leon Bailey mit einem abgefälschten Schuss den Hoffenheimer Keeper, aber Baumann reagierte und sorgte dafür, dass es beim torlosen Remis am Montagabend blieb.