- Bildquelle: AP Photo/Andrew Harnik © AP Photo/Andrew Harnik

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach den Midterms machen viele Republikaner Trump für die Niederlage verantwortlich.
  • Auf einen bestimmten Gouverneur hat sich der Ex-Präsident bereits eingeschossen.
  • Trump kündigt an, sich am Dienstag zu seiner politischen Zukunft äußern zu wollen.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat für Dienstagabend (15. November) eine "sehr große Ankündigung" in seinem Privatanwesen in Florida geplant. Dabei wird es wohl um seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 gehen.

Doch große Begeisterung kommt nicht einmal aus den eigenen Reihen. Gerade erst musste sich die Republikanische Partei eingestehen, dass der erdrutschartige Sieg, auf den sie in den Zwischenwahlen gehofft hatte, ausgeblieben ist.

Republikaner machen Trump für Ergebnis verantwortlich

Viele der von Trump unterstützten Kandidat:innen fielen bei den Wähler:innen durch. Aus diesem Grund machen viele Republikaner nun öffentlich Trump selbst für das schlechte Abschneiden bei den Zwischenwahlen verantwortlich und distanzieren sich von ihm.

Bekannte Parteimitglieder raten sogar Trump in der Öffentlichkeit von einer weiteren Kandidatur ab. Unter anderem nannte der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, Trump eine "Belastung", die die Chancen der Partei bei den Präsidentschaftswahlen 2024 verschlechtere.

Republikaner am Wendepunkt?

Die Republikaner stehen nach den Wahlen vor einer Zerreißprobe. Die Unterstützung für den Ex-Präsident in seiner eigenen Partei bröckle, wie Cathryn Clüver Ashbrook, Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im Gespräch mit dem WDR betont. "Donald Trump hat drei Wahlen verloren. Die Zwischenwahl 2018, die Präsidentschaftswahl 2020 und jetzt de facto die Zwischenwahl schon wieder, beziehungsweise seine Kandidaten."

So stehe die Republikanische Partei an einem Wendepunkt, sagt Clüver Ashbrook. Soll sie weiter die extreme Linie verfolgen, für die Trump steht, oder soll sie versuchen, die moderate Mitte wieder für sich zu gewinnen?

Kandidatur als "Versicherungspolice"?

Von solchen Diskussionen werde sich Trump wohl nicht beirren lassen, so Clüver Ashbrook. "Der muss sich vor seinen 16 Gerichtsverfahren retten. Und da ist eine solche Präsidentschaftskandidatur eine ganz bequeme Versicherungspolice." Ob er sich anschließend gegen mögliche republikanische Gegenkandidat:innen durchsetzen werde, sei allerdings noch völlig offen.

Trump versus DeSantis

Spätestens seit den Midterms ist Trump zudem nicht mehr gut auf Ron DeSantis zu sprechen. DeSantis, der mit großer Mehrheit als Gouverneur von Florida wiedergewählt wurde, wird von zunehmend vielen als Zukunft der Partei betrachtet.

Donald Trump und Ron DeSantis waren schon seit Längerem auf Kollisionskurs. Seit sich abzeichnete, dass Floridas Gouverneur zu seinem mächtigsten Rivalen in der Republikanischen Partei werden könnte, hat der Ex-Präsident versucht, ihn in Schranken zu halten.

DeSantis wiederum hat Trump lange Zeit gepriesen und seinen Stil nachgeahmt, aber es abgelehnt, eigene Präsidentschaftsambitionen zu Gunsten einer neuen Trump-Kandidatur 2024 zur Seite zu schieben.

Kreise um DeSantis glauben, dass sich der Gouverneur nach seiner Wiederwahl zunächst auf das Regieren in Florida konzentrieren und, wie in den vergangenen Tagen, versuchen wird, sich nicht auf direkte Scharmützel mit Trump einzulassen. Eine Bekanntgabe in Sachen Präsidentschaftsbewerbung erwarten sie für Mai, wenn die staatliche Legislaturperiode zu Ende geht.

Indes verbreitet Trump auf seiner Plattform Truth Social Verschwörungstheorien über einen vermeintlichen Wahlbetrug bei den Midterms in den USA. Bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2020 hatte er von Wahlbetrug gesprochen, was sich als nachweislich falsch erwies. Ob er am Dienstag tatsächlich seine erneute Kandidatur verkünden wird, bleibt abzuwarten.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • AP News
  • wdr.de