- Bildquelle: dpa © dpa

Das Wichtigste in Kürze:

  • US-Generalstabschef Mark Milley hat in New York eine Rede gehalten und über das Ausmaß an "menschlichem Leid" im Ukraine-Krieg gesprochen.
  • Weit mehr als 100.000 russische Soldaten seien gefallen oder verwundet worden, auf ukrainischer Seite wohl mindestens genauso viele.
  • Den Rückzug der russischen Truppen aus Cherson sieht er als Chance für Friedensverhandlungen.

Seit nun fast neun Monaten führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Dass es dabei große Verluste auf beiden Seiten gibt, machte der US-Generalstabschef Mark Milley deutlich und nannte bei einer Rede, die er am Mittwoch (9. November) in der Denkfabrik "The Economic Club" in New York hielt, konkrete Zahlen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). 

"Weit mehr als" 100.000 russische Soldaten sollen bereits gefallen oder verwundet worden sein. Seiner Vermutung nach sehe es auf ukrainischer Seite genauso aus, hinzu kommen noch bis zu 40.000 Opfer unter ukrainischen Zivilisten. "Es gibt ein gewaltiges Ausmaß an Leid, menschlichem Leid", so Milley.  

Rückzug aus Cherson Chance für Friedensverhandlungen 

Weiter kommentierte der US-Generalstabschef den von Russland am Mittwoch angekündigten Rückzug aus dem strategisch wichtigen Gebiet Cherson. Hier könnte sich seine Möglichkeit für Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern bieten, erklärte Milley. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich am Dienstag (8. November) bereits offen für solche Gespräche gezeigt. Bedingung dafür sei aber, dass Russland alle in der Ukraine besetzten Gebiete freigebe, sich einer Strafverfolgung von Kriegsverbrechern stelle und Entschädigung für Kriegsschäden leiste. Auch aus dem Kreml soll Bereitschaft für Verhandlungen signalisiert worden sein. Selenskyj warnte aber ebenfalls, dass der Abzug der Truppen in Cherson auch nur vorgetäuscht sein könnte, um ukrainische Soldaten in eine Schlacht zu locken. 

Sieg für keinen mehr auf militärische Weise möglich 

US-Generalstabschef Mark Milley halte einen Abzug der russischen Soldaten tatsächlich für wahrscheinlich. "Ich glaube, dass sie es tun, um ihre Stärke zu erhalten und ihre Verteidigungslinien südlich des Flusses Dnipro wieder aufzubauen, aber das muss sich erst zeigen." Es sei möglich, dass Russland den Rückzug nutze, um die Truppen für eine Frühlingsoffensive neu zu sortieren. 

Sollten Friedensgespräche stattfinden, haben diese nach Aussage von Milley nur eine Chance, wenn beide Seiten anerkannten, dass sich ein Sieg nicht auf militärische Weise erzielen lasse und man "auf andere Mittel setzen" müsse.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa