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Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, fordert in der Corona-Krise Finanzhilfen des Staates für Moscheen. "Viele Moscheen stehen vor dem Bankrott, weil sie von der Kollekte zum Freitagsgebet gelebt haben. Sie können bald ihre Mieten, die Kreditraten der Immobilien oder ihr Personal nicht mehr bezahlen", sagte Mazyek dem "Spiegel".

Wegen der Einschränkungen im Fastenmonat Ramadan, der für die meisten Muslime in Deutschland am Freitag beginnt, würde sich die Lage noch verschärfen, so Mazyek. "30 bis fast 50 Prozent dieser Einnahmen werden jährlich besonders in der Ramadan-Zeit generiert. Diese Spenden fallen fast komplett weg." Er begrüßte, dass einige Bundesländer bereits entsprechende Programme aufgelegt hätten. "Andere Länder sollten nachziehen. Geschieht das nicht, werden nicht wenige Moscheen nach der Coronakrise nicht mehr existieren."

Die Religionsgemeinschaften haben Konzepte erarbeitet, wie Gottesdienste auch in der Corona-Krise stattfinden könnten. Lockerungen für Gotteshäuser würden aber frühestens am 30. April bei erneuten Bund-Länder-Gesprächen vereinbart.

Kirchen und Synagogen legen Hygienekonzepte vor

"Ob und in welchem Umfang es danach Gottesdienste gibt, ist aus heutiger Zeit nicht abzuschätzen", heißt es nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland im Papier des Koordinationsrats der Muslime.

Der Zentralrat der Juden veröffentlichte am Mittwoch ein Hygienekonzept für Synagogen. Zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten werden dort Teilnehmerlisten empfohlen, zudem solle auf einen Mindestabstand von 1,5 und besser 2 Metern zwischen Betenden geachtet werden.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat dem Bundesinnenministerium bereits in der vergangenen Woche ein zweiseitiges Papier vorgelegt. Darin schlagen die Bischöfe unter anderem vor, die Gottesdienste im Wesentlichen auf die Hauptschiffe der Kirchen mit dem meisten Platz zu beschränken. Außerdem regen sie Zugangsbeschränkungen und ausreichend Platz zwischen den Teilnehmern an. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat ihre Vorschläge am Mittwoch eingereicht, wollte sie aber nicht öffentlich machen.