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Das Wichtigste in Kürze:

  • Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani warf Deutschland "Doppelmoral" vor.
  • Auslöser waren Äußerungen von der deutschen Innenministerin Nancy Faeser. 
  • Al-Thani beteuerte weiterhin, dass Katars Regierung eine Reihe von Reformen in Gang gesetzt habe, auch beim Arbeitsrecht.

Vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar hat sich die Regierung in Doha verärgert über Kritik aus der Bundesregierung gezeigt. Der Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani warf Deutschland "Doppelmoral" vor.

Die deutsche Bevölkerung werde "durch Regierungspolitiker falsch informiert", erklärte er gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Die Bundesregierung habe aber kein Problem mit Katar, wenn es um Energiepartnerschaften oder die Rettung deutscher Staatsbürger aus Afghanistan gehe. "Wenn wir eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten, diesen Moment genießen und zusammen mit der deutschen Mannschaft feiern wollen, dann gelten auf einmal andere Maßstäbe", sagte er.

Katar: Kritik aus Europa ist "sehr arrogant und sehr rassistisch"

Auslöser waren Äußerungen von der deutschen Innenministerin Nancy Faeser. Die SPD-Politikerin unter anderem Sicherheitsgarantien für die LGBTQ-Community verlangt. "Bei allem Respekt", so Al-Thani, Faesers Aussagen seien überhaupt nicht notwendig gewesen. Denn: "Wir haben immer wieder von höchster Stelle wiederholt, dass jeder willkommen ist und niemand diskriminiert wird." Zudem sei es "bedauerlich, wenn Politiker versuchen, sich nach innen auf unsere Kosten zu profilieren und Punkte zu machen", sagte der Außenminister des Golfstaats.

Al-Thani beteuerte weiterhin, dass Katars Regierung eine Reihe von Reformen in Gang gesetzt habe, auch beim Arbeitsrecht. "Das ist ein fortlaufender Prozess, der nie aufhört – und der auch nach der WM nicht aufhören wird." Die Kritik aus Europa an seinem Land bezeichnete er als "sehr arrogant und sehr rassistisch". Dennoch, sagte Al-Thani, sei die Vergabe der WM für sein Land "ein Segen".

Katar steht unter anderem wegen der Kriminalisierung und Diskriminierung homosexueller Menschen, wegen ausbeuterischer und schlechter Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in der Kritik.

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